Andenkatze
ATierart – Säugetiere > Raubtiere – Katzen (wild)
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Leopardus jacobita
- Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
- Familie: Katzen (Felidae)
- Unterfamilie: Kleinkatzen (Felinae)
- Gattung: Pardelkatzen (Leopardus)
- Lebensraum: Hochanden Südamerikas, trockene Gebirgssteppen und Felslandschaften in 3.500–5.000 m Höhe
- Größe: Kopf-Rumpf-Länge 57–65 cm, Schwanzlänge 41–49 cm
- Gewicht: 4–7 kg
- Lebenserwartung: In freier Wildbahn geschätzt 10–12 Jahre, in Gefangenschaft keine gesicherten Daten
Aussehen & Merkmale
Die Andenkatze gehört zu den kleineren Vertretern der Familie der Katzen, wirkt durch ihr dichtes, langes Fell jedoch kräftiger, als sie tatsächlich ist. Das Fell ist silbergrau bis aschgrau gefärbt und trägt ein Muster aus rostroten bis orangebraunen Flecken und Streifen, die sich an den Flanken zu unregelmäßigen Bändern zusammenschließen. Die Bauchseite ist heller, oft weißlich mit dunklen Tupfen. Auffällig ist der im Verhältnis zum Körper sehr lange, buschige Schwanz, der fast zwei Drittel der Kopf-Rumpf-Länge erreicht. Er ist von sechs bis neun dunklen Ringen gezeichnet und dient vermutlich als Balancehilfe in steilem, felsigem Gelände.
Die Ohren sind abgerundet und relativ klein – eine Anpassung an die kalten Temperaturen ihres Lebensraums, da kleine Ohrmuscheln den Wärmeverlust reduzieren. Die Nase ist dunkel pigmentiert, die Augen groß und bernsteinfarben. Die Pfoten sind breit und mit dichtem Fell an den Sohlen versehen, was den Tieren auf Fels und Geröll zusätzlichen Halt gibt und gleichzeitig vor Kälte schützt.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Andenkatze erstreckt sich über die Hochanden von Südperu über Bolivien und den Nordwesten Argentiniens bis in den Norden Chiles. Ihr Habitat sind felsige, trockene Gebirgssteppen oberhalb der Baumgrenze – die sogenannte Puna und das angrenzende Hochland-Ödland. Die Tiere besiedeln Höhenlagen zwischen etwa 3.500 und 5.000 Metern, in seltenen Fällen wurden Nachweise auch in tieferen Lagen um 1.800 Meter erbracht, insbesondere im patagonischen Steppengebiet Argentiniens.
Das Biotop ist geprägt von extremer Trockenheit, starken Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht sowie spärlicher Vegetation. Typisch sind Tussock-Graslandschaften, Geröllfelder und Felsformationen, die der Andenkatze Deckung und Unterschlupf bieten. Die Art ist eng an das Vorkommen ihrer Hauptbeutetiere gebunden, insbesondere an die Bergviscacha, weshalb sie fast ausschließlich in deren Lebensraum anzutreffen ist.
Ernährung
Die Andenkatze ernährt sich überwiegend von Bergviscachas (Lagidium), mittelgroßen Nagetieren aus der Familie der Chinchillas, die in denselben Felshabitaten leben. Daneben stehen weitere kleine Säugetiere auf dem Speiseplan, darunter verschiedene Mäusearten, Chinchillaratten (Abrocoma) und gelegentlich junge Kaninchen. Ergänzend erbeutet sie Vögel – vor allem bodenbrütende Arten wie Rebhühner der Gattung Nothoprocta – sowie Eidechsen.
Die Jagdstrategie ist typisch für solitär lebende Kleinkatzen: Die Andenkatze pirscht sich lautlos an ihre Beute heran und überbrückt die letzte Distanz mit einem schnellen Sprung. Ihre breiten Pfoten und der lange Schwanz ermöglichen ihr dabei eine hohe Wendigkeit zwischen Felsblöcken und auf unebenem Untergrund.
Verhalten & Lebensweise
Die Andenkatze ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, obwohl vereinzelt auch Sichtungen am Tag dokumentiert wurden. Sie lebt einzelgängerisch und beansprucht vermutlich große Reviere, was angesichts der geringen Beutetierdichte in ihrem kargen Lebensraum plausibel ist. Untersuchungen mittels Kamerafallen und GPS-Telemetrie deuten auf Streifgebiete von 35 bis über 65 Quadratkilometern hin – für eine Katze dieser Größe ein außergewöhnlich großes Areal.
Über das Sozialverhalten ist wenig bekannt, da die Art extrem selten beobachtet wird. Man geht davon aus, dass die Tiere ihr Revier durch Duftmarken – Urin und Kratzspuren an Felsen – abgrenzen. Tagsüber ruhen sie in Felsspalten, unter Gesteinsvorsprüngen oder in verlassenen Viscacha-Bauten.
Fortpflanzung & Aufzucht
Zur Fortpflanzungsbiologie der Andenkatze liegen nur sehr wenige gesicherte Daten vor, da bislang keine erfolgreiche Zucht in Gefangenschaft gelungen ist und Freilandbeobachtungen äußerst selten sind. Die Paarungszeit fällt vermutlich in die Monate Juli bis August. Nach einer geschätzten Tragzeit von rund 75 bis 80 Tagen – abgeleitet von verwandten Arten der Gattung Leopardus – bringt das Weibchen ein bis zwei Jungtiere zur Welt.
Die Aufzucht erfolgt ausschließlich durch das Weibchen. Die Jungen werden in geschützten Felshöhlen geboren und bleiben dort in den ersten Lebenswochen verborgen. Über die Dauer der Säugezeit und den Zeitpunkt der Selbstständigkeit gibt es keine verlässlichen Angaben. Bei verwandten Arten wie der Pampaskatze (Leopardus colocola) werden die Jungtiere nach etwa vier Monaten entwöhnt – ein ähnlicher Zeitraum wird auch für die Andenkatze angenommen.
Bedrohung & Schutzstatus
Die Andenkatze gilt als eine der seltensten Katzenarten der Welt. Der Gesamtbestand wird auf weniger als 2.500 geschlechtsreife Individuen geschätzt, wobei