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Weibchen

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Zucht & Fortpflanzung > Geschlecht & Status

Definition und Überblick

Als Weibchen wird in der Zoologie und Tierhaltung ein Individuum bezeichnet, das die weiblichen Geschlechtsorgane trägt und in der Regel die Eizellen produziert. Im biologischen Sinne ist das Weibchen dasjenige Geschlecht, das die größeren, nährstoffreichen Gameten (Keimzellen) bereitstellt – im Gegensatz zum Männchen, das die kleineren, beweglichen Spermien erzeugt. Dieses Prinzip der Anisogamie gilt quer durch das gesamte Tierreich, von Wirbellosen über Fische und Reptilien bis hin zu Säugetieren und Vögeln.

In der Zucht und Tierhaltung kommt dem Weibchen eine zentrale Rolle zu, da es die Trächtigkeit durchlebt, den Nachwuchs austrägt oder Eier legt und häufig den Großteil der Jungenaufzucht übernimmt. Je nach Tierart existieren für weibliche Tiere spezifische Bezeichnungen: Stute (Pferd), Kuh (Rind), Fähe (Fuchs, Marder), Hündin (Hund), Kätzin (Katze), Sau (Schwein), Ricke (Reh) oder Henne (Huhn). Diese Bezeichnungen spiegeln oft auch den Fortpflanzungsstatus wider – so unterscheidet man bei Rindern zwischen Färse (junges, noch nicht gekalbtes Weibchen) und Kuh (nach dem ersten Kalben).

Biologische Merkmale und Geschlechtsbestimmung

Die Geschlechtsbestimmung erfolgt bei den meisten Säugetieren über die Geschlechtschromosomen. Weibliche Säugetiere tragen in der Regel den Karyotyp XX, während Männchen XY aufweisen. Bei Vögeln verhält es sich umgekehrt: Hier besitzt das Weibchen den heterogameten Chromosomensatz ZW und das Männchen den homogameten ZZ. Bei Reptilien kann die Geschlechtsbestimmung zusätzlich temperaturabhängig sein – bei manchen Schildkrötenarten etwa entscheidet die Bruttemperatur über das Geschlecht der Schlüpflinge.

Äußerlich lassen sich Weibchen je nach Tierart anhand verschiedener Merkmale vom Männchen unterscheiden. Dieser Geschlechtsdimorphismus kann sich in der Körpergröße, Färbung, Befiederung oder Behornung äußern. Bei vielen Vogelarten sind die Weibchen deutlich unscheinbarer gefärbt als die Männchen – ein Tarnvorteil während der Brut. Bei einigen Raubvogelarten wie dem Habicht ist das Weibchen hingegen erheblich größer als das Männchen, ein Phänomen, das als reverser Geschlechtsdimorphismus bekannt ist.

In der praktischen Tierhaltung erfolgt die Geschlechtsbestimmung je nach Art durch Begutachtung der Genitalregion, durch DNA-Analyse, durch Endoskopie (etwa bei Papageien und Reptilien) oder durch Verhaltensbeobachtung. Bei Jungtieren mancher Arten – beispielsweise Küken oder jungen Kaninchen – kann die Bestimmung schwierig sein und erfordert Erfahrung.

Fortpflanzungsbiologie des Weibchens

Die Fortpflanzungsbiologie weiblicher Tiere variiert stark zwischen den Arten, folgt aber grundlegenden Mustern. Bei Säugetieren durchlaufen Weibchen einen Sexualzyklus, der hormonell gesteuert wird. Man unterscheidet dabei:

  • Monoöstrische Arten – nur eine Brunstperiode pro Jahr, z. B. beim Wolf oder Fuchs
  • Polyöstrische Arten – mehrere Zyklen pro Jahr, z. B. bei Hund (diöstrisch), Katze, Rind oder Schwein
  • Saisonale Polyöstrie – mehrere Zyklen, aber nur in einer bestimmten Jahreszeit, z. B. beim Pferd (Frühjahr/Sommer)

Der weibliche Zyklus umfasst verschiedene Phasen: den Proöstrus (Vorbrunst), den Östrus (eigentliche Brunst mit Deckbereitschaft), den Metöstrus (Nachbrunst) und den Anöstrus (Ruhephase). Während des Östrus signalisiert das Weibchen seine Paarungsbereitschaft durch arttypisches Verhalten, Duftstoffe (Pheromone) und körperliche Veränderungen wie Schwellung der Vulva.

Die Tragzeit ist artspezifisch und reicht von etwa 21 Tagen bei Mäusen über 63 Tage bei Hunden und Katzen, 11 Monate bei Pferden bis hin zu 22 Monaten beim Afrikanischen Elefanten. Eierlegende Tierarten wie Vögel und Reptilien zeigen stattdessen einen Legeapparat mit Ovar und Eileiter, in dem das Ei gebildet, befruchtet und mit Schale umhüllt wird.

Rolle in der Zucht

In der gezielten Tierzucht wird das Weibchen häufig als Zuchttier oder Mutterlinie bezeichnet. Die Auswahl geeigneter Weibchen – die sogenannte Selektion – orientiert sich an Kriterien wie Gesundheit, Körperbau (Exterieur), Fruchtbarkeit, Milchleistung, Aufzuchtverhalten und Abstammung. Ein gutes Zuchtergebnis hängt maßgeblich von der genetischen Qualität beider Elterntiere ab, wobei das Weibchen zusätzlich durch seine uterine Umgebung und sein Aufzuchtverhalten den Nachwuchs prägt.

In der Rassezucht werden Abstammungsnachweise über Zuchtbücher geführt. Die mütterliche Linie spielt dabei eine bedeutende Rolle, da neben der nukleären DNA auch die mitochondriale DNA ausschließlich über das Weibchen vererbt wird. Züchter achten auf regelmäßige Zuchtpausen, um das Weibchen nicht durch zu häufige Trächtigkeiten zu belasten. Viele Zuchtverbände schreiben Mindest- und Höchstalter für den Zuchteinsatz sowie maximale Wurfzahlen vor.

Die künstliche Besamung hat die Zucht stark verändert: Ein