Bambino
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Steckbrief
- Herkunft: USA
- Rassestandard: TICA (The International Cat Association) – Experimentalrasse; nicht anerkannt durch FIFé, CFA oder WCF
- Größe: Klein bis mittelgroß, Schulterhöhe ca. 15–18 cm
- Gewicht: 2–4 kg
- Lebenserwartung: 12–15 Jahre
- Fell/Farben: Haarlos bis feiner Flaum; alle Farben und Zeichnungen möglich, darunter Weiß, Schwarz, Blau, Creme, Tabby, Bicolor und Point-Varianten
Herkunft & Geschichte
Die Bambino-Katze ist eine vergleichsweise junge Rasse, deren Ursprung in den frühen 2000er-Jahren in den Vereinigten Staaten liegt. Sie entstand durch die gezielte Kreuzung zweier bereits etablierter Rassen: der haarlosen Sphynx und der kurzbeinigen Munchkin. Das Züchterehepaar Stephanie und Pat Osborne aus Arkansas gilt als maßgeblicher Begründer der Rasse. Der Name „Bambino" – italienisch für „Kind" oder „Baby" – wurde gewählt, weil die Katzen durch ihre kurzen Beine und das nackte Erscheinungsbild zeitlebens ein kindliches, welpenartiges Aussehen bewahren.
Im Jahr 2005 wurde die Bambino von der TICA als Experimentalrasse registriert. Dieser Status bedeutet, dass die Rasse noch nicht vollständig als Championship-Rasse anerkannt ist, jedoch offiziell dokumentiert und auf Ausstellungen in bestimmten Klassen gezeigt werden darf. Andere große Zuchtverbände wie die FIFé, der CFA oder die WCF führen die Bambino bislang nicht in ihren Registern. In einigen Ländern, darunter Deutschland, wird die Zucht von Katzen mit extremen Merkmalen wie Haarlosigkeit und verkürzten Gliedmaßen kontrovers diskutiert und teilweise als Qualzucht eingestuft.
Aussehen & Rassemerkmale
Das auffälligste Merkmal der Bambino ist die Kombination aus haarloser Haut und deutlich verkürzten Beinen. Der Körperbau ist muskulös und kompakt, der Rumpf mittellang und erstaunlich kräftig für eine so kleine Katze. Die kurzen Beine, die auf das Chondrodysplasie-Gen der Munchkin zurückgehen, sind das namensgebende Rassemerkmal. Dabei sind die Hinterbeine häufig etwas länger als die Vorderbeine.
Der Kopf ist keilförmig mit ausgeprägten Wangenknochen und großen, aufrecht stehenden Ohren, die an das Erscheinungsbild der Sphynx erinnern. Die Augen sind groß, mandelförmig und lebhaft – sie können in nahezu jeder Farbe auftreten. Die Haut fühlt sich warm und weich an, vergleichbar mit einem Pfirsich oder Wildleder. Faltenbildung, insbesondere im Bereich der Stirn, der Schultern und der Beine, ist rassetypisch und erwünscht. Der Schwanz ist lang, dünn und oft mit einem kleinen Haarbüschel an der Spitze versehen – dem sogenannten „Löwenschwanz".
In Würfen können sowohl kurzbeinige als auch langbeinige Kitten fallen. Langbeinige Bambinos werden gelegentlich als „Bambino Longlegs" bezeichnet und dienen in der Zucht als wichtige Verpaarungspartner.
Charakter & Wesen
Bambinos gelten als ausgesprochen menschenbezogene, anhängliche und verspielte Katzen. Sie suchen aktiv die Nähe ihrer Bezugspersonen und folgen ihnen nicht selten auf Schritt und Tritt durch die Wohnung. Einsamkeit vertragen sie schlecht – wer beruflich viel unterwegs ist, sollte unbedingt über die Haltung einer Zweitkatze nachdenken.
Trotz ihrer kurzen Beine sind Bambinos erstaunlich agil und bewegungsfreudig. Sie rennen, klettern und toben mit bemerkenswerter Energie und Geschicklichkeit. Ihr Temperament ist lebhaft, ohne hektisch zu wirken. Viele Halter beschreiben sie als neugierig, intelligent und regelrecht clownesk – sie lernen schnell, reagieren auf ihren Namen und lassen sich mitunter sogar für einfache Tricks begeistern.
Gegenüber Kindern und anderen Haustieren zeigen sich Bambinos in der Regel freundlich und sozialverträglich. Sie sind weder scheu noch aggressiv, sondern begegnen neuen Situationen mit offener Neugier. Ihr Wesen ist treu und verschmust, was sie zu ausgezeichneten Familienkatzen macht.
Haltung & Pflege
Die Bambino ist eine reine Wohnungskatze. Aufgrund der fehlenden Behaarung ist sie gegenüber Kälte, Zugluft und intensiver Sonneneinstrahlung sehr empfindlich. Ein gesicherter Balkon oder ein beheiztes Außengehege kann ihr dennoch Abwechslung bieten, sofern die Temperaturen es zulassen. Im Winter empfehlen viele Züchter Katzenkleidung, um Unterkühlung vorzubeugen.
Die Fellpflege im klassischen Sinne entfällt zwar, dafür erfordert die Hautpflege besondere Aufmerksamkeit. Die Talgproduktion der Haut wird nicht durch Fell absorbiert, sodass die Haut regelmäßig mit einem feuchten, weichen Tuch abgerieben oder die Katze gelegentlich gebadet werden sollte – etwa alle ein bis zwei Wochen. Dabei sind milde, pH-neutrale Shampoos zu verwenden. Auch die großen Ohren neigen zu verstärkter Schmutzbildung und sollten wöchentlich kontrolliert und bei Bedarf vorsichtig gereinigt werden.
Für ausreichend Beschäftigung sorgen Intelligenzspielzeug, Klettermöglichkeiten und interaktive Spielsessions. Bambinos brauchen geistige und körperliche Auslastung, um ausgeglichen zu bleiben.
Ernährung
Bambinos haben aufgrund ihrer Haarlosigkeit einen erhöhten Energiebedarf, da sie mehr Körperwärme produzieren müssen als behaarte Katzen. Eine hochwertige, proteinreiche Ernährung ist daher besonders wichtig. Hochwertiges Nassfutter mit hohem Fleischanteil sollte die Basis bilden, ergänzt durch hochwertiges Trockenfutter als Beikost. Zucker, Getreide und künstliche Zusatzstoffe sind zu vermeiden.
Die Futtermenge sollte dem individuellen Aktivitätslevel und Gewicht angepasst werden. Regelmäßige Gewichtskon