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Ausströmer

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Haltung & Pflege > Klima & Technik

Definition & Überblick

Ein Ausströmer ist ein technisches Zubehörteil in der Aquaristik, das mithilfe einer Luftpumpe fein verteilte Luftblasen ins Aquarienwasser abgibt. Er dient in erster Linie dazu, den Sauerstoffgehalt im Becken zu erhöhen, indem er die Wasseroberfläche bewegt und so den Gasaustausch zwischen Wasser und Umgebungsluft fördert. Ausströmer bestehen meist aus porösem Material – etwa Keramik, Lindenholz oder Kunststoff – und werden über einen Luftschlauch mit einer Membranpumpe verbunden. Sie zählen zur Grundausstattung vieler Aquarien und kommen auch in der Terraristik bei Wasserbecken, in Gartenteichen sowie in der professionellen Fischzucht zum Einsatz.

Im Bereich Klima & Technik der artgerechten Tierhaltung spielt der Ausströmer eine zentrale Rolle, wenn es um die Sicherstellung einer ausreichenden Sauerstoffversorgung geht. Besonders in dicht besetzten Becken, bei hohen Wassertemperaturen oder in Aufzuchtbehältern ist ein Ausströmer oft unverzichtbar, weil warmes Wasser weniger Sauerstoff bindet als kaltes und der Bedarf bei vielen Tieren gleichzeitig steigt.

Grundlagen & Voraussetzungen

Um einen Ausströmer sinnvoll einzusetzen, braucht es ein grundlegendes Verständnis des Gasaustauschs im Aquarium. Der weit verbreitete Irrglaube lautet, die aufsteigenden Luftblasen selbst würden den Sauerstoff ins Wasser bringen. Tatsächlich ist die Kontaktfläche einzelner Blasen viel zu gering dafür. Der eigentliche Effekt entsteht durch die Oberflächenbewegung: Die aufsteigenden Blasen erzeugen eine Strömung, die sauerstoffarmes Wasser aus tieferen Schichten nach oben befördert und die Wasseroberfläche in Bewegung versetzt. Dort findet der entscheidende Gasaustausch statt – Sauerstoff wird aufgenommen, überschüssiges CO₂ entweicht.

Die wichtigsten Komponenten eines funktionierenden Belüftungssystems sind:

  • Luftpumpe (Membranpumpe): Sie erzeugt den nötigen Luftdruck. Die Leistung sollte zur Beckengröße passen.
  • Luftschlauch: Standardmäßig 4/6 mm Durchmesser, verbindet Pumpe und Ausströmer.
  • Rückschlagventil: Verhindert, dass Wasser bei Stromausfall in die Pumpe zurückläuft.
  • Ausströmerstein oder -leiste: Das eigentliche Element, das die Luft fein verteilt.
  • Regulierventil (optional): Ermöglicht die Feineinstellung der Luftmenge.

Voraussetzung für den Einsatz ist außerdem die Kenntnis der gehaltenen Tierart. Manche Fische, Garnelen oder Amphibien bevorzugen ruhige Gewässer mit wenig Strömung. Andere – etwa Bachbewohner wie Schmerlen oder bestimmte Buntbarsche – profitieren von einer kräftigen Wasserbewegung. Auch in der Terraristik, etwa bei Wasserschildkröten oder Axolotln, kann ein Ausströmer den Sauerstoffgehalt im Wasseranteil des Geheges verbessern.

Praktische Umsetzung

Der Ausströmer wird am Boden des Aquariums platziert, idealerweise an einer Stelle, an der die erzeugte Strömung eine gute Wasserzirkulation im gesamten Becken bewirkt. Bei länglichen Becken eignen sich Ausströmerleisten, die über die gesamte Rückwand verlaufen und eine gleichmäßige Belüftung sicherstellen. In kleineren Becken reichen runde Ausströmersteine mit einem Durchmesser von zwei bis fünf Zentimetern.

Der Aufbau ist unkompliziert: Luftschlauch auf die Pumpe stecken, ein Rückschlagventil zwischenschalten, das andere Ende auf den Ausströmer setzen, diesen im Becken versenken und die Pumpe einschalten. Der Ausströmer muss vollständig unter Wasser liegen, damit er korrekt funktioniert. Bei Bedarf lässt er sich mit einem Saugnapf oder durch Eingraben in den Bodengrund fixieren.

Wichtig ist die regelmäßige Wartung: Ausströmer aus Keramik und Lindenholz setzen sich mit der Zeit durch Algen, Kalk und Bakterienbeläge zu. Die Blasen werden dann ungleichmäßig, gröber oder bleiben ganz aus. Keramikausströmer lassen sich in Essigwasser einlegen und mit einer Bürste reinigen. Ausströmer aus Lindenholz sind Verschleißteile und sollten alle vier bis acht Wochen ausgetauscht werden. Kunststoffausströmer halten länger, erzeugen aber häufig gröbere Blasen.

In bepflanzten Aquarien mit CO₂-Düngung sollte der Ausströmer nur nachts laufen, da er tagsüber das zugeführte Kohlendioxid austreibt und so das Pflanzenwachstum bremst. Eine Zeitschaltuhr ist hier eine sinnvolle Ergänzung.

Häufige Fehler

  • Fehlendes Rückschlagventil: Bei Stromausfall kann Wasser durch den Schlauch in die Pumpe laufen und diese zerstören – oder schlimmer, das Becken teilweise leerlaufen lassen, wenn die Pumpe unterhalb des Wasserspiegels steht.
  • Zu starke Belüftung: Eine überdimensionierte Pumpe erzeugt heftige Strömung und Oberflächenbewegung, die ruhebedürftige Arten wie Kampffische, Fadenfische oder Zwergkrebse massiv stresst. Artgerechte Haltung bedeutet auch, die Technik an die Bedürfnisse der Tiere anzupassen.
  • Verstopfte Ausströmer nicht ersetzen: Ein zugesetzter Ausströmer erhöht den Gegendruck auf die Membranpumpe, verkürzt deren Lebensdauer und liefert kaum noch Belüftung.
  • Pumpe direkt auf dem Schrank: Membranpumpen vibrieren. Ohne Entkopplung – etwa durch eine Schaumstoffunterlage oder hängende Montage – überträgt sich der Schall auf Möbel und Wände, was sowohl Halter als auch lärmempfindliche Tiere stört.
  • Dauerbetrieb in CO