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Faunarium

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Haltung & Pflege > Käfige & Behausungen

Definition & Überblick

Ein Faunarium ist ein kompakter, meist aus transparentem Kunststoff gefertigter Behälter mit einem perforierten Deckel, der zur vorübergehenden oder dauerhaften Unterbringung kleiner Tiere dient. Der Begriff leitet sich vom lateinischen Fauna (Tierwelt) ab und hat sich im deutschsprachigen Raum als feststehende Bezeichnung für diese Art von Behausung etabliert. Faunarien werden in der Terraristik, Aquaristik und Insektenhaltung gleichermaßen eingesetzt und sind aus dem Alltag vieler Tierhalter nicht mehr wegzudenken.

Typische Bewohner eines Faunariums sind Wirbellose wie Gespenstschrecken, Tausendfüßer, Schnecken und Spinnen, aber auch kleine Reptilien und Amphibien wie Jungeidechsen, Frösche oder Geckos. Darüber hinaus dient das Faunarium als Transportbox, Quarantänebehälter, Aufzuchtstation für Jungtiere oder als temporäres Gehege während der Reinigung des eigentlichen Terrariums.

Erhältlich sind Faunarien in verschiedenen Größen – von wenigen Litern Fassungsvermögen bis hin zu Modellen mit rund 20 Litern. Namhafte Hersteller wie Exo Terra, Lucky Reptile oder Hagen bieten standardisierte Varianten an, die im Zoofachhandel und online leicht verfügbar sind.

Grundlagen & Voraussetzungen

Bevor ein Faunarium zum Einsatz kommt, muss geklärt werden, welche Tierart darin gehalten werden soll und ob das Faunarium als Dauerlösung oder nur vorübergehend genutzt wird. Die artgerechte Haltung steht dabei immer im Vordergrund. Nicht jedes Tier eignet sich für die dauerhafte Unterbringung in einem Faunarium – größere Reptilien, aktive Klettertiere oder Arten mit hohem Platzbedarf benötigen ein vollwertiges Terrarium oder Gehege mit entsprechenden Maßen.

Folgende Grundvoraussetzungen sollten erfüllt sein:

  • Ausreichende Belüftung: Der perforierte Deckel sorgt für Luftzirkulation. Bei Arten mit hohem Feuchtigkeitsbedarf kann es nötig sein, Teile der Lüftung abzudecken, um die Luftfeuchtigkeit zu halten – allerdings nie vollständig, da sonst Staunässe und Schimmel drohen.
  • Passende Größe: Als Faustregel gilt, dass das Faunarium mindestens das Dreifache der Körperlänge des Tieres in Länge und Breite aufweisen sollte. Für kletternde Arten ist die Höhe entscheidend.
  • Ausbruchsicherheit: Gerade bei kleinen Wirbellosen, Futterinsekten oder sehr jungen Tieren muss der Deckel absolut dicht schließen. Manche Arten, etwa junge Gottesanbeterinnen, können durch kleinste Spalten entkommen.
  • Temperatur und Licht: Kunststoffbehälter heizen sich unter direkter Sonneneinstrahlung oder bei Verwendung von Wärmelampen extrem schnell auf. Ein Faunarium darf deshalb nie in die pralle Sonne gestellt werden. Heizmatten sollten ausschließlich seitlich oder unter maximal einem Drittel der Bodenfläche angebracht werden.

Praktische Umsetzung

Die Einrichtung eines Faunariums richtet sich nach den Bedürfnissen der jeweiligen Tierart. Eine dünne Schicht geeignetes Bodensubstrat – etwa Kokoshumus, ungedüngte Erde oder Küchenpapier – bildet die Grundlage. Für bodenbewohnende Arten wie Tausendfüßer empfiehlt sich eine dickere Substratschicht von fünf bis zehn Zentimetern, da diese Tiere graben und sich einbuddeln.

Versteckmöglichkeiten sind essenziell. Korkrinde, kleine Tonscherben oder Laubschichten bieten Rückzugsorte und reduzieren Stress. Kletternde Arten benötigen Äste, Zweige oder Kunstpflanzen, um ihrem natürlichen Bewegungsdrang nachzukommen. Auch eine flache Wasserschale oder regelmäßiges Besprühen der Einrichtung gehört bei vielen Arten zur Grundausstattung.

Die Reinigung gestaltet sich dank des glatten Kunststoffs unkompliziert. Futterreste und Kot sollten täglich entfernt werden. Eine Komplettreinigung mit warmem Wasser – ohne scharfe Chemikalien – empfiehlt sich alle ein bis zwei Wochen, je nach Besatz und Verschmutzungsgrad.

Bei der Nutzung als Quarantänebehälter ist eine möglichst schlichte Einrichtung sinnvoll: Küchenpapier als Bodengrund, ein Versteck und eine Wasserstelle genügen. So lässt sich das Verhalten des Tieres gut beobachten, Kotproben können einfach entnommen werden, und die Hygiene bleibt gewährleistet.

Häufige Fehler

  • Dauerhaltung ungeeigneter Arten: Ein Faunarium ist kein vollwertiges Terrarium. Bartagamen, Kornnattern oder ausgewachsene Leopardgeckos haben darin nichts zu suchen. Die Tierschutzgesetzgebung schreibt Mindestmaße für die Haltung vor, die ein Faunarium in den meisten Fällen nicht erfüllt.
  • Überhitzung: Einer der gefährlichsten und häufigsten Fehler. Kunststoff isoliert kaum und bietet keinen Schutz vor Hitzestau. Schon wenige Minuten in der Sonne können für die Tiere tödlich enden.
  • Fehlende Strukturierung: Ein leeres Faunarium ohne Verstecke, Klettermöglichkeiten oder Beschäftigung bedeutet für das Tier chronischen Stress. Selbst bei temporärer Nutzung sollte eine Mindesteinrichtung vorhanden sein.
  • Zu kleine Lüftungsöffnungen abkleben: Manche Halter verschließen die Deckelperforierung vollständig, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Das führt zu Sauerstoffmangel, Schimmelbildung und letztlich zu kranken Tieren.
  • Vernachlässigung der Hygiene: Durch das geringe Volumen eines Faunariums verschlechtern sich die hygienischen Bedingungen schneller als in einem großen Gehege. Unregelmäßige Reinigung begünstigt Milbenbefall, Pilzinfektionen und bakterielle Erkrankungen.