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Kittenmilch

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Futter & Ernährung > Fütterung & Praxis

Definition & Überblick

Kittenmilch ist ein speziell entwickeltes Alleinfuttermittel für neugeborene und junge Katzen, das als Muttermilchersatz dient. Sie kommt immer dann zum Einsatz, wenn die Mutterkatze nicht ausreichend Milch produziert, den Wurf ablehnt, verstorben ist oder wenn verwaiste Kitten von Hand aufgezogen werden müssen. Im Gegensatz zu herkömmlicher Kuhmilch ist Kittenmilch in ihrer Zusammensetzung an die natürliche Muttermilch der Katze angepasst und enthält die für Katzenwelpen lebensnotwendigen Nährstoffe in einem artgerechten Verhältnis.

Erhältlich ist Kittenmilch als gebrauchsfertiges Flüssigprodukt oder als Pulver zum Anrühren. Die Pulverform hat den Vorteil einer längeren Haltbarkeit und lässt sich portionsgenau dosieren. Flüssige Fertigprodukte eignen sich für den sofortigen Einsatz, müssen nach dem Öffnen jedoch gekühlt und innerhalb von 24 Stunden verbraucht werden.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Die Zusammensetzung hochwertiger Kittenmilch orientiert sich eng am Nährstoffprofil der natürlichen Katzenmuttermilch. Diese ist im Vergleich zu Kuhmilch deutlich protein- und fettreicher, enthält jedoch weniger Laktose.

Typische analytische Bestandteile einer qualitativ hochwertigen Kittenmilch:

  • Protein (Rohprotein): 30–40 % in der Trockensubstanz – essenziell für Muskelaufbau, Organentwicklung und ein funktionierendes Immunsystem. Hochwertige Produkte setzen auf tierische Proteinquellen wie Casein und Molkenprotein.
  • Fett (Rohfett): 20–30 % in der Trockensubstanz – wichtigster Energielieferant für das schnelle Wachstum in den ersten Lebenswochen. Besonders bedeutsam sind langkettige Fettsäuren wie DHA und Arachidonsäure für die Gehirn- und Augenentwicklung.
  • Rohfaser: maximal 0,5 % – Kittenmilch sollte nahezu rohfaserfrei sein, um den empfindlichen Magen-Darm-Trakt nicht zu belasten.
  • Vitamine: Vitamin A, D, E, K sowie B-Vitamine (insbesondere B1, B2, B12) zur Unterstützung des Stoffwechsels und der neurologischen Entwicklung.
  • Mineralstoffe und Spurenelemente: Calcium und Phosphor in einem ausgewogenen Verhältnis (idealerweise 1,2:1) für die Skelettentwicklung, ergänzt durch Eisen, Zink, Mangan und Jod.
  • Taurin: Eine für Katzen essenzielle Aminosäure, die der Körper nicht in ausreichender Menge selbst synthetisieren kann. Ein Mangel führt zu schweren Herzerkrankungen und Erblindung.

Kuhmilch ist als Ersatz nicht geeignet, da sie zu wenig Protein und Fett, aber zu viel Laktose enthält. Der hohe Laktosegehalt verursacht bei Kitten häufig Durchfall, Blähungen und Dehydrierung – ein für Neugeborene potenziell lebensbedrohlicher Zustand.

Für welche Tiere geeignet?

Kittenmilch ist primär für Katzenwelpen von der Geburt bis zur vollständigen Entwöhnung (etwa 8.–12. Lebenswoche) konzipiert. Darüber hinaus gibt es weitere Einsatzgebiete:

  • Verwaiste Kitten: Hauptanwendungsgebiet als vollständiger Muttermilchersatz bei Handaufzucht.
  • Untergewichtige Kitten: Als Ergänzungsfuttermittel zusätzlich zur Muttermilch, wenn einzelne Welpen im Wurf zu schwach zum Trinken an der Zitze sind.
  • Kranke oder geschwächte adulte Katzen: Zur kalorienreichen Aufbauernährung bei rekonvaleszenten Tieren – hier jedoch nur in Absprache mit dem Tierarzt.
  • Trächtige und laktierende Katzen: Gelegentlich als energiereiche Ergänzung zur regulären Futterration.

Einige Kittenmilch-Produkte werden auch für die Aufzucht verwaister Frettchen, Waschbären oder anderer kleiner Karnivoren verwendet, da deren Muttermilch eine ähnliche Zusammensetzung aufweist. Für Hundewelpen, Kaninchen oder Nagetiere ist Kittenmilch dagegen nicht geeignet, da sich deren Nährstoffbedarf erheblich unterscheidet.

Fütterungsempfehlung

Die korrekte Zubereitung und Fütterung entscheidet maßgeblich über Erfolg oder Misserfolg einer Handaufzucht. Folgende Grundregeln gelten:

Zubereitung: Pulverförmige Kittenmilch wird mit abgekochtem, auf etwa 50 °C abgekühltem Wasser nach Herstellerangabe angerührt. Klumpenbildung lässt sich durch schrittweises Einrühren vermeiden. Die Trinktemperatur sollte zwischen 35 und 38 °C liegen – Kontrolle am Handgelenk, vergleichbar mit der Babymilchprüfung.

Fütterungsintervall nach Lebensalter:

  • 1.–7. Lebenstag: Alle 2 Stunden füttern, auch nachts – 2–4 ml pro Mahlzeit.
  • 2.–3. Lebenswoche: Alle 3–4 Stunden – 5–10 ml pro Mahlzeit.
  • 4.–6. Lebenswoche: Alle 4–6 Stunden – 10–15 ml pro Mahlzeit, beginnende Zufütterung fester Nahrung.
  • Ab der 7. Lebenswoche: Schrittweise Reduktion der Kittenmilch zugunsten von Nassfutter oder eingeweichtem Trockenfutter.

Die Futtermenge orientiert sich am Körpergewicht des Kittens. Als Faustregel gelten