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Kies

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Haltung & Pflege > Einrichtung & Substrat

Definition & Überblick

Kies bezeichnet ein loses Substrat aus abgerundeten Gesteinskörnern mit einer Korngröße zwischen etwa 2 und 64 Millimetern. In der Tierhaltung spielt Kies vor allem als Bodengrund in Aquarien und Terrarien eine zentrale Rolle, findet aber auch in Außengehegen, Volieren und Freilandanlagen Verwendung. Je nach Korngröße unterscheidet man Feinkies (2–6 mm), Mittelkies (6–20 mm) und Grobkies (20–64 mm). Das Material besteht meist aus Quarz, Basalt, Granit oder Kalkstein – die mineralogische Zusammensetzung beeinflusst direkt die Wasserchemie und damit das Wohlbefinden der gehaltenen Tiere.

Als Einrichtungsbestandteil erfüllt Kies mehrere Funktionen gleichzeitig: Er dient als Substrat für Pflanzen, als Siedlungsfläche für nützliche Bakterien, als Gestaltungselement und – bei grabfreudigen Arten – als Beschäftigungsmaterial. Die Wahl des richtigen Kieses gehört zu den grundlegenden Entscheidungen bei der artgerechten Einrichtung eines Lebensraums für Tiere in menschlicher Obhut.

Grundlagen & Voraussetzungen

Bevor Kies als Substrat eingesetzt wird, müssen mehrere Faktoren berücksichtigt werden:

  • Tierart und natürlicher Lebensraum: Die Wahl der Korngröße und des Materials orientiert sich am natürlichen Habitat. Bodenbewohnende Fische wie Panzerwelse oder Schmerlen benötigen feinen, rundkörnigen Kies, der die empfindlichen Barteln nicht verletzt. Für Buntbarsche aus dem Malawisee eignet sich kalkhaltiger Kies, der den pH-Wert stabilisiert. In Schildkröten-Gehegen kann Grobkies als Drainage dienen, während er in Vogelvolieren den Boden befestigt und gleichzeitig als Grit zur Verdauungsunterstützung aufgenommen wird.
  • Wasserbeeinflussung: Kalkhaltige Kiessorten (z. B. Marmorkies, Korallenkies) härten das Wasser auf und erhöhen den pH-Wert. Quarz- und Naturkies gelten als weitgehend pH-neutral. Für Weichwasser-Arten aus südamerikanischen oder südostasiatischen Biotopen ist ausschließlich kalkfreier Kies geeignet.
  • Korngröße und Tierverhalten: Grabende Tiere brauchen feineres Substrat, damit sie ihr natürliches Verhalten ausleben können. Zu feiner Kies kann jedoch in Aquarien zu anaeroben Zonen und Faulschlammbildung führen, zu grober Kies lässt Futterreste zwischen den Steinen verschwinden und begünstigt Schadstoffansammlungen.
  • Scharfkantigkeit: Ausschließlich abgerundeter Kies kommt für die Haltung empfindlicher Arten infrage. Gebrochenes Gestein (Split) kann zu Verletzungen an Bauch, Flossen, Pfoten oder Haut führen und ist aus Tierschutzsicht für viele Anwendungsbereiche ungeeignet.

Praktische Umsetzung

Vor dem Einbringen in Aquarium, Terrarium oder Gehege muss Kies gründlich gewaschen werden. Dazu füllt man das Material portionsweise in einen Eimer und spült es unter fließendem Wasser so lange durch, bis das ablaufende Wasser klar bleibt. Dieser Schritt entfernt Staub, Schmutzpartikel und eventuelle Schadstoffe. Auf Reinigungsmittel oder Seife wird dabei konsequent verzichtet.

Schichthöhe im Aquarium: Für bepflanzte Aquarien empfiehlt sich eine Kiesschicht von 5 bis 8 Zentimetern. Im vorderen Bereich darf die Schicht dünner sein (3–4 cm), nach hinten hin leicht ansteigen – das erzeugt optische Tiefe und bietet Pflanzen im Hintergrund ausreichend Halt. Unter dem Kies kann eine dünne Schicht Langzeitdünger oder Nährboden eingebracht werden, um das Pflanzenwachstum zu fördern.

Im Terrarium: Bei Reptilien und Amphibien dient Kies oft als Drainageschicht unter dem eigentlichen Bodengrund. Eine 2 bis 4 Zentimeter dicke Kiesschicht am Boden, abgedeckt mit Vlies und darüber das artspezifische Substrat, verhindert Staunässe und beugt Schimmelbildung vor. Für Wüstenterrarien kann Kies auch als sichtbares Oberflächensubstrat eingesetzt werden, sofern keine Verschluckungsgefahr besteht.

In Außengehegen und Volieren: Grobkies eignet sich als befestigter, leicht zu reinigender Untergrund in Teilbereichen von Freilandanlagen. In Volieren sorgt eine Kiesschicht für gute Drainage bei Regen und bietet Vögeln die Möglichkeit, Steinchen zur Unterstützung der Verdauung im Muskelmagen aufzunehmen. Die Schichthöhe beträgt hier 5 bis 10 Zentimeter.

Die regelmäßige Pflege umfasst im Aquarium das Absaugen von Mulm mit einer Mulmglocke bei jedem Teilwasserwechsel. In Terrarien und Gehegen wird verschmutzter Kies entnommen, gewaschen oder bei starker Verunreinigung vollständig ausgetauscht.

Häufige Fehler

  • Falsches Material: Baumarkt-Kies oder Kies aus der freien Natur kann Schadstoffe, Pestizide oder Krankheitserreger enthalten. Für die Tierhaltung sollte ausschließlich als unbedenklich deklariertes Substrat aus dem Zoofachhandel oder geprüftes Naturmaterial verwendet werden.
  • Ungewaschener Kies: Wird der Kies nicht gründlich gereinigt, trübt sich das Aquarienwasser sofort nach dem Befüllen stark ein. Im schlimmsten Fall gelangen Schwebstoffe in die Kiemen der Fische.
  • Falsche Korngröße für die gehaltene Art: Zu kleine Kieselsteine können von Fischen, Schildkröten oder Vögeln verschluckt werden und zu lebensbedrohlichen Darmverschlüssen führen. Die Korngröße muss so gewählt sein, dass eine orale Aufnahme entweder unmöglich oder – wie bei Grit für Vögel – unbedenklich ist.
  • Zu dicke Kiesschichten ohne Pflege: In Aquarien bilden sich bei übermäßig hohen,