Katze
KZucht & Fortpflanzung > Geschlecht & Status
Definition und Überblick
Der Begriff Katze bezeichnet im engeren Sinne ein weibliches Tier der Art Felis catus, also der domestizierten Hauskatze. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird das Wort jedoch geschlechtsunabhängig als Oberbegriff für die gesamte Tierart verwendet. Innerhalb der Zucht und Fortpflanzung spielt die genaue Unterscheidung zwischen dem weiblichen und dem männlichen Tier – dem Kater – eine zentrale Rolle, da Geschlecht und Fortpflanzungsstatus maßgeblich über Verhalten, Haltungsanforderungen und züchterische Eignung entscheiden.
Geschlechtsbestimmung bei Katzen
Die Bestimmung des Geschlechts erfolgt bei Kitten bereits kurz nach der Geburt, wobei sie in den ersten Lebenswochen nicht immer eindeutig ist. Zur Unterscheidung betrachtet man den Anogenitalabstand – also den Abstand zwischen After und Geschlechtsöffnung. Bei weiblichen Kitten ist dieser Abstand deutlich geringer als bei männlichen. Die Genitalöffnung der Kätzin ähnelt einem kleinen Schlitz, während sie beim Kater eher rund erscheint. Bei männlichen Tieren lässt sich ab einem Alter von etwa sechs bis acht Wochen zudem die Anlage des Hodensacks ertasten.
Erfahrene Züchter und Tierärzte können das Geschlecht in der Regel zuverlässig bestimmen. Bei Unsicherheiten, etwa weil die Hoden bei jungen Katern noch nicht vollständig abgestiegen sind (Kryptorchismus), schafft eine spätere Nachuntersuchung Klarheit. In seltenen Fällen treten chromosomale Besonderheiten auf, wie etwa bei dreifarbigen Katern (Schildpattmuster), die fast ausschließlich weiblich vorkommen und bei männlichen Tieren auf eine XXY-Chromosomenkonstellation (Klinefelter-Syndrom) hindeuten.
Die weibliche Katze: Kätzin und Zuchtkatze
Eine weibliche Katze wird als Kätzin bezeichnet, in der Zuchtterminologie auch als Queen. Die Geschlechtsreife tritt je nach Rasse, Ernährungszustand und Lichteinfluss zwischen dem vierten und zwölften Lebensmonat ein. Langhaarrassen wie die Perserkatze erreichen die Geschlechtsreife tendenziell später als kurzhaarige Rassen wie die Siamkatze.
Die Kätzin ist saisonal polyöstrisch: Sie durchläuft während der Fortpflanzungssaison, die in unseren Breiten vorwiegend von Februar bis September reicht, mehrere Zyklen. Eine Besonderheit der Katze ist die induzierte Ovulation – der Eisprung wird erst durch den Deckakt selbst ausgelöst. Ohne Paarung kann die Rolligkeit in kurzen Abständen wiederkehren, was als Dauerrolligkeit bekannt ist und erheblichen Stress für das Tier bedeutet.
Typische Anzeichen der Rolligkeit (Östrus) sind verstärktes Maunzen, Rollen auf dem Boden, Reiben an Gegenständen, die charakteristische Lordosestellung bei Berührung des Rückens sowie ein gesteigertes Bedürfnis nach Zuwendung oder, im Gegenteil, Unruhe und Fluchtverhalten. Nicht kastrierte Freigängerkatzen versuchen während dieser Phase aktiv, einen Kater zu finden.
Der Kater: Geschlechtsmerkmale und Verhalten
Das männliche Tier wird als Kater bezeichnet. Geschlechtsreife Kater entwickeln typische sekundäre Geschlechtsmerkmale: einen breiteren Kopf, einen kräftigeren Nacken und sogenannte Katerbacken (Wangenpolster), die besonders bei unkastrierten Tieren ausgeprägt sind. Zudem besitzen Kater am Penisschaft kleine Hornstacheln (Penisstacheln), die bei der Paarung die Ovulation der Kätzin auslösen.
Geschlechtsreife, nicht kastrierte Kater zeigen ein ausgeprägtes Territorialverhalten. Sie markieren ihr Revier mit stark riechendem Harn, streifen über weite Gebiete und geraten häufig in Kämpfe mit Rivalen. Dieses Verhalten ist hormonell gesteuert und wird durch Testosteron reguliert. Der strenge Geruch des Katerurins entsteht durch die Aminosäure Felinin, die in hoher Konzentration im Urin unkastrierter Kater vorkommt.
Kastration und Sterilisation: Veränderung des Fortpflanzungsstatus
Die Kastration ist der häufigste veterinärmedizinische Eingriff zur Veränderung des Fortpflanzungsstatus. Dabei werden beim Kater die Hoden (Orchiektomie) und bei der Kätzin die Eierstöcke – oft zusammen mit der Gebärmutter (Ovariohysterektomie) – entfernt. Im Unterschied dazu werden bei einer Sterilisation lediglich die Samen- bzw. Eileiter durchtrennt, sodass die Hormonproduktion erhalten bleibt. In der Praxis wird bei Katzen fast ausschließlich die Kastration durchgeführt, da sie neben der Unfruchtbarkeit auch die hormonbedingten Verhaltensweisen und gesundheitlichen Risiken reduziert.
Vorteile der Kastration umfassen:
- Wegfall der Rolligkeit und des damit verbundenen Stresses bei der Kätzin
- Deutliche Reduktion des Markierverhaltens und der Aggressivität beim Kater
- Geringeres Risiko für Gesäugetumoren und Gebärmutterentzündungen (Pyometra) bei weiblichen Tieren
- Reduktion von Revierkämpfen und damit verbundenen Verletzungen sowie Infektionskrankheiten wie FIV (Felines Immundefizienzvirus)
- Vermeidung unkontrollierter Vermehrung und Beitrag zum Tierschutz
Der empfohlene Zeitpunkt für die Kastration liegt in der Regel vor Eintritt der Geschlechtsreife, also zwischen dem fünften und siebten Lebensmonat. In der Frühkastration, wie sie etwa in Tierheimen praktiziert wird, erfolgt der Eingriff bereits ab der achten bis zwölften Lebenswoche, was nach aktuellem Wissensstand keine Nachteile