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Chinesischer-schopfhund

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Rassen > Hunderassen – Gesellschafts- & Begleithunde

Steckbrief

  • Herkunft: China (Patronat: Großbritannien)
  • FCI-Gruppe: Gruppe 9 – Gesellschafts- und Begleithunde, Sektion 4: Haarlose Hunde
  • FCI-Standard Nr.: 288
  • Größe: Rüden 28–33 cm, Hündinnen 23–30 cm Widerristhöhe
  • Gewicht: 3–5,5 kg
  • Lebenserwartung: 12–16 Jahre
  • Fell/Farben: Zwei Varietäten – Hairless (haarlos mit Haarschopf, Pfoten- und Rutenbehang) und Powderpuff (vollständig behaart mit weichem, langem Fell). Alle Farben und Farbkombinationen sind laut Rassestandard zulässig.

Herkunft & Geschichte

Die Abstammung des Chinesischen Schopfhundes ist bis heute nicht restlos geklärt. Haarlose Hunde existierten nachweislich seit Jahrhunderten in verschiedenen Teilen Asiens, Afrikas und Mittelamerikas. Genetische Untersuchungen legen nahe, dass die Haarlosigkeit auf eine natürliche Genmutation zurückgeht, die unabhängig voneinander in unterschiedlichen Populationen auftrat. Die Bezeichnung „Chinesisch" geht auf chinesische Handelsseefahrer zurück, die kleine haarlose Hunde an Bord ihrer Schiffe hielten – vermutlich zur Rattenbekämpfung in den Laderäumen.

Im 19. Jahrhundert gelangten die ersten Exemplare über Handelsrouten nach Europa und Nordamerika. Die gezielte Zucht begann Ende des 19. Jahrhunderts vor allem in Großbritannien und den Vereinigten Staaten. Maßgeblich an der Etablierung der Rasse beteiligt waren die amerikanischen Züchterinnen Debora Wood und Gypsy Rose Lee, die ab den 1950er-Jahren systematische Zuchtprogramme aufbauten. Der britische Kennel Club erkannte die Rasse 1981 offiziell an, die FCI folgte 1987 mit der Eintragung des Rassestandards unter britischem Patronat. Heute betreuen zahlreiche Zuchtverbände weltweit die kontrollierte Weiterzucht dieser außergewöhnlichen Rasse.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Chinesische Schopfhund ist ein kleiner, elegant gebauter Hund mit feinem Knochenbau und überraschend athletischer Silhouette. Sein Erscheinungsbild unterscheidet sich grundlegend je nach Varietät.

Die Hairless-Variante ist das Markenzeichen der Rasse: Die Haut ist weich, glatt und warm. Am Kopf trägt sie einen fließenden Haarschopf (Crest), an den Pfoten seidiges Haar (Socks) und an der Rute eine Fahne (Plume). Der restliche Körper ist weitgehend unbehaart. Die Hautfarbe variiert von rosa über schiefergrau bis hin zu dunkelbraun und kann gefleckt sein.

Die Powderpuff-Variante besitzt ein doppeltes, weiches, schleierartiges Haarkleid, das den gesamten Körper bedeckt. Beide Varietäten fallen in jedem Wurf, da die Haarlosigkeit auf ein dominantes Gen mit unvollständiger Penetranz zurückgeht. Reinerbig haarlose Welpen sind nicht lebensfähig, weshalb die Powderpuff-Variante für die gesunde Zucht unverzichtbar ist.

Typisch sind die großen, aufrecht stehenden Ohren, die mandelförmigen, weit auseinanderliegenden Augen und der schlanke, leicht gebogene Hals. Der Körperbau ist insgesamt feingliedrig, aber nicht zerbrechlich. Die Rute wird in Bewegung fröhlich angehoben und leicht geschwungen getragen.

Charakter & Wesen

Der Chinesische Schopfhund ist ein ausgesprochen anhänglicher und sensibler Begleiter, der eine enge Bindung zu seiner Bezugsperson aufbaut. Er gilt als treu, verspielt und sanftmütig, kann Fremden gegenüber jedoch zunächst zurückhaltend und wachsam sein. Aggressives Verhalten ist dieser Rasse weitgehend fremd.

Trotz seiner geringen Größe ist er überraschend lebhaft und intelligent. Er lernt schnell, zeigt sich kooperativ beim Training und reagiert ausgesprochen empfindlich auf raue Erziehungsmethoden. Positive Verstärkung ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Ausbildung. Viele Halter beschreiben ihn als regelrecht katzenartig in seinem Verhalten: Er klettert gern auf erhöhte Plätze, sucht Körperkontakt und beobachtet seine Umgebung aufmerksam.

Sein fröhliches, unkompliziertes Wesen macht ihn zu einem hervorragenden Familienhund, der sich auch mit Kindern und anderen Haustieren in der Regel gut verträgt – vorausgesetzt, er wird respektvoll behandelt.

Haltung & Pflege

Der Chinesische Schopfhund eignet sich hervorragend für die Wohnungshaltung. Sein Bedarf an Auslauf ist moderat, regelmäßige Spaziergänge und geistige Beschäftigung sind dennoch unverzichtbar. Intelligenzspielzeug, Tricktraining oder kleine Agility-Übungen halten ihn geistig und körperlich fit.

Die Fellpflege unterscheidet sich je nach Varietät erheblich. Beim Hairless muss die Haut regelmäßig mit feuchtigkeitsspendender, parfümfreier Creme gepflegt werden, um Austrocknung und Rissen vorzubeugen. Sonnenschutz im Sommer und ein Mantel im Winter sind Pflicht, da die nackte Haut empfindlich auf UV-Strahlung und Kälte reagiert. Der Haarschopf und die Behaarung an Pfoten und Rute sollten regelmäßig gebürstet werden.

Beim Powderpuff ist tägliches bis zweitägiges Bürsten notwendig, um Verfilzungen des feinen Unterhaars zu vermeiden. Regelmäßiges Baden alle zwei bis drei Wochen hält das Fell in gutem Zustand. Beide Varietäten benötigen konsequente Zahnpflege, da die Rasse zu Zahnproblemen neigt.

Ernährung

Die Ernährung des Chinesischen Schopfhundes sollte hochwertig und an seine geringe Körpergröße angepasst sein. Kleine Kroketten oder speziell für Kleinhunderassen konzipiertes Futter eignen sich gut,