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Kanarienvogel

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Tierart – Vögel > Exoten & Ziervögel (Käfig)

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Serinus canaria forma domestica (Haustierform); Wildform: Serinus canaria
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Finken (Fringillidae)
  • Gattung: Girlitze (Serinus)
  • Lebensraum (Wildform): Lorbeer- und Buschwälder, Gärten und Kulturland auf den Kanarischen Inseln, Madeira und den Azoren
  • Größe: 12–14 cm (Wildform); Zuchtformen bis 23 cm
  • Gewicht: 12–30 g je nach Rasse
  • Lebenserwartung: 8–15 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Der wilde Kanarengirlitz, die Stammform des domestizierten Kanarienvogels, zeigt ein eher unauffälliges Gefieder. Oberseits ist es grünlich-braun mit dunklen Stricheln, unterseits gelblich-grün bis grüngelb. Die Flügel tragen zwei blasse Flügelbinden, der Schwanz ist leicht gekerbt. Männchen sind insgesamt kräftiger gelb gefärbt als Weibchen, die eher graugrün wirken.

Durch über 500 Jahre züchterische Selektion hat die Hausform ein enormes Spektrum an Farbschlägen, Körperformen und Gefiederstrukturen hervorgebracht. Die bekannteste Variante ist der intensiv gelbe Kanarienvogel, doch es existieren Farbkanarien in Weiß, Rot, Orange, Braun, Achat und zahlreichen Scheckungen. Bei den Positur- oder Gestaltkanarien reicht die Bandbreite vom zierlichen Gloster mit Federhaube bis zum großen Riesenkanarier wie dem Yorkshire Canary. Einige Rassen, etwa der Pariser Trompeter, besitzen stark gekräuseltes Gefieder. Der Schnabel ist kurz, konisch und typisch für körnerfressende Finken.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Kanarengirlitzes beschränkt sich auf die Makaronesischen Inseln im östlichen Atlantik. Auf den Kanarischen Inseln – von denen der Vogel seinen Namen erhielt – besiedelt er Lebensräume vom Meeresniveau bis in Höhenlagen von rund 1.500 Metern. Sein bevorzugtes Habitat umfasst halboffene Landschaften: lichte Lorbeerwälder, Baumheide-Zonen, Obstgärten, Parks und Gärten in Siedlungsnähe. Dichte, geschlossene Wälder meidet er ebenso wie völlig baumlose Flächen.

Als Haustier ist der Kanarienvogel weltweit verbreitet. Seit spanische Seefahrer im 15. Jahrhundert die ersten Exemplare nach Europa brachten, entwickelte sich die Kanarienvogelzucht zu einem eigenständigen Zweig der Vogelliebhaberei. Verwilderte Populationen konnten sich außerhalb des ursprünglichen Verbreitungsgebiets bisher kaum dauerhaft etablieren – vereinzelt gibt es Vorkommen auf Bermuda, Hawaii und auf Elba.

Ernährung

Kanarienvögel sind überwiegend Körnerfresser (granivor). In freier Wildbahn besteht die Nahrung aus Samen verschiedener Gräser, Kräuter und Wildpflanzen, ergänzt durch Blattgrün, Knospen und kleine Insekten, die vor allem während der Brutzeit als Proteinquelle dienen.

In der Heimtierhaltung bildet eine hochwertige Körnermischung aus Kanariensaat (Phalaris canariensis), Rübsen, Nigersaat, Hanf und verschiedenen Grassamen die Grundlage. Frisches Grünfutter wie Vogelmiere, Löwenzahn, Gurke, Apfel und Möhre sollte täglich angeboten werden. Eifutter liefert besonders während der Mauser und Brutzeit zusätzliches Protein. Sepiaschale oder Grit decken den Mineralstoff- und Kalziumbedarf. Frisches Trinkwasser muss stets verfügbar sein.

Verhalten & Lebensweise

Der Kanarienvogel ist tagaktiv und zeigt eine ausgeprägte Gesangsaktivität, die vor allem bei den Männchen stark entwickelt ist. Der Gesang dient der Reviermarkierung und der Anlockung von Weibchen. Über Jahrhunderte wurden gezielt Zuchtlinien entwickelt, die besonders komplexe und melodiöse Gesangsstrophen hervorbringen – die sogenannten Gesangskanarien. Der Harzer Roller, im 19. Jahrhundert im Harz gezüchtet, gilt als bekannteste Gesangsrasse mit seinen charakteristischen Touren wie Hohlrolle, Knorre und Glucke.

In freier Wildbahn leben Kanarengirlitze außerhalb der Brutzeit in lockeren Schwärmen und suchen gemeinsam nach Nahrung. Während der Fortpflanzungsperiode werden die Männchen territorial und verteidigen ein kleines Revier rund um den Nistplatz. In der Käfighaltung zeigen Kanarienvögel ein ruhiges, aber lebhaftes Wesen. Sie baden gern, fliegen viel und benötigen ausreichend Bewegungsraum. Eine Einzelhaltung ist möglich, da Männchen in Gesellschaft anderer Männchen häufig ihren Gesang einschränken – geselliger ist jedoch die Haltung in Paaren oder kleinen Gruppen in entsprechend großen Volieren.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit des wilden Kanarengirlitzes erstreckt sich von Februar bis Juni. In dieser Phase baut das Weibchen ein napfförmiges Nest aus Gräsern, Moos und Pflanzenfasern, das es in Büschen oder Bäumen in ein bis fünf Metern Höhe anlegt. Das Gelege umfasst in der Regel drei bis fünf bläulich-weiße Eier mit feinen rötlichen Flecken. Die Bebrütung dauert 13 bis 14 Tage und wird ausschließlich vom Weibchen übernommen, das in dieser Zeit vom Männchen gefüttert wird.

Die Küken schlüpfen als Nesthocker – blind, mit spärlichem Daunengefieder und vollständig auf die Fütterung durch beide Eltern angewiesen. Nach etwa 14 bis 18 Tagen verlassen die Jungvögel das Nest, werden aber noch weitere ein bis zwei Wochen von den Eltern versorgt, bis sie selbstständig fressen. Unter Zuchtbedingungen sind zwei bis drei Bruten pro Saison üblich. Erfahrene Züchter setzen Kunstst