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Apportierdummy

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Definition und Überblick

Ein Apportierdummy ist ein speziell für das Hundetraining entwickeltes Trainingshilfsmittel, das dem Hund das kontrollierte Aufnehmen, Tragen und Bringen von Gegenständen beibringt. Ursprünglich stammt der Dummy aus der Jagdhundeausbildung, wo er als Ersatz für erlegtes Wild dient. Heute wird er weit über die jagdliche Arbeit hinaus eingesetzt – in der Dummyarbeit als eigenständiger Hundesport, im Obedience-Training, zur geistigen Auslastung und als vielseitiges Beschäftigungsspielzeug für Hunde aller Rassen.

Der Begriff „Apportieren" leitet sich vom französischen Wort apporter (bringen, herbeibringen) ab und beschreibt das gezielte Herbeibringen eines Gegenstands auf Kommando. Der Dummy simuliert dabei ein Beutestück und nutzt den natürlichen Beutetrieb des Hundes, um erwünschtes Verhalten zu formen und zu festigen.

Aufbau und Materialien

Apportierdummies bestehen in der Regel aus robustem, reißfestem Stoff – häufig Canvas oder Cordura-Gewebe –, der mit Sand, Granulat oder Sägespänen gefüllt ist. Die Füllung verleiht dem Dummy ein realistisches Gewicht und sorgt dafür, dass er angenehm im Fang des Hundes liegt. Typische Merkmale eines Standard-Dummys sind:

  • Zylindrische Form: Die klassische Kissenform erleichtert dem Hund das Aufnehmen und Tragen.
  • Wurfschlaufe: Ein angenähtes Band am oberen Ende ermöglicht weites und gezieltes Werfen.
  • Signalfarben: Gängige Farben sind Grün, Orange und Weiß. Grüne Dummies sind im Gras schwer zu sehen und fördern den Einsatz der Nase, während orange und weiße Varianten die visuelle Markierung erleichtern.
  • Gewicht: Standard-Dummies wiegen zwischen 250 und 500 Gramm. Für Welpen und kleine Hunde gibt es leichtere Ausführungen ab etwa 80 Gramm.

Die Außenhülle ist in der Regel wasserabweisend oder zumindest schnelltrocknend, da Dummyarbeit häufig in Gewässernähe oder bei feuchter Witterung stattfindet.

Verschiedene Dummy-Typen

Neben dem Standard-Dummy existieren zahlreiche Sonderformen, die jeweils auf bestimmte Trainingsszenarien zugeschnitten sind:

  • Futterdummy (Futterbeutel): Ein Dummy mit Reißverschluss oder Klettverschluss, in den Leckerlis gefüllt werden. Der Hund lernt, den Beutel zurückzubringen, um an die Belohnung zu gelangen. Besonders geeignet für den Einstieg ins Apportiertraining.
  • Wasserdummy: Aus schwimmfähigem Material gefertigt, bleibt er an der Wasseroberfläche und eignet sich für das Training im Teich, See oder Fluss.
  • Felldummy: Mit echtem oder künstlichem Fell überzogen, simuliert er die Beschaffenheit von Wild. Er wird bevorzugt in der jagdlichen Ausbildung von Retrievern, Spaniels und Vorstehhunden verwendet.
  • Markierungsdummy: Ausgestattet mit Fähnchen oder Streamern, die während des Flugs flattern und dem Hund das visuelle Markieren erleichtern.
  • Gewichtsdummy: Schwere Ausführungen bis zu 2 Kilogramm, die den Hund auf das Tragen von größerem Wild vorbereiten.

Einsatzbereiche und Trainingsmethoden

Die Dummyarbeit gliedert sich klassisch in drei Grunddisziplinen, die unterschiedliche Fähigkeiten des Hundes ansprechen:

Markieren: Der Hund beobachtet den Wurf des Dummys, merkt sich die Fallstelle und wird anschließend zum Apportieren geschickt. Diese Übung trainiert Aufmerksamkeit, Gedächtnis und die Fähigkeit, Entfernungen einzuschätzen.

Einweisen (Blindes Apport): Der Hund hat den Dummy nicht fallen sehen und wird vom Hundeführer per Handzeichen, Pfeifsignal und verbalen Kommandos zur Fundstelle dirigiert. Diese Disziplin erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund und gilt als Königsdisziplin der Dummyarbeit.

Verlorensuche (Freiverlorensuche): Der Hund wird in ein Gebiet geschickt, in dem vorab ein oder mehrere Dummies ausgelegt wurden. Er sucht selbstständig mit der Nase und bringt die Fundstücke einzeln zurück. Diese Aufgabe fördert die Nasenarbeit und das selbstständige Arbeiten.

Über die jagdliche Ausbildung hinaus eignet sich der Apportierdummy hervorragend zur artgerechten Beschäftigung. Er bietet eine sinnvolle Alternative zum reinen Ballwerfen, da er den Hund geistig fordert, ohne den unkontrollierten Hetzinstinkt zu verstärken. Statt in hektische Jagd zu verfallen, lernt der Hund Impulskontrolle, Steadiness (ruhiges Warten trotz Reiz) und kontrolliertes Arbeiten.

Für welche Hunde geeignet?

Grundsätzlich kann jeder Hund Dummyarbeit erlernen, unabhängig von Rasse und Größe. Besonders prädestiniert sind Retriever-Rassen wie der Labrador Retriever und Golden Retriever, die züchterisch auf das Apportieren selektiert wurden und eine ausgeprägte Bringfreude mitbringen. Aber auch Spaniel-Rassen, Deutsche Wachtelhunde, Pudel und zahlreiche Mischlingshunde profitieren von der systematischen Arbeit mit dem Dummy.

Für Welpen empfiehlt sich der Einstieg mit einem leichten, weichen Welpen-Dummy oder einem Futterbeutel. Das spielerische Heranführen an das Aufnehmen und Tragen legt den Grundstein für spätere, anspruchsvollere Aufgaben. Ältere Hunde oder Hunde mit Gelenkproblemen können durch kürzere Distanzen und leichtere Dummies ebenfalls sinnvoll beschäftigt werden, da die geistige Beanspruchung im Vordergrund steht.

Pflege und Haltbarkeit

Apportierdummies sind bei sachgemä