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Demodex

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Tiermedizin & Gesundheit > Parasiten

Definition & Überblick

Unter dem Begriff Demodex versteht man eine Gattung mikroskopisch kleiner Milben, die in den Haarfollikeln und Talgdrüsen von Säugetieren parasitieren. Der durch diese Milben ausgelöste Krankheitskomplex wird als Demodikose (auch Demodexräude oder Haarbalgmilbenbefall) bezeichnet. Die Parasiten gehören zur Klasse der Spinnentiere (Arachnida) und besitzen einen charakteristisch langgestreckten, zigarrenförmigen Körper mit vier kurzen Stummelbeinpaaren.

Bei Hunden ist Demodex canis die häufigste Art, bei Katzen kommen Demodex cati und Demodex gatoi vor. Auch andere Tierarten wie Hamster, Rinder und Pferde können betroffen sein. Beim Menschen existieren mit Demodex folliculorum und Demodex brevis ebenfalls wirtsspezifische Arten – eine Übertragung zwischen verschiedenen Tierarten oder vom Tier auf den Menschen findet in der Regel nicht statt.

Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen einem harmlosen, klinisch unauffälligen Milbenbesatz, der bei vielen gesunden Tieren nachweisbar ist, und einer manifesten Demodikose mit Krankheitssymptomen. Die Milben werden in den ersten Lebenstagen von der Mutter auf die Welpen übertragen und gehören bei vielen Säugetieren zur normalen Hautfauna. Erst wenn das Immunsystem die Milbenpopulation nicht mehr kontrollieren kann, kommt es zum Krankheitsausbruch.

Ursachen & Risikofaktoren

Die eigentliche Ursache der Demodikose ist eine unkontrollierte Vermehrung der Demodex-Milben in den Haarfollikeln. Da nahezu jeder Hund geringe Mengen dieser Milben trägt, liegt das Problem nicht in der Infektion selbst, sondern in der Fähigkeit des Immunsystems, den Parasitenbefall in Schach zu halten.

  • Genetische Prädisposition: Bestimmte Hunderassen wie Mops, Bulldogge, Shar-Pei, Dobermann und Deutscher Schäferhund zeigen eine erbliche Anfälligkeit. Ein spezifischer T-Zell-Defekt wird als Ursache diskutiert.
  • Jungtiere: Welpen und Junghunde unter 18 Monaten entwickeln häufig eine juvenile Demodikose, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist.
  • Immunsuppression: Erkrankungen wie Hyperadrenokortizismus (Cushing-Syndrom), Hypothyreose, Diabetes mellitus, Tumorerkrankungen oder die langfristige Gabe von Kortikosteroiden und anderen immunsuppressiven Medikamenten können bei erwachsenen Tieren eine Demodikose auslösen.
  • Stress und Mangelernährung: Chronischer Stress, Parasitenbefall durch andere Erreger oder eine unzureichende Nährstoffversorgung schwächen die körpereigene Abwehr zusätzlich.

Bei Katzen tritt die Demodikose deutlich seltener auf. Hier sollte bei einem Krankheitsausbruch stets nach einer zugrunde liegenden Immunschwäche gesucht werden, beispielsweise einer Infektion mit dem Felinen Immundefizienzvirus (FIV) oder dem Felinen Leukämievirus (FeLV).

Symptome & Erkennung

Klinisch unterscheidet man zwei Verlaufsformen, die sich erheblich in Schweregrad und Prognose unterscheiden:

Lokalisierte Demodikose: Diese mildere Form zeigt sich durch wenige (in der Regel weniger als fünf) umschriebene, haarlose Stellen (Alopezie), bevorzugt im Gesicht, um die Augen herum, an den Lefzen und an den Vorderbeinen. Die Haut kann leicht gerötet sein und eine feine, kleieförmige Schuppung aufweisen. Juckreiz (Pruritus) ist bei reiner Demodikose typischerweise gering oder fehlt ganz.

Generalisierte Demodikose: Bei dieser schweren Verlaufsform breitet sich der Haarverlust großflächig über den gesamten Körper aus. Durch sekundäre bakterielle Infektionen (Pyodermie) kommt es häufig zu Pusteln, Krusten, Schwellungen, übelriechendem Ausfluss und teilweise starkem Juckreiz. In schweren Fällen entwickeln die Tiere eine Pododermatitis – eine schmerzhafte Entzündung der Pfoten – sowie Lymphknotenschwellungen, Fieber und ein deutlich reduziertes Allgemeinbefinden.

Diagnose

Die Diagnosestellung erfolgt in der tierärztlichen Praxis durch mehrere, sich ergänzende Untersuchungsmethoden:

  • Tiefes Hautgeschabsel (Deep Skin Scraping): Dies ist die Standardmethode. Mit einer stumpfen Skalpellklinge wird die Haut bis zum Austritt kapillären Blutes geschabt, um Milben aus der Tiefe der Haarfollikel zu gewinnen. Das Material wird unter dem Mikroskop auf adulte Milben, Larven, Nymphen und Eier untersucht.
  • Trichogramm: Hierbei werden Haare mitsamt der Wurzel ausgezupft und mikroskopisch beurteilt. Diese Methode eignet sich besonders für schwer zugängliche Körperstellen wie die Periokularregion oder die Zwischenzehenräume.
  • Hautbiopsie: Bei Tieren mit stark verdickter, vernarbter Haut – etwa beim Shar-Pei – kann ein Hautgeschabsel falsch negativ ausfallen. Eine histopathologische Untersuchung von Gewebeproben liefert dann den sicheren Nachweis.
  • Abklatschzytologie: Zur Beurteilung sekundärer bakterieller Infektionen werden Abklatschpräparate von Pusteln oder nässenden Stellen angefertigt.

Bei erwachsenen Tieren mit generalisierter Demodikose gehört eine umfassende Aufarbeitung möglicher Grunderkrankungen zur Diagnostik. Blutuntersuchungen inklusive Schilddrüsenwerten, Cortisol-Screening und gegebenenfalls Virusserologie bei Katzen sind hierbei unverzichtbar.

Behandlung & Therapie

Die lokalisierte juvenile Demodikose heilt in etwa 90 Prozent der Fälle