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Laub

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Haltung & Pflege > Einrichtung & Substrat

Definition & Überblick

Laub bezeichnet die abgefallenen Blätter von Laubbäumen und Sträuchern, die in der artgerechten Terraristik und Kleintierhaltung als vielseitiges Naturmaterial eingesetzt werden. Als Bestandteil der Einrichtung und des Substrats erfüllt Laub gleich mehrere Funktionen: Es dient als Bodengrund, Versteckmöglichkeit, Feuchtigkeitsregulator und sogar als Futterquelle. In der modernen Tierhaltung hat sich Laub als unverzichtbares Element etabliert – insbesondere in der Haltung von Wirbellosen wie Asseln, Tausendfüßern und Schnecken, aber auch bei Amphibien, Reptilien und bestimmten Kleinsäugern. Die Verwendung von Laub im Gehege orientiert sich am natürlichen Lebensraum der Tiere und ist ein zentraler Baustein für eine naturnahe und tierschutzgerechte Haltung.

Grundlagen & Voraussetzungen

Nicht jedes Laub eignet sich gleichermaßen für die Tierhaltung. Die Auswahl der richtigen Blattarten ist entscheidend, da manche Blätter Gerbstoffe, ätherische Öle oder andere Substanzen enthalten, die bestimmten Tierarten schaden können.

  • Geeignete Laubarten: Eiche, Buche, Walnuss, Ahorn, Birke, Haselnuss und die Blätter verschiedener Obstbäume wie Apfel oder Kirsche gelten als besonders bewährt. Eichenlaub ist aufgrund seines hohen Gerbstoffgehalts leicht antimikrobiell und wird in der Aquaristik zusätzlich zur Wasseraufbereitung geschätzt. Buchenlaub zersetzt sich langsamer und eignet sich daher gut als langfristige Substratschicht.
  • Bedingt geeignete Laubarten: Kastanienlaub oder Platanenlaub wird von manchen Haltern verwendet, ist aber nicht für alle Tierarten uneingeschränkt empfehlenswert.
  • Ungeeignetes Laub: Blätter von Nadelbäumen (Nadeln sind streng genommen kein Laub), stark harzhaltigen Gewächsen, Eibe, Thuja oder anderen giftigen Pflanzen dürfen keinesfalls ins Gehege gelangen.

Grundsätzlich sollte nur Laub verwendet werden, das frei von Pestiziden, Herbiziden und Schadstoffen ist. Das Sammeln an viel befahrenen Straßen, in öffentlichen Parks mit regelmäßiger Spritzung oder in landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten ist daher tabu. Idealerweise stammt das Laub aus dem eigenen Garten, aus naturbelassenen Wäldern oder wird von spezialisierten Händlern bezogen.

Praktische Umsetzung

Vor dem Einsatz im Terrarium oder Gehege muss das Laub aufbereitet werden. Frisch gesammelte Blätter können Parasiten, Insekteneier oder Schimmelpilzsporen tragen. Folgende Methoden haben sich in der Praxis bewährt:

  • Trocknung: Das Laub wird an einem trockenen, gut belüfteten Ort ausgebreitet und vollständig getrocknet. Dieser Vorgang dauert je nach Witterung einige Tage bis Wochen. Trockenes Laub lässt sich anschließend gut lagern.
  • Überbrühung: Getrocknetes Laub wird kurz mit kochendem Wasser übergossen. Dadurch werden die meisten unerwünschten Keime und Kleinorganismen abgetötet, ohne dass die Blattstruktur zerstört wird.
  • Backen im Ofen: Bei etwa 80–100 °C für 20–30 Minuten im Backofen erhitzen. Diese Methode ist besonders gründlich, birgt aber bei zu hoher Temperatur die Gefahr, dass die Blätter zu stark austrocknen und zerfallen.

Im Terrarium wird das aufbereitete Laub als Schicht auf dem eigentlichen Substrat – etwa Erde, Kokoshumus oder Torf – verteilt. Die Schichtdicke richtet sich nach der gehaltenen Tierart. Für Asseln und Tausendfüßer, die Laub als primäre Nahrungsquelle nutzen, empfiehlt sich eine Schicht von drei bis fünf Zentimetern, die regelmäßig aufgefüllt wird. Bei der Haltung von Pfeilgiftfröschen, Geckos oder Schlangen reicht oft eine dünne Lage als Bodendekoration und Versteckmöglichkeit.

In feuchten Terrarien zersetzt sich Laub mit der Zeit durch Mikroorganismen und trägt so aktiv zur Bildung eines lebendigen Bodengrunds bei. Dieser Prozess ist gewollt und fördert ein stabiles Mikroklima. In bioaktiven Terrarien ist die Laubschicht ein essenzieller Bestandteil des Ökosystems, das Springschwänze, weiße Asseln und andere Destruenten als Reinigungscrew beherbergt.

Auch in der Aquaristik findet Laub Verwendung: Seemandelbaumblätter, Eichen- und Buchenlaub senken den pH-Wert leicht, geben Huminstoffe ab und schaffen naturnahe Bedingungen für viele Fisch- und Garnelenarten. Gleichzeitig dienen die Blätter als Weidefläche für Garnelen und Schnecken.

Häufige Fehler

  • Laub direkt vom Boden verwenden ohne Aufbereitung: Frisches, unbehandeltes Laub kann Schimmel, Parasiten und Krankheitserreger ins Gehege einschleppen. Die Aufbereitung ist kein optionaler Schritt, sondern eine Grundvoraussetzung.
  • Giftige Pflanzenarten verwenden: Wer Laub sammelt, ohne die Baumart sicher bestimmen zu können, geht ein erhebliches Risiko ein. Im Zweifel lieber auf bekannte, sichere Arten zurückgreifen oder Laub im Fachhandel kaufen.
  • Zu wenig Laub nachlegen: Gerade bei Wirbellosen, die Laub als Hauptnahrung benötigen, wird der Verbrauch oft unterschätzt. Eine regelmäßige Kontrolle und Nachfüllung ist unerlässlich, um Nahrungsengpässe zu vermeiden.
  • Schimmelbildung ignorieren: In feuchten Terrarien kann es zu lokaler Schimmelbildung auf dem Laub kommen. Leichter Oberflächenschimmel wird in bioaktiven Becken meist von Springschwänzen beseitigt. Starker oder großflächiger Schimmelbefall deutet jedoch auf ein Belüftungsproblem oder zu hohe Feuchtigkeit hin und muss behoben werden