Futtermenge
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Definition & Überblick
Die Futtermenge bezeichnet die Gesamtmasse an Futter, die ein Tier innerhalb eines definierten Zeitraums – in der Regel pro Tag – aufnehmen soll, um seinen Energie- und Nährstoffbedarf vollständig zu decken. Sie ist eine der zentralen Stellschrauben in der praktischen Fütterung und entscheidet maßgeblich darüber, ob ein Tier optimal versorgt, unter- oder überernährt wird.
Die korrekte Futtermenge ist keine fixe Größe, sondern immer das Ergebnis einer individuellen Berechnung. Sie hängt von Faktoren wie Körpergewicht, Aktivitätsniveau, Alter, Gesundheitszustand, Rasse und Reproduktionsstatus ab. Ebenso spielt die Energiedichte des Futters eine entscheidende Rolle: Ein hochkalorisches Alleinfuttermittel muss in geringerer Menge verfüttert werden als ein rohfaserreiches, energieärmeres Futter, um denselben Bedarf zu decken.
In der Praxis orientieren sich Tierhalter häufig an den Fütterungsempfehlungen auf der Verpackung. Diese Angaben dienen jedoch nur als Richtwert. Die tatsächlich benötigte Futterration kann deutlich abweichen – nach oben wie nach unten.
Zusammensetzung & Inhaltsstoffe
Die Futtermenge lässt sich nicht losgelöst von der Zusammensetzung des Futters betrachten. Entscheidend ist, welche Nährstoffe in welcher Konzentration enthalten sind. Die wichtigsten Parameter sind:
- Protein (Rohprotein): Bestimmt den Baustoffwechsel. Wachsende, laktierende oder sportlich geführte Tiere benötigen eine höhere Proteinzufuhr, was die Futtermenge oder die Futterwahl beeinflusst.
- Fett (Rohfett): Der energiedichteste Makronährstoff. Futtermittel mit hohem Fettgehalt liefern mehr Kalorien pro Gramm – die nötige Futtermenge sinkt entsprechend.
- Rohfaser: Fördert die Verdauung, liefert aber vergleichsweise wenig Energie. Rohfaserreiche Rationen erfordern größere Futtermengen, um den Energiebedarf zu decken – besonders relevant bei Pflanzenfressern.
- Vitamine und Mineralstoffe: Müssen in der Gesamtration in ausreichender Menge enthalten sein. Bei reduzierter Futtermenge – etwa während einer Diät – kann eine Unterversorgung entstehen, wenn kein entsprechendes Ergänzungsfuttermittel zugefüttert wird.
Ein Alleinfuttermittel ist so konzipiert, dass es bei korrekter Futtermenge den kompletten Nährstoffbedarf abdeckt. Ein Ergänzungsfuttermittel hingegen liefert nur Teilaspekte der Ernährung und muss mit anderen Komponenten kombiniert werden – hier ist die Berechnung der Futtermenge komplexer.
Für welche Tiere geeignet?
Das Thema Futtermenge betrifft ausnahmslos jede Tierart, die in menschlicher Obhut gehalten wird. Die Herangehensweise unterscheidet sich jedoch erheblich:
- Hunde: Die tägliche Futtermenge variiert stark nach Größe, Rasse und Aktivität. Ein 5-kg-Chihuahua benötigt etwa 100–150 g Trockenfutter pro Tag, eine 40-kg-Deutsche-Dogge hingegen 400–600 g.
- Katzen: Als strikte Karnivoren mit vergleichsweise konstantem Stoffwechsel liegt die typische Futtermenge bei 200–350 g Nassfutter oder 40–70 g Trockenfutter pro Tag, abhängig vom Energiegehalt.
- Pferde: Die Futtermenge orientiert sich am Körpergewicht. Als Faustregel gilt: 1,5–2 % des Körpergewichts an Raufutter (Heu) täglich, ergänzt durch Kraft- und Mineralfutter nach Leistungsbedarf.
- Kaninchen und Meerschweinchen: Heu ad libitum bildet die Basis. Frischfutter wird mit etwa 100 g pro kg Körpergewicht täglich kalkuliert.
- Ziervögel, Reptilien, Fische: Hier gelten artspezifische Regeln. Bei Fischen etwa ist Überfütterung eine der häufigsten Todesursachen – wenige Flocken, die in zwei Minuten gefressen werden, genügen oft.
Fütterungsempfehlung
Eine praxistaugliche Ermittlung der Futtermenge erfolgt in drei Schritten:
- Energiebedarf ermitteln: Der Erhaltungsbedarf (Resting Energy Requirement, RER) wird anhand des Körpergewichts berechnet. Multiplikatoren für Aktivität, Wachstum, Trächtigkeit oder Kastration ergeben den tatsächlichen Tagesbedarf.
- Energiegehalt des Futters prüfen: Die metabolisierbare Energie (ME) steht auf dem Etikett oder lässt sich aus den analytischen Bestandteilen näherungsweise berechnen.
- Futtermenge berechnen: Tagesbedarf (kcal) geteilt durch Energiegehalt des Futters (kcal/g) ergibt die Futtermenge in Gramm.
Das Fütterungsintervall spielt ebenfalls eine Rolle. Hunde erhalten ihre Tagesration idealerweise auf zwei Mahlzeiten verteilt, Katzen bevorzugen mehrere kleine Portionen über den Tag, Pferde brauchen eine möglichst kontinuierliche Raufutteraufnahme, um Magengeschwüren vorzubeugen.
Vorteile & Nachteile
Vorteile einer korrekt berechneten Futtermenge:
- Optimale Versorgung mit Protein, Fett, Rohfaser, Vitaminen und Mineralstoffen
- Erhalt des Idealgewichts und Prävention von Adipositas
- Bessere Verdauung und stabilere Kotqualität
- Geringere Futterkosten durch Vermeidung von Verschwendung
Risiken bei falscher Futtermenge:
- Überfütterung: Übergewicht, Gelenkprobleme, Diabetes, verkürzte Lebenserwartung