Becken
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Definition & Überblick
Als Becken bezeichnet man in der Tierhaltung einen offenen oder geschlossenen Behälter, der zur Unterbringung von Wasser- oder Feuchtlebewesen dient. Im Gegensatz zu klassischen Käfigen oder Terrarien steht beim Becken die Aufnahme von Wasser im Vordergrund – sei es als vollständig gefülltes Aquarium für Fische, Garnelen und Krebse, als Paludarium mit Land- und Wasseranteilen oder als flaches Wasserbecken für Amphibien und Wasserschildkröten. Auch für die Haltung von Axolotln, Molchen oder bestimmten Schneckenarten sind Becken die zentrale Behausung.
Becken bestehen typischerweise aus Glas, Acrylglas oder Kunststoff und sind in zahlreichen Größen und Formen erhältlich. Die Wahl des richtigen Beckens bildet das Fundament jeder artgerechten Haltung wasserlebender oder wassergebundener Tiere und beeinflusst unmittelbar Wasserqualität, Platzangebot und Wohlbefinden der Bewohner.
Grundlagen & Voraussetzungen
Bevor ein Becken angeschafft wird, müssen mehrere grundlegende Faktoren berücksichtigt werden:
- Tierart und Besatzdichte: Jede Art stellt eigene Anforderungen an Wasservolumen, Wassertiefe und Grundfläche. Ein Schwarm Neonsalmler benötigt andere Bedingungen als eine einzelne Wasserschildkröte. Die Besatzdichte muss so gewählt werden, dass ausreichend Schwimmraum und Rückzugsmöglichkeiten bestehen.
- Beckengröße: Die Mindestmaße richten sich nach den Empfehlungen der jeweiligen Fachverbände und den gesetzlichen Tierschutzbestimmungen. Grundsätzlich gilt: Größer ist besser, denn ein größeres Wasservolumen verzeiht Schwankungen bei Temperatur und Wasserchemie deutlich leichter.
- Standort: Das Becken sollte auf einem tragfähigen, ebenen Untergrund stehen. Ein gefülltes 200-Liter-Aquarium wiegt mit Einrichtung und Technik rund 250 Kilogramm. Direkte Sonneneinstrahlung fördert unerwünschten Algenwuchs und erschwert die Temperaturkontrolle. Ein ruhiger Standort ohne starke Vibrationen oder Zugluft ist ideal.
- Technik: Je nach Tierart werden Filter, Heizstab, Beleuchtung, Belüftung und gegebenenfalls eine Strömungspumpe benötigt. Diese Technik muss zum Beckenvolumen und den Ansprüchen der gehaltenen Tiere passen.
- Wasserqualität: Parameter wie pH-Wert, Gesamthärte, Karbonathärte, Nitrit- und Nitratgehalt sowie Temperatur müssen regelmäßig kontrolliert werden. Für viele Arten ist aufbereitetes Leitungswasser ausreichend, manche benötigen Osmosewasser oder speziell angepasste Wasserwerte.
Praktische Umsetzung
Die Einrichtung eines Beckens folgt einem bewährten Ablauf. Zunächst wird das leere Becken auf einen passenden Unterschrank gestellt und auf Dichtheit geprüft. Anschließend wird der Bodengrund eingebracht – Kies, Sand oder Spezialsubstrat, je nach Bepflanzung und Tierart. Danach folgt die Dekoration mit Wurzeln, Steinen und Pflanzen, die den Tieren als Versteck, Revierbegrenzung und Beschäftigung dienen.
Nach dem Befüllen mit temperiertem, entchlortem Wasser wird die gesamte Technik installiert und in Betrieb genommen. Vor dem Einsetzen der Tiere muss das Becken eingefahren werden: Über einen Zeitraum von zwei bis sechs Wochen siedeln sich im Filter und auf Oberflächen nützliche Bakterien an, die Ammoniak und Nitrit abbauen. Dieser sogenannte Stickstoffkreislauf ist lebensnotwendig für die künftigen Bewohner.
Die tägliche Pflege umfasst eine Sichtkontrolle der Tiere und der Technik, Fütterung in angemessener Menge sowie das Entfernen abgestorbener Pflanzenteile. Wöchentlich sollte ein Teilwasserwechsel von 20 bis 30 Prozent des Volumens durchgeführt werden. Der Filter wird nur bei nachlassender Leistung und ausschließlich mit Beckenwasser gereinigt, um die Bakterienkultur zu schonen.
Wer ein Paludarium oder ein Becken für Amphibien einrichtet, muss zusätzlich einen trockenen Landteil gestalten. Hier eignen sich Korkrinden, Moos und Klettermöglichkeiten. Der Übergang zwischen Wasser- und Landzone muss so gestaltet sein, dass die Tiere problemlos ein- und aussteigen können.
Häufige Fehler
- Zu kleines Becken: Viele Einsteiger greifen zu Nano-Becken unter 30 Litern und besetzen diese mit ungeeigneten Arten. Kleine Wasservolumina sind instabil und fehlerempfindlich – kein artgerechtes Gehege für die meisten Fischarten.
- Überbesatz: Zu viele Tiere auf zu wenig Raum führen zu Stress, Aggression, erhöhter Keimlast und schlechten Wasserwerten. Weniger ist mehr.
- Fehlende Einfahrzeit: Wer Tiere in ein frisch eingerichtetes Becken setzt, riskiert eine Nitritvergiftung, die schnell tödlich enden kann.
- Falsche Vergesellschaftung: Nicht alle Arten vertragen sich. Unterschiedliche Ansprüche an Temperatur, pH-Wert oder Sozialverhalten führen zu Problemen, wenn die Zusammenstellung nicht sorgfältig recherchiert wird.
- Vernachlässigung der Wasserpflege: Unregelmäßige Wasserwechsel und verschmutzte Filter verschlechtern die Wasserqualität schleichend. Krankheiten und Todesfälle sind die Folge.
- Fehlende Strukturierung: Ein kahles Becken ohne Pflanzen, Höhlen oder Sichtbarrieren bietet keinen Rückzugsort. Die Tiere stehen unter Dauerstress, was das Immunsystem schwächt.
Tipps für Anfänger
Starten Sie mit einem Becken von mindestens 80 bis 100 Litern. Dieses Volumen ist groß genug, um stabile Wasserwerte zu