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Stein

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Haltung & Pflege > Einrichtung & Substrat

Definition & Überblick

Steine zählen zu den vielseitigsten und zugleich natürlichsten Einrichtungsgegenständen in der Tierhaltung. Ob im Terrarium, Aquarium, Freigehege oder Vogelkäfig – Steine erfüllen weit mehr als nur eine dekorative Funktion. Sie dienen als Sonnenplätze, Verstecke, Klettermöglichkeiten, Reviergrenzen, Abriebflächen für Krallen und Schnäbel sowie als Wärmespeicher. In der artgerechten Einrichtung eines Geheges spielen Steine eine zentrale Rolle, weil sie das natürliche Habitat vieler Tierarten nachbilden und so wesentlich zum Wohlbefinden der Tiere beitragen.

Die Bandbreite reicht von flachen Schieferplatten über runde Flusskiesel bis hin zu porösen Lavasteinen und massiven Felsaufbauten. Entscheidend ist, dass die verwendeten Steine für die jeweilige Tierart geeignet sind, keine Schadstoffe abgeben und sicher im Gehege platziert werden. Falsch eingesetzte Steine können zur ernsthaften Gefahr werden – richtig verwendet bereichern sie jede Haltungsumgebung enorm.

Grundlagen & Voraussetzungen

Bevor Steine ins Gehege eingebracht werden, sind einige grundlegende Überlegungen notwendig:

  • Tierart und Bedürfnisse: Bartagamen benötigen flache Steine als Sonnenplätze, Leopardgeckos nutzen Steinaufbauten als Verstecke, Schildkröten brauchen raue Untergründe für den Krallenabrieb, und Aquarienfische profitieren von Steinaufbauten als Reviergrenzen und Laichplätze.
  • Gesteinsart: Nicht jeder Stein eignet sich für jede Haltungsform. Kalkstein etwa erhöht den pH-Wert im Aquarienwasser und ist für Weichwasserfische ungeeignet. Granit, Schiefer, Basalt und Lavastein gelten als weitgehend neutral und vielseitig einsetzbar. Scharfkantige Steine wie unbearbeiteter Obsidian oder gebrochener Sandstein können Verletzungen verursachen.
  • Herkunft und Reinheit: Steine aus dem Fachhandel sind in der Regel gereinigt und auf Unbedenklichkeit geprüft. Steine aus der Natur können Schadstoffe, Pestizide, Parasiten oder unerwünschte Mineralien enthalten. Fundstücke aus der Natur sollten daher gründlich gereinigt und idealerweise im Backofen bei 150–200 °C für 30 Minuten erhitzt werden, um Keime abzutöten.
  • Gewicht und Statik: Schwere Steine können Glasböden im Terrarium oder Aquarium beschädigen. Bei bodengrabenden Arten wie Bartagamen oder Schildkröten besteht die Gefahr, dass untergrabene Steine umkippen und Tiere einklemmen oder verletzen.

Praktische Umsetzung

Terrarium: Steinaufbauten gehören zu den wichtigsten Strukturelementen. Flache Steine werden direkt unter dem Wärmespot platziert, wo sie als Sonnenplätze dienen und die Wärme über Stunden speichern – besonders für wechselwarme Reptilien ein unverzichtbarer Bestandteil artgerechter Haltung. Aufeinandergestapelte Steine sollten immer mit Aquariensilikon oder speziellem Terrarienkleber fixiert werden, damit sie nicht ins Rutschen geraten. Schwere Steinaufbauten werden idealerweise direkt auf die Bodenplatte des Terrariums gesetzt, bevor das Substrat eingefüllt wird. So kann das Tier nicht unter den Steinen graben und diese zum Einsturz bringen.

Aquarium: Steine bilden Revierstrukturen, Höhlen und Laichmöglichkeiten. Bei der Einrichtung eines Aquariums empfiehlt es sich, eine Styroporunterlage zwischen Glas und schwere Steine zu legen, um Punktbelastung zu vermeiden. Der sogenannte Essigtest hilft bei der Bestimmung kalkhaltiger Steine: Schäumt ein Tropfen Essig auf dem Stein, enthält er Kalk und kann das Wasser aufhärten. In Cichliden-Becken ist das erwünscht, in Schwarzwasserbecken für Salmler hingegen problematisch.

Freigehege und Außenhaltung: Für Landschildkröten, Kaninchen oder Meerschweinchen im Auslauf bieten Steine natürliche Begrenzungen, Beschäftigung und Abriebflächen. Raue Natursteinplatten am Futterplatz sorgen bei Schildkröten für natürlichen Schnabelabrieb. In Kaninchengehegen können flache Steinplatten als kühle Liegeflächen im Sommer dienen.

Vogelkäfig und Voliere: Natursteine und raue Sitzsteine fördern den Krallenabrieb und verhindern das übermäßige Krallenwachstum. Sie ergänzen die Beschäftigung durch verschiedene Oberflächen und Strukturen.

Häufige Fehler

  • Ungesicherte Steinaufbauten: Der häufigste und gefährlichste Fehler. Lose gestapelte Steine können umkippen und Tiere lebensgefährlich verletzen oder einklemmen. Verkleben oder Unterlegen auf der Bodenplatte ist Pflicht.
  • Falsche Gesteinsart: Metallhaltige Steine (erkennbar an rostigen Einschlüssen oder metallischem Glanz) können toxische Substanzen ins Wasser oder Substrat abgeben. Besonders im Aquarium kann dies verheerende Folgen für den Tierbestand haben.
  • Scharfe Kanten: Steine mit scharfen Bruchkanten verursachen Schnittwunden an Pfoten, Bauch oder Flossen. Jeder Stein sollte vor dem Einsetzen auf scharfe Kanten geprüft und gegebenenfalls abgeschliffen werden.
  • Keine Reinigung vor dem Einsatz: Steine aus der Natur oder aus dem Gartencenter können mit Düngemitteln, Pestiziden oder Parasiten belastet sein. Gründliches Abschrubben mit heißem Wasser – ohne Reinigungsmittel – ist das Minimum.
  • Übermäßige Steinmenge: Zu viele Steine können den verfügbaren Lebensraum im Gehege einengen und den Tieren notwendigen Bewegungsraum nehmen. Steine sind Bereicherung, kein Platzfüller.

Tipps für Anfänger