Stutfohlen
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Definition und Überblick
Ein Stutfohlen ist ein weibliches Pferd im ersten Lebensjahr. Der Begriff setzt sich aus den Wörtern Stute (weibliches Pferd) und Fohlen (Jungtier des Pferdes) zusammen und kennzeichnet damit sowohl das Geschlecht als auch das Alter des Tieres. In der Pferdezucht und im allgemeinen Sprachgebrauch wird das Stutfohlen klar vom Hengstfohlen, dem männlichen Gegenstück, unterschieden. Diese Differenzierung spielt bereits ab der Geburt eine Rolle, da Geschlecht und Status eines Fohlens für Zuchtplanung, Haltung und späteren Einsatz von Bedeutung sind.
Die Bezeichnung Stutfohlen gilt in der Regel vom Zeitpunkt der Geburt bis zum Ende des ersten Lebensjahres. Danach wird das junge weibliche Pferd als Jährlingsstute oder schlicht als Jungstute bezeichnet. Ab dem Alter von drei bis vier Jahren – je nach Zuchtverband und Rasse – spricht man dann von einer Stute.
Geschlechtsbestimmung beim Fohlen
Das Geschlecht eines Fohlens lässt sich unmittelbar nach der Geburt anhand der äußeren Geschlechtsmerkmale bestimmen. Beim Stutfohlen befinden sich die Geschlechtsorgane unterhalb des Schweifansatzes im Bereich zwischen den Hinterbeinen. Die Vulva ist als längliche Spalte sichtbar, während beim Hengstfohlen der Penis und der Hodensack im Bauchbereich erkennbar sind. Bei manchen Fohlen kann die Bestimmung in den ersten Stunden nach der Geburt durch Geburtsschleim oder Schwellungen erschwert sein, doch erfahrene Züchter und Tierärzte erkennen das Geschlecht in der Regel zuverlässig.
Bereits vor der Geburt ist eine Geschlechtsbestimmung mittels Ultraschalluntersuchung möglich. Ab etwa dem 60. Trächtigkeitstag kann ein erfahrener Tierarzt das Geschlecht des Ungeborenen per Sonografie feststellen. Optimal gelingt dies zwischen dem 59. und 68. Tag der Trächtigkeit, wenn sich der sogenannte Genitalhöcker in seine endgültige Position verschiebt. Diese Frühdiagnostik ist vor allem in der professionellen Zucht von Bedeutung, da sie eine vorausschauende Planung von Verkauf, Aufzucht und Zuchtstrategie ermöglicht.
Entwicklung und Aufzucht
Stutfohlen kommen nach einer Trächtigkeitsdauer von durchschnittlich 335 bis 340 Tagen zur Welt. Das Geburtsgewicht variiert je nach Rasse erheblich – bei Warmblütern liegt es zwischen 40 und 60 Kilogramm, bei Ponyrassen deutlich darunter. Innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt steht das Fohlen auf und beginnt, bei der Mutterstute zu saugen. Die Aufnahme des Kolostrums (Erstmilch) in den ersten Lebensstunden ist entscheidend für den Aufbau der passiven Immunität.
In den ersten Lebensmonaten wachsen Stutfohlen und Hengstfohlen nahezu gleich schnell. Geschlechtsspezifische Unterschiede in Körperbau und Verhalten werden erst mit zunehmendem Alter deutlicher. Stutfohlen zeigen im Vergleich zu Hengstfohlen tendenziell ein weniger dominantes Spielverhalten in der Herdengruppe, obwohl die individuellen Unterschiede groß sein können.
Die Absetzung von der Mutterstute erfolgt üblicherweise im Alter von fünf bis sieben Monaten. Nach dem Absetzen werden Stutfohlen häufig in gleichgeschlechtlichen Gruppen gehalten, um eine ruhige soziale Entwicklung zu fördern und ungewollte Trächtigkeiten bei gemischter Haltung mit Hengstfohlen zu vermeiden. Die Gruppenhaltung mit Artgenossen gleichen Alters ist für die soziale Reifung junger Pferde von großem Wert.
Bedeutung in der Pferdezucht
In der Zuchtplanung kommt Stutfohlen eine besondere Bedeutung zu. Sie stellen den potenziellen Stutenstamm einer Zucht dar und sind damit die Grundlage für die Fortführung wertvoller Blutlinien. Während von einer großen Zahl Hengstfohlen nur wenige als spätere Zuchthengste in Frage kommen, kann grundsätzlich jedes Stutfohlen als künftige Zuchtstute eingesetzt werden – vorausgesetzt, es erfüllt die Anforderungen des jeweiligen Zuchtverbandes.
Die Selektion beginnt oft schon im Fohlenalter. Viele Zuchtverbände veranstalten Fohlenschauen, bei denen die Jungtiere nach Exterieur, Bewegungsablauf und Typ bewertet werden. Stutfohlen, die bei solchen Schauen besonders gut abschneiden, erzielen häufig höhere Preise bei Fohlenauktionen und werden gezielt für die spätere Zuchtverwendung vorgemerkt.
Die Registrierung eines Stutfohlens im Zuchtbuch des jeweiligen Verbandes erfolgt in der Regel im Rahmen der Fohlenschau oder durch einen separaten Termin mit einem Zuchtbuchbeauftragten. Dabei werden folgende Daten erfasst:
- Abstammung (Vater und Mutter)
- Geburtsdatum und Geburtsort
- Fellfarbe und Abzeichen
- Mikrochip-Nummer zur eindeutigen Identifikation
- Ergebnis der Exterieurbeurteilung
Geschlechtsreife und weiterer Lebensweg
Stutfohlen erreichen die Geschlechtsreife (Pubertät) im Alter von etwa 12 bis 18 Monaten. Die erste Rosse – der Zeitraum der Empfängnisbereitschaft – kann bereits im Fohlenalter auftreten, wobei eine Belegung zu diesem Zeitpunkt aus gesundheitlichen Gründen nicht erfolgen sollte. Der Körper der jungen Stute ist frühestens mit drei Jahren ausreichend entwickelt, um eine Trächtigkeit ohne Risiken für die eigene Gesundheit und die des Fohlens austragen zu können. Die meisten Zuchtverbände empfehlen eine erste Bedeckung ab dem dritten Lebensjahr.
Stutfohlen, die nicht für die Zucht