Katzengras
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Definition und Überblick
Katzengras bezeichnet eine Gruppe von Pflanzen, die speziell für den Verzehr durch Hauskatzen angeboten werden. Es handelt sich dabei nicht um eine einzelne botanische Art, sondern um verschiedene Gräser und grasähnliche Gewächse, die für Katzen ungiftig sind und deren natürlichem Kaubedürfnis entgegenkommen. Katzengras gehört zum Standardzubehör für Wohnungskatzen und ist in Zoofachhandlungen, Gartencentern und Supermärkten als Fertigpflanze, Saatgut oder Anzuchtset erhältlich.
Der Verzehr von Gras ist ein normales Verhalten bei Katzen, das auch bei wildlebenden Artgenossen beobachtet wird. Wohnungskatzen, die keinen Zugang zu einem Garten haben, fehlt diese natürliche Nahrungsergänzung. Katzengras bietet ihnen eine sichere Alternative und schützt gleichzeitig Zimmerpflanzen vor Fraßschäden – von denen einige für Katzen giftig sein können.
Verwendete Pflanzenarten
Unter der Bezeichnung Katzengras werden verschiedene Pflanzenarten vertrieben, die sich in Wuchsform, Pflege und Eignung unterscheiden:
- Weizen (Triticum aestivum): Die am häufigsten verwendete Art. Weizenkeime wachsen schnell, bilden weiche Halme und sind leicht anzuziehen. Fertige Weizengras-Töpfe dominieren das Angebot im Handel.
- Gerste (Hordeum vulgare): Ähnlich wie Weizen schnell keimend und unkompliziert in der Pflege. Die Halme sind etwas robuster.
- Hafer (Avena sativa): Bildet breite, weiche Blätter, die von vielen Katzen gerne angenommen werden.
- Deutsches Weidelgras (Lolium perenne): Ein ausdauerndes Gras, das bei regelmäßigem Rückschnitt über längere Zeit nutzbar bleibt.
- Zyperngras (Cyperus zumula): Botanisch kein echtes Gras, sondern ein Sauergrasgewächs. Es wächst buschig, ist langlebig und muss nicht nachgesät werden. Die schmalen, harten Blätter bergen allerdings ein etwas höheres Verletzungsrisiko an der Speiseröhre.
- Grünlilie (Chlorophytum comosum): Wird gelegentlich als Katzengras-Ersatz genutzt, ist jedoch keine optimale Wahl, da die Pflanze Saponine enthält und Schadstoffe aus der Luft in ihren Blättern einlagert.
Für den Einstieg eignen sich Weizen-, Gersten- oder Hafergras am besten. Diese Getreidegräser sind weich, gut verträglich und bei den meisten Katzen beliebt.
Warum fressen Katzen Gras?
Die genauen Gründe für den Grasverzehr bei Katzen sind wissenschaftlich nicht abschließend geklärt. Mehrere Erklärungsansätze bestehen nebeneinander:
Die verbreitetste Theorie besagt, dass Gras als natürliche Verdauungshilfe dient. Katzen verschlucken bei der Fellpflege lose Haare, die sich im Magen zu Haarballen (Trichobezoare) zusammenlagern. Die unverdaulichen Pflanzenfasern sollen den Würgereflex auslösen und das Herauswürgen dieser Haarballen erleichtern. Allerdings erbrechen nicht alle Katzen nach dem Grasfressen, was diese Erklärung relativiert.
Ein weiterer Ansatz sieht im Gras eine Quelle für Folsäure (Vitamin B9), die in frischen Grashalmen enthalten ist. Folsäure spielt eine Rolle bei der Blutbildung und dem Zellstoffwechsel. Ob Katzen tatsächlich einen Bedarf über diesen Weg decken, ist allerdings umstritten.
Möglicherweise unterstützen die Ballaststoffe im Gras auch die Darmtätigkeit und fördern den Transport von unverdaulichen Resten durch den Verdauungstrakt. Neuere Forschungen an verwandten Raubtierarten legen nahe, dass der Grasverzehr ein evolutionär verankertes Verhalten zur Parasitenbekämpfung sein könnte – auch wenn Hauskatzen diesen Nutzen kaum noch benötigen.
Anzucht und Pflege
Die Selbstanzucht von Katzengras ist unkompliziert und deutlich günstiger als der regelmäßige Kauf fertiger Töpfe. Getreidekörner aus dem Bioladen oder spezielles Katzengras-Saatgut werden etwa einen Zentimeter tief in nährstoffarme Anzuchterde gesetzt und gleichmäßig feucht gehalten. Bei Zimmertemperatur keimen die Samen innerhalb von drei bis fünf Tagen. Nach etwa zehn bis vierzehn Tagen erreichen die Halme eine Höhe von acht bis fünfzehn Zentimetern und können der Katze angeboten werden.
Einige Hinweise zur Pflege:
- Das Gras an einen hellen Standort ohne direkte Mittagssonne stellen.
- Regelmäßig, aber mäßig gießen – Staunässe führt zu Schimmelbildung.
- Auf chemische Düngemittel und Pflanzenschutzmittel vollständig verzichten.
- Getreidegräser sind kurzlebig und sollten alle zwei bis drei Wochen neu ausgesät werden. Ein Rotationsprinzip mit mehreren Töpfen sorgt für ständige Verfügbarkeit.
- Zyperngras ist als Dauerkultur geeignet, benötigt aber regelmäßiges Gießen und gelegentliches Umtopfen.
Mögliche Risiken und Hinweise
Katzengras gilt grundsätzlich als sicher, dennoch gibt es einige Punkte, die Katzenhalter beachten sollten. Bei Gräsern mit scharfkantigen Blättern – insbesondere Zyperngras – können feine Schnittverletzungen an Maul, Rachen oder Speiseröhre entstehen. Katzen, die zu hastigem Fressen neigen, sind davon eher betroffen.
Übermäßiger Grasverzehr mit häufigem Erbrechen kann auf ein gesundheitliches Problem hinweisen, etwa chronische Übelkeit, Magenreizungen oder einen verstärkten Haarballenbefall. In solchen Fällen ist eine tierärztliche Abklärung sinnvoll.
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