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Absetzen

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Futter & Ernährung > Fütterung & Praxis

Definition & Überblick

Das Absetzen bezeichnet den Übergang eines Jungtieres von der Muttermilch zur eigenständigen Aufnahme fester Nahrung. Dieser Prozess ist einer der kritischsten Phasen in der Tierernährung, da er weitreichende Auswirkungen auf Gesundheit, Wachstum und spätere Leistungsfähigkeit hat. In der Fachsprache wird das Absetzen auch als Entwöhnung oder im englischen Sprachraum als Weaning bezeichnet.

Während der Säugeperiode deckt die Muttermilch den gesamten Nährstoffbedarf des Jungtieres. Mit zunehmendem Alter steigt der Bedarf an Protein, Energie, Mineralstoffen und Vitaminen jedoch so stark an, dass die Milchleistung des Muttertieres nicht mehr ausreicht. Gleichzeitig reift der Verdauungstrakt des Jungtieres heran und wird schrittweise fähig, pflanzliche und tierische Festnahrung zu verwerten. Das Absetzen ist daher kein einzelnes Ereignis, sondern ein gradueller Prozess, der sorgfältige Planung und angepasste Fütterung erfordert.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Die Futterration während der Absetzphase muss besonders hochwertig zusammengesetzt sein, um den Übergang möglichst reibungslos zu gestalten. Sogenanntes Absetzfutter oder Starterfutter ist in der Regel als Alleinfuttermittel konzipiert und enthält:

  • Protein: Hoher Gehalt an leicht verdaulichem Eiweiß (bei Ferkeln z. B. 18–20 %, bei Fohlen ca. 16–18 %). Milchprotein, Sojaproteinkonzentrat oder hydrolysierte Eiweißquellen werden bevorzugt eingesetzt, da sie die noch empfindliche Verdauung weniger belasten.
  • Fett: Moderate bis erhöhte Fettgehalte liefern konzentrierte Energie und erleichtern die Futteraufnahme. Pflanzliche Öle und tierische Fette sorgen für eine hohe Energiedichte.
  • Rohfaser: Der Rohfasergehalt wird bewusst niedrig gehalten, um die Verdaulichkeit zu maximieren. Bei Wiederkäuern steigt der Strukturfaseranteil im Absetzfutter schrittweise an, um die Pansenentwicklung zu fördern.
  • Vitamine: Besonders Vitamin A, D, E sowie B-Vitamine sind in erhöhter Konzentration enthalten, da die körpereigenen Reserven aus der Kolostralmilch abnehmen.
  • Mineralstoffe: Calcium, Phosphor, Zink, Eisen und Selen werden gezielt supplementiert, um das Skelettwachstum und die Immunfunktion zu unterstützen.

Ergänzend kommen häufig Prä- und Probiotika, organische Säuren und Enzyme zum Einsatz, die die Darmflora stabilisieren und Durchfallerkrankungen vorbeugen.

Für welche Tiere geeignet?

Das Absetzen betrifft grundsätzlich alle Säugetiere in der Nutztierhaltung und Heimtierhaltung. Die Zeitpunkte und Methoden unterscheiden sich erheblich:

  • Ferkel: Absetzen meist mit 21–28 Tagen. Besonders kritische Phase wegen des unreifen Verdauungstrakts. Starterfutter mit hoher Verdaulichkeit ist essenziell.
  • Kälber: Absetzen zwischen der 8. und 12. Lebenswoche. Kälberstarter mit hohem Getreideanteil fördert die Pansenentwicklung. Heu und Wasser müssen frühzeitig angeboten werden.
  • Fohlen: Absetzen im Alter von 4–6 Monaten. Spezielle Fohlenfutter mit angepasstem Calcium-Phosphor-Verhältnis unterstützen das Knochenwachstum.
  • Lämmer und Ziegenkitze: Absetzen mit 6–12 Wochen, abhängig von Rasse und Haltungssystem.
  • Welpen: Entwöhnung beginnt ab der 3.–4. Lebenswoche und ist mit 6–8 Wochen abgeschlossen. Welpenfutter als Alleinfuttermittel deckt den hohen Nährstoffbedarf ab.
  • Kätzchen: Absetzphase von der 4. bis zur 8. Lebenswoche mit schrittweiser Einführung von Feuchtfutter oder eingeweichtem Trockenfutter.

Fütterungsempfehlung

Ein erfolgreiches Absetzen basiert auf dem Prinzip der schrittweisen Umstellung. Abruptes Absetzen verursacht Stress, Futteraversion und Verdauungsstörungen. Folgende Grundregeln gelten tierartübergreifend:

  • Bereits vor dem eigentlichen Absetzen sollte das Jungtier Zugang zu Absetzfutter haben (sogenanntes Beifutter oder Creep Feed). So gewöhnt sich der Verdauungstrakt frühzeitig an feste Nahrung.
  • Die Futtermenge wird in den ersten Tagen nach dem Absetzen bewusst begrenzt und dann über 7–14 Tage gesteigert, um Überfressen und Durchfall zu vermeiden.
  • Das Fütterungsintervall sollte engmaschig sein – mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag (bei Ferkeln 4–6 Mal, bei Welpen 3–4 Mal) entlasten den Magen-Darm-Trakt.
  • Frisches Trinkwasser muss jederzeit verfügbar sein, da der Flüssigkeitsbedarf nach dem Wegfall der Milch deutlich ansteigt.
  • Die Futterration sollte über mindestens zwei Wochen nach dem Absetzen unverändert bleiben, bevor ein Wechsel auf ein Aufzuchtfutter oder ein anderes Ergänzungsfuttermittel erfolgt.

Vorteile & Nachteile

Vorteile eines gut geplanten Absetzens:

  • Das Muttertier wird entlastet und kann sich körperlich regenerieren, was besonders für die nächste Trächtigkeit oder Laktation relevant ist.
  • Jungtiere entwickeln frühzeitig einen funktionsfäh