Picksteinchen
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Definition und Überblick
Picksteinchen, auch als Picksteine, Mineralsteine oder Vogelsteine bezeichnet, sind kompakte Blöcke aus mineralischen und teils pflanzlichen Bestandteilen, die Ziervögeln und Nutzgeflügel als Nahrungsergänzung in den Käfig oder die Voliere gehängt oder gestellt werden. Sie dienen in erster Linie der Versorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen, unterstützen die Verdauung und bieten den Vögeln gleichzeitig eine Beschäftigungsmöglichkeit. In der Heimvogelhaltung gehören Picksteinchen zur Grundausstattung und sind im Fachhandel in zahlreichen Varianten erhältlich – von schlichten Kalksteinen bis hin zu farbigen Formsteinen mit Kräuterzusätzen.
Zusammensetzung und Inhaltsstoffe
Die Basis der meisten Picksteinchen bildet Calciumcarbonat (kohlensaurer Kalk), oft gewonnen aus gemahlenen Muschelschalen, Austernschalen oder natürlichem Kalkstein. Dieser Hauptbestandteil liefert den für den Knochenbau, die Eierschalenbildung und den Stoffwechsel unverzichtbaren Mineralstoff Calcium. Daneben enthalten hochwertige Picksteine weitere Komponenten:
- Mineralien und Spurenelemente: Phosphor, Magnesium, Eisen, Zink, Mangan, Jod und Natrium sind häufige Zusätze, die den natürlichen Bedarf von Vögeln abdecken sollen.
- Grit und Quarzsand: Kleine, unlösliche Steinpartikel unterstützen die mechanische Zerkleinerung der Nahrung im Muskelmagen. Manche Picksteinchen enthalten bereits Grit-Anteile.
- Sepiaschale: Einige Produkte verwenden gemahlene Sepiaschale (Schulp des Tintenfischs) als Calciumquelle. Sepiaschale wird auch separat als Alternative zum Pickstein angeboten.
- Kräuter, Kohle und Tonerde: Aktivkohle soll die Bindung von Schadstoffen im Verdauungstrakt fördern, Heilerde liefert zusätzliche Mineralien, und getrocknete Kräuter wie Anis, Petersilie oder Oregano sollen die Akzeptanz erhöhen.
- Bindemittel: Gips, Ton oder pflanzliche Bindemittel halten den Stein in Form, sodass er beim Bepicken nicht sofort zerfällt, sondern sich langsam abträgt.
Je nach Hersteller und Zielvogelart variiert die Rezeptur erheblich. Picksteine für Großpapageien sind deutlich härter gepresst als solche für Wellensittiche oder Kanarienvögel, damit sie der stärkeren Schnabelkraft standhalten und nicht zu schnell aufgebraucht werden.
Funktion und Nutzen für Vögel
Picksteinchen erfüllen mehrere Aufgaben gleichzeitig. Ihre wichtigste Rolle ist die Mineralstoffversorgung. Körnerfressende Vögel nehmen über die übliche Saatenmischung zwar Energie und Proteine auf, doch der Gehalt an Calcium, Natrium und verschiedenen Spurenelementen reicht häufig nicht aus. Besonders in der Brutzeit, während der Mauser oder im Wachstum steigt der Bedarf deutlich an. Ein frei zugänglicher Pickstein ermöglicht es dem Vogel, seinen Bedarf selbstständig und bedarfsgerecht zu regulieren.
Daneben unterstützen die abgelösten Partikel die Verdauung. Vögel besitzen keinen bezahnten Kiefer. Stattdessen zerkleinern sie aufgenommene Körner im Muskelmagen mithilfe von Magensteinen, sogenannten Gastrolithen. Picksteinchen liefern Material, das diese Funktion ergänzt – insbesondere dann, wenn der Vogel keinen Zugang zu natürlichem Bodengrund hat.
Nicht zu unterschätzen ist der Beschäftigungseffekt. In freier Wildbahn verbringen Vögel einen Großteil des Tages mit der Nahrungssuche. In der Käfighaltung fällt dieses Verhalten weitgehend weg, was zu Langeweile und Verhaltensstörungen wie Federrupfen führen kann. Das Bepicken eines Mineralsteins simuliert natürliches Futter-Such-Verhalten und trägt zur artgerechten Beschäftigung bei.
Zusätzlich dient das regelmäßige Bearbeiten des Steins der Schnabelpflege. Der Schnabel von Papageienvögeln und anderen Körnerfressern wächst kontinuierlich nach. Durch das Benagen harter Oberflächen wird überschüssiges Hornmaterial auf natürliche Weise abgerieben, was einer ungesunden Schnabelverlängerung entgegenwirkt.
Anwendung und Anbringung
Picksteinchen werden in der Regel mit einer Metallklammer oder einem Drahthalter an den Käfigstäben befestigt. Manche Modelle verfügen über eine integrierte Aufhängeöse oder werden in einem speziellen Halter auf eine Sitzstange gesteckt. Die Positionierung sollte so gewählt werden, dass der Vogel den Stein bequem erreichen kann, ohne sich dabei verrenken zu müssen. Gleichzeitig sollte der Stein nicht direkt über Futternäpfen oder Wasserspendern hängen, da herabfallende Brösel das Trinkwasser verunreinigen können.
Ein Pickstein sollte dauerhaft verfügbar sein. Die aufgenommene Menge reguliert der Vogel selbst. Ein Stein, der nach einigen Wochen deutlich kleiner geworden ist, wird einfach durch einen neuen ersetzt. Verschmutzungen durch Kot oder Futterreste sollten regelmäßig entfernt werden, da sie die Akzeptanz verringern und ein Hygienerisiko darstellen.
Auswahl und Qualitätsmerkmale
Beim Kauf von Picksteinchen lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste. Hochwertige Produkte verzichten auf künstliche Farbstoffe, Aromastoffe und übermäßig zugesetzten Zucker. Bunte Formsteine in Obst- oder Tierform mögen optisch ansprechend sein, enthalten jedoch häufig Zusätze, die für den Vogel keinen Mehrwert bieten. Naturbelassene Kalk- oder Mineralsteine mit deklariertem Mineralstoffprofil sind in der Regel die bessere Wahl.
Für verschiedene Vogelarten gibt es angepasste Produkte:
- Wellensittiche und Kanarienv