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Sau

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Zucht & Fortpflanzung > Geschlecht & Status

Definition und Überblick

Als Sau wird das geschlechtsreife weibliche Hausschwein (Sus scrofa domesticus) bezeichnet. Der Begriff gehört zur grundlegenden Fachterminologie in der Schweinehaltung und Schweinezucht und grenzt das erwachsene weibliche Tier von anderen Alters- und Geschlechtsgruppen innerhalb einer Herde ab. In der Wildbiologie wird das weibliche Wildschwein (Sus scrofa) analog als Bache bezeichnet, während der Ausdruck „Sau" traditionell dem domestizierten Schwein vorbehalten ist. In der landwirtschaftlichen Praxis unterscheidet man weiter zwischen der Jungsau, die noch nicht abgeferkelt hat, und der Altsau, die bereits einen oder mehrere Würfe aufgezogen hat.

Begriffsabgrenzung innerhalb der Schweinehaltung

Die Terminologie rund um das Schwein ist stark nach Geschlecht, Alter und Fortpflanzungsstatus gegliedert. Die folgende Übersicht ordnet die Sau in dieses System ein:

  • Ferkel – Jungtier beiderlei Geschlechts von der Geburt bis zum Absetzen (in der Regel mit etwa vier Wochen).
  • Läufer (auch Fresser) – abgesetztes Jungtier bis zu einem Gewicht von rund 25–30 kg.
  • Jungsau – weibliches Schwein ab der Geschlechtsreife bis zum ersten Abferkeln. Die Geschlechtsreife tritt je nach Rasse und Haltungsbedingungen im Alter von fünf bis acht Monaten ein.
  • Sau (Altsau, Zuchtsau) – weibliches Schwein, das bereits mindestens einmal geferkelt hat.
  • Eber – geschlechtsreifes männliches Schwein, das zur Zucht eingesetzt wird.
  • Borg (auch Bork oder kastrierter Eber) – männliches Schwein, das durch Kastration zeugungsunfähig gemacht wurde.

In der Umgangssprache wird „Sau" bisweilen geschlechtsunabhängig für Schweine im Allgemeinen verwendet, in der Fachsprache der Tierzucht bleibt die Bedeutung jedoch eindeutig auf das weibliche Zuchttier beschränkt.

Fortpflanzungsbiologie der Sau

Die Sau ist polyöstrisch, das heißt, sie durchläuft das ganze Jahr über in regelmäßigen Abständen Brunstzyklen. Der Sexualzyklus dauert durchschnittlich 21 Tage (Schwankungsbreite 18–24 Tage). Die eigentliche Rausche – so wird die Brunst beim Schwein genannt – erstreckt sich über zwei bis drei Tage. Während dieser Phase zeigt die Sau typische Verhaltensmerkmale: Unruhe, gerötete und geschwollene Vulva, Aufspringversuche auf Buchtengenossinnen sowie den charakteristischen Duldungsreflex. Beim Duldungsreflex verharrt die Sau bei Druck auf den Rücken regungslos und signalisiert damit ihre Deckbereitschaft.

Die Ovulation findet etwa 30 bis 40 Stunden nach Beginn der Duldung statt. In der modernen Schweineproduktion erfolgt die Belegung entweder durch Natursprung mit einem Eber oder – weitaus häufiger – durch künstliche Besamung (KB). Die KB ermöglicht den gezielten Einsatz genetisch hochwertiger Eber und erlaubt eine exakte zeitliche Steuerung der Belegung.

Die Trächtigkeit (Gravidität) der Sau dauert im Mittel 114 bis 115 Tage – in der Praxis merkt man sich die Faustregel „drei Monate, drei Wochen, drei Tage". Während der Trächtigkeit verändert sich der Nährstoffbedarf der Sau erheblich, vor allem im letzten Drittel, wenn das Wachstum der Feten stark zunimmt.

Abferkeln und Aufzucht

Der Geburtsvorgang wird beim Schwein als Abferkeln oder Ferkeln bezeichnet. Eine Sau bringt je nach Rasse, Genetik und Wurfnummer zwischen 8 und 18 Ferkel zur Welt, wobei moderne Hochleistungsrassen wie die Dänische Landrasse oder Kreuzungssauen Durchschnittswerte von 14 bis 16 lebend geborenen Ferkeln pro Wurf erreichen. Die Geburt dauert in der Regel zwei bis sechs Stunden. Die Ferkel werden in kurzen Abständen nacheinander geboren und beginnen bereits wenige Minuten nach der Geburt, die Zitzen der Sau zu suchen.

Die Laktation (Säugezeit) erstreckt sich in der konventionellen Haltung über drei bis vier Wochen. Während dieser Phase produziert die Sau täglich bis zu zehn Liter Milch und verliert dabei erheblich an Körpersubstanz. Nach dem Absetzen der Ferkel kommt die Sau innerhalb von vier bis sieben Tagen erneut in die Rausche und kann wieder belegt werden. Dieser enge Rhythmus ermöglicht in der intensiven Ferkelerzeugung rund 2,3 bis 2,5 Würfe pro Sau und Jahr.

Leistungskennzahlen und Zuchtbedeutung

In der Schweinezucht wird die Produktivität einer Sau anhand mehrerer Kennzahlen bewertet:

  • Lebend geborene Ferkel je Wurf – ein zentrales Selektionsmerkmal in der Sauenlinie.
  • Aufgezogene Ferkel je Sau und Jahr – verbindet Wurfgröße, Ferkelverluste und Zwischenwurfzeit zu einer Gesamtkennzahl.
  • Zwischenwurfzeit – der Zeitraum von einem Abferkeln bis zum nächsten, idealerweise unter 150 Tagen.
  • Nutzungsdauer – Anzahl der Würfe, die eine Sau in ihrem Produktionsleben erbringt. Aus wirtschaftlicher und tierschutzrelevanter Sicht ist eine lange Nutzungsdauer von sechs oder mehr Würfen erstrebenswert.
  • Milchleistung und Muttereigenschaften – beurteilt anhand der Aufzuchtleistung und des Verhaltens gegenüber den Ferkeln.

Die Zucht differenziert zwischen Mutterlinien und