Bergkatze
BTierart – Säugetiere > Raubtiere – Katzen (wild)
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Leopardus jacobita
- Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
- Familie: Katzen (Felidae)
- Unterfamilie: Kleinkatzen (Felinae)
- Gattung: Leopardus
- Lebensraum: Hochgebirgsregionen der Anden, felsige Halbwüsten und Steppen in 3.000–5.000 m Höhe
- Größe: Kopf-Rumpf-Länge 57–65 cm, Schwanzlänge 41–49 cm
- Gewicht: 4–7 kg
- Lebenserwartung: Geschätzt 10–16 Jahre (Freiland), in Gefangenschaft kaum Daten vorhanden
Aussehen & Merkmale
Die Bergkatze, auch Andenkatze genannt, gehört zu den am wenigsten erforschten Wildkatzen der Welt. Ihr dichtes, langes Fell ist silbergrau bis aschgrau gefärbt und weist auf den Flanken und dem Rücken rötlich-braune bis orangefarbene Flecken und Streifen auf, die in unregelmäßigen Reihen angeordnet sind. Die Bauchseite ist deutlich heller, meist weißlich mit dunklen Flecken. Auffällig ist der buschige, lange Schwanz, der mit sechs bis neun breiten, dunklen Ringen gezeichnet ist. Im Verhältnis zum Körper wirkt er sehr voluminös und dient als Balancehilfe in steilem Gelände.
Der Kopf ist rundlich mit kleinen, abgerundeten Ohren, die auf der Rückseite dunkel gefärbt sind. Die Nase ist dunkel pigmentiert. Die Pfoten sind breit und mit dichten Haarbüscheln zwischen den Zehen versehen – eine Anpassung, die Wärmeverlust auf kaltem Gestein minimiert und besseren Halt auf losem Untergrund bietet. Insgesamt ähnelt die Bergkatze im Körperbau der verwandten Pampaskatze (Leopardus colocola), ist jedoch schlanker, hat einen längeren Schwanz und ein deutlich kontrastreicheres Fellmuster.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Bergkatze erstreckt sich über die Hochanden Südamerikas. Nachweise stammen aus dem südlichen Peru, dem westlichen Bolivien, dem nordöstlichen Chile und dem nordwestlichen Argentinien. Die Art bewohnt trockene, felsige Hochgebirgslandschaften oberhalb der Baumgrenze. Typische Habitate sind Puna-Grasländer, Hochlandsteppen und steinige Halbwüsten in Höhenlagen zwischen 3.000 und 5.000 Metern. Vereinzelt wurden Tiere auch auf etwa 2.500 Metern und in Gebieten der patagonischen Steppe in tieferen Lagen Argentiniens dokumentiert.
Die Bergkatze ist stark an offene, vegetationsarme Gebirgslandschaften gebunden. Felsformationen und Geröllhalden dienen als Rückzugs- und Ruheplätze. Die extreme Höhenlage ihres Biotops mit großen Temperaturschwankungen, starkem Wind und geringen Niederschlägen macht sie zu einem der spezialisiertesten Habitatbewohner unter den Kleinkatzen.
Ernährung
Die Bergkatze ernährt sich überwiegend von kleinen Säugetieren, die in ihrem Lebensraum vorkommen. Die wichtigste Beutegruppe bilden Viscachas der Gattung Lagidium, felsbewohnende Nagetiere, die in denselben Gebirgszonen leben. Daneben stehen kleinere Nager wie Chinchillamäuse (Chinchillula) und Blattohrmäuse (Phyllotis) auf dem Speiseplan. Gelegentlich erbeutet die Bergkatze auch Vögel, Eidechsen und Insekten. Die Abhängigkeit von Viscachas als Hauptbeute bedeutet, dass die Populationsdichte der Bergkatze eng an das Vorkommen dieser Nagetiere gekoppelt ist. In Regionen, in denen Viscachas bejagt oder durch Habitatverlust verdrängt werden, sinkt auch der Bestand der Bergkatze.
Verhalten & Lebensweise
Über das Verhalten der Bergkatze ist aufgrund ihrer Seltenheit und der Unzugänglichkeit ihres Lebensraums wenig bekannt. Die verfügbaren Daten aus Kamerafallenstudien und Telemetrieprojekten deuten darauf hin, dass die Art vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv ist, obwohl auch Sichtungen bei Tageslicht dokumentiert wurden. Die Bergkatze lebt einzelgängerisch. Die Reviergröße einzelner Individuen wird auf 35–65 Quadratkilometer geschätzt, was auf die geringe Beutedichte in den kargen Hochgebirgslandschaften zurückzuführen ist.
Die Tiere bewegen sich geschickt durch felsiges Terrain und nutzen Spalten und Höhlen unter Gesteinsblöcken als Tagesverstecke. Ihr langer, buschiger Schwanz dient vermutlich nicht nur der Balance, sondern wird bei Ruhe um den Körper gelegt und schützt so gegen die Kälte. In Teilen ihres Verbreitungsgebiets kommt die Bergkatze sympatrisch mit der Pampaskatze vor, wobei die beiden Arten unterschiedliche ökologische Nischen besetzen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzungsbiologie der Bergkatze ist nur bruchstückhaft dokumentiert. Die Paarungszeit fällt nach bisherigen Beobachtungen in die Monate Juli bis August. Die Wurfgröße beträgt vermutlich ein bis zwei Jungtiere. Geburten wurden in den Monaten Oktober bis April registriert, was auf eine Tragzeit von etwa 75 bis 80 Tagen schließen lässt – vergleichbar mit anderen Arten der Gattung Leopardus. Die Jungtiere werden in geschützten Felsspalten oder unter großen Steinblöcken geboren. Über die Dauer der Aufzucht und den Zeitpunkt der Selbstständigkeit liegen keine gesicherten Daten vor. Es wird angenommen, dass die Jungtiere – wie bei verwandten Kleinkatzenarten – etwa zehn bis zwölf Monate bei der Mutter bleiben.
Bedrohung & Schutzstatus
Die Bergkatze wird von der IUCN als „Endangered" (stark gefährdet) eingestuft. Die Gesamtpopulation wird auf weniger als