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Naturholz

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Haltung & Pflege > Einrichtung & Substrat

Definition & Überblick

Als Naturholz werden unbehandelte Hölzer bezeichnet, die in der Tierhaltung als Einrichtungsgegenstände, Klettermöglichkeiten, Sitzgelegenheiten oder Strukturelemente im Gehege eingesetzt werden. Der Begriff umfasst Äste, Wurzeln, Stämme, Rindenstücke und Korkröhren, die keiner chemischen Behandlung mit Lacken, Lasuren oder Pestiziden unterzogen wurden. Naturholz gehört zu den wichtigsten Einrichtungsmaterialien in der artgerechten Haltung von Reptilien, Vögeln, Nagern, Spinnen und zahlreichen weiteren Heimtieren.

Die Verwendung von Naturholz erfüllt mehrere Funktionen gleichzeitig: Es dient als Klettermöglichkeit und Rückzugsort, strukturiert das Gehege in verschiedene Zonen, bietet Abrieb für Krallen und Schnäbel und ermöglicht artgerechte Beschäftigung. Gegenüber Kunststoff- oder Metallalternativen bietet Naturholz den Vorteil, dass es dem natürlichen Lebensraum der Tiere weit näher kommt und durch seine unregelmäßige Oberfläche die Motorik und Koordination fördert.

Grundlagen & Voraussetzungen

Nicht jede Holzart eignet sich für den Einsatz im Terrarium, in der Voliere oder im Nagergehege. Die Auswahl richtet sich nach der gehaltenen Tierart, der Gehegeart und den klimatischen Bedingungen im Inneren des Geheges.

Geeignete Holzarten:

  • Obstbaumhölzer (Apfel, Birne, Kirsche) – unbedenklich für Nager und Vögel, gut zum Benagen geeignet
  • Buche, Eiche, Birke – stabil, langlebig und für viele Tierarten geeignet
  • Weinreben – beliebt in Terrarien wegen der dekorativen Form und guten Klettereigenschaften
  • Kork (Korkrinde, Korkröhren) – ideal als Versteck in Terrarien für Reptilien, Amphibien und Wirbellose
  • Mopani- und Mangrovenholz – extrem hart und widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit, häufig in Aquarien und Feuchtterrarien verwendet

Ungeeignete Holzarten:

  • Nadelhölzer (Fichte, Kiefer, Tanne) – enthalten Harze und ätherische Öle, die für viele Tierarten schädlich oder reizend sind
  • Eibe, Thuja, Robinie – giftig für die meisten Heimtiere
  • Behandelte Hölzer – Holz aus dem Baumarkt ist häufig imprägniert, gestrichen oder chemisch konserviert und damit ungeeignet

Grundsätzlich gilt: Das Holz muss frei von Schimmel, Fäulnis, Parasiten und chemischen Rückständen sein. Bei Holz, das in der Natur gesammelt wird, ist darauf zu achten, dass es nicht von stark befahrenen Straßen, gespritzten Obstplantagen oder kontaminierten Böden stammt.

Praktische Umsetzung

Vor dem Einsetzen ins Gehege muss Naturholz gründlich vorbereitet werden. Die Aufbereitung dient dazu, Keime, Parasiten und unerwünschte Mitbewohner wie Milben oder Käferlarven zu beseitigen.

Schritt-für-Schritt-Aufbereitung:

  • Sichtprüfung: Das Holz auf Schimmelbefall, morsche Stellen und Insektenbefall untersuchen. Befallene Stücke aussortieren.
  • Mechanische Reinigung: Lose Rinde, Moos und Erdreste mit einer Bürste entfernen.
  • Wässern: Das Holz für einige Stunden in heißes Wasser einlegen. Bei Aquarienholz kann das Wässern mehrere Tage bis Wochen dauern, um Gerbstoffe auszuschwemmen, die das Wasser braun färben.
  • Erhitzen: Kleinere Stücke im Backofen bei 100–120 °C für etwa 60 Minuten erhitzen. Das tötet zuverlässig Parasiten und deren Eier ab. Größere Stücke können mit kochendem Wasser übergossen werden.
  • Trocknen: Das Holz vollständig durchtrocknen lassen, bevor es in trockene Gehege eingesetzt wird. In Feuchtterrarien ist eine moderate Restfeuchte akzeptabel.

Beim Einrichten des Geheges sollte das Naturholz stabil befestigt werden. Schwere Steine als Basis, Schraubverbindungen an der Rückwand oder Verkeilung zwischen Seitenwänden verhindern, dass Kletteräste umfallen und Tiere verletzen oder einklemmen. Die Anordnung der Hölzer sollte verschiedene Ebenen im Gehege schaffen, um den Tieren Auslauf, Klettergelegenheiten und Rückzugsorte in unterschiedlichen Höhen zu bieten.

In Feuchtterrarien und Aquarien muss zusätzlich die Wasserverträglichkeit des Holzes berücksichtigt werden. Manche Hölzer schwimmen auf und müssen beschwert oder vorgewässert werden. Andere setzen Huminstoffe frei, was bei manchen Fischarten erwünscht ist, bei anderen jedoch den pH-Wert ungünstig beeinflusst.

Häufige Fehler

  • Verwendung giftiger Holzarten: Einer der gefährlichsten Fehler. Wer sich bei einer Holzart unsicher ist, sollte sie nicht verwenden. Im Zweifelsfall liefert der Fachhandel geprüftes Naturholz.
  • Fehlende Aufbereitung: Holz direkt aus dem Wald ins Gehege zu setzen, birgt das Risiko, Milben, Pilzsporen oder Parasiten einzuschleppen, die den Tierbestand gefährden.
  • Instabile Befestigung: Lose aufgestellte, schwere Äste oder Wurzeln können umkippen. Besonders bei grabenden Tieren wie Bartagamen oder Hamstern kann das Substrat unter dem Holz wegrutschen.
  • Zu wenig Holz im Gehege: Ein einzel