T Tierlexikon.net
← Lexikon

Kater

K

Zucht & Fortpflanzung > Geschlecht & Status

Definition und Überblick

Als Kater wird ein männliches Tier aus der Familie der Katzenartigen (Felidae) bezeichnet. Im engeren und gebräuchlichsten Sinn bezieht sich der Begriff auf das männliche Exemplar der Hauskatze (Felis catus). Die weibliche Entsprechung wird schlicht als Katze oder, in der Zucht präziser, als Kätzin bezeichnet. In der Fachsprache der Katzenzucht ist zudem der Begriff Deckkater für ein zur Fortpflanzung eingesetztes, unkastriertes Männchen geläufig. Ein kastrierter Kater wird umgangssprachlich als Kastrat bezeichnet, wobei dieser Terminus in der Zuchtpraxis selten Verwendung findet, da kastrierte Tiere aus dem Zuchtgeschehen ausscheiden.

Geschlechtsbestimmung und körperliche Merkmale

Die Geschlechtsbestimmung bei Katzen ist bereits im Welpenalter möglich, erfordert jedoch Erfahrung. Beim Kater liegt der Abstand zwischen Anus und Genitalöffnung deutlich weiter auseinander als bei weiblichen Tieren – etwa 2,5 bis 3 Zentimeter bei Kitten, während er bei weiblichen Welpen nur rund 1 Zentimeter beträgt. Die Genitalöffnung des Katers erscheint rund, die der Kätzin eher schlitzförmig. Ab einem Alter von etwa sechs bis acht Wochen lassen sich die Hoden (Testes) im Hodensack ertasten, was die Bestimmung erheblich vereinfacht.

Ausgewachsene Kater unterscheiden sich in mehreren Punkten von weiblichen Artgenossen:

  • Körpergröße und Gewicht: Kater sind im Durchschnitt 10 bis 30 Prozent schwerer als Kätzinnen derselben Rasse. Bei der Europäischen Kurzhaarkatze erreichen Kater häufig 5 bis 7 Kilogramm, während Weibchen bei 3,5 bis 5 Kilogramm liegen.
  • Kopfform: Intakte (unkastrierte) Kater entwickeln unter dem Einfluss von Testosteron ausgeprägte Backen, sogenannte Katerbacken oder Backenwülste. Diese dienen als sekundäres Geschlechtsmerkmal und als Schutz bei Revierkämpfen.
  • Penisdornen: Der Penis des unkastrierten Katers trägt kleine, nach hinten gerichtete Hornstacheln (Penile Spines), die beim Deckakt den Eisprung der Kätzin auslösen. Nach einer Kastration bilden sich diese Stacheln zurück.

Geschlechtsreife und Fortpflanzungsverhalten

Die Geschlechtsreife tritt beim Kater in der Regel zwischen dem fünften und zwölften Lebensmonat ein, wobei Rasse, Ernährungszustand und Tageslichtlänge den Zeitpunkt beeinflussen. Langhaarrassen wie Maine Coon oder Norwegische Waldkatze reifen tendenziell später heran als kurzhaarige Rassen. Erste Anzeichen der Geschlechtsreife sind vermehrtes Harnmarkieren mit stark riechendem Urin, gesteigertes Revierverhalten und der Drang, das häusliche Umfeld zu verlassen.

Ein geschlechtsreifer, intakter Kater zeigt charakteristische Verhaltensweisen:

  • Markieren: Durch Sprühmarkieren mit Urin, der Sekrete aus den Analdrüsen enthält, signalisiert der Kater seine Präsenz und Paarungsbereitschaft.
  • Revierverhalten: Kater beanspruchen deutlich größere Territorien als Kätzinnen. Freilaufende Kater können Reviere von mehreren Hektar kontrollieren.
  • Paarungsruf: Lautstarkes, ausdauerndes Rufen dient der Kontaktaufnahme mit rolligen Kätzinnen.
  • Konkurrenzkämpfe: Zwischen rivalisierenden Katern kommt es zu teilweise heftigen Auseinandersetzungen, die zu Bissverletzungen und damit verbundenen Infektionsrisiken führen.

Der Deckakt selbst dauert nur wenige Sekunden. Der Kater packt die Kätzin mit einem Nackenbiss (Kopulationsgriff), um sie ruhig zu halten. Beim Rückzug des Penis lösen die Penisdornen bei der Kätzin einen Schmerzreiz aus, der reflexartig die Ovulation stimuliert. Katzen gehören damit zu den induzierten Ovuliererinnen – der Eisprung findet nicht spontan statt, sondern wird durch den Deckakt ausgelöst.

Der Kater in der Zucht

In der organisierten Rassekatzenzucht nimmt der Zuchtkater eine zentrale Stellung ein. Da ein einzelner Kater im Verlauf seines Zuchtlebens eine weitaus größere Anzahl an Nachkommen zeugen kann als eine einzelne Kätzin hervorbringt, ist die genetische Selektion des Deckkaters von besonderer Bedeutung. Züchter achten bei der Auswahl auf Rassestandard, Gesundheit, Erbkrankheitsfreiheit und Stammbaum.

Vor dem Zuchteinsatz werden seriöse Züchter genetische Tests durchführen lassen, um rassetypische Erbkrankheiten wie HCM (Hypertrophe Kardiomyopathie), PKD (Polyzystische Nierenerkrankung) oder PRA (Progressive Retinaatrophie) auszuschließen. Die meisten Zuchtverbände verlangen zudem einen negativen Test auf FeLV (Felines Leukämievirus) und FIV (Felines Immundefizienzvirus).

Die Haltung eines Zuchtkaters stellt besondere Anforderungen. Intakte Kater markieren intensiv, was die reine Wohnungshaltung erschwert. Viele Züchter stellen ihren Katern separate, großzügig gestaltete Räumlichkeiten mit Außengehege zur Verfügung. Die Deckfrequenz sollte sorgfältig gesteuert werden, um Übernutzung zu vermeiden und die Samenqualität zu erhalten.

Kastration und ihre Auswirkungen

Die Kastration (Orchiektomie) ist der häufigste veterinärmedizinische Eingriff beim Kater. Dabei werden beide Hoden operativ entfernt, wodurch die Produktion von Testosteron und Sp