T Tierlexikon.net
← Lexikon

Prachtfink

P

Tierart – Vögel > Exoten & Ziervögel (Käfig)

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Familie Estrildidae (Prachtfinken)
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Prachtfinken (Estrildidae)
  • Gattungen: u. a. Taeniopygia, Erythrura, Lonchura, Amadina, Neochmia, Poephila, Uraeginthus
  • Lebensraum: Savannen, Grasland, Waldränder, Buschland; teils auch Kulturlandschaften
  • Größe: 9–15 cm (je nach Art)
  • Gewicht: 7–25 g
  • Lebenserwartung: 5–10 Jahre (in Menschenobhut teils bis 12 Jahre)

Aussehen & Merkmale

Prachtfinken tragen ihren Namen zu Recht: Viele Arten zeichnen sich durch ein auffällig buntes Gefieder aus, das in kräftigen Rot-, Orange-, Blau- oder Violetttönen leuchtet. Der Körperbau ist kompakt, der Kopf rundlich und der konische Schnabel kurz und kräftig – typisch für Körnerfresser. Die Beine sind zierlich, die Zehen mit kleinen Krallen versehen, die ein sicheres Greifen an Grashalmen und dünnen Zweigen ermöglichen.

Je nach Art variiert die Gefiederfärbung erheblich. Beim Zebrafink (Taeniopygia guttata), dem wohl bekanntesten Vertreter der Prachtfinken, zeigen die Männchen eine orangerote Wangenzeichnung, eine schwarz-weiß gestreifte Brustbänderung und kastanienbraune Flanken mit weißen Punkten. Weibchen sind meist schlichter gefärbt. Beim Gouldamadine (Erythrura gouldiae) hingegen tragen beide Geschlechter ein spektakuläres Farbkleid aus Grün, Gelb, Violett und Rot oder Schwarz am Kopf. Geschlechtsdimorphismus ist bei vielen Arten vorhanden, fällt aber unterschiedlich stark aus.

Jungvögel zeigen in der Regel ein unscheinbares, bräunlich-graues Gefieder und erlangen ihre arttypische Färbung erst nach der Jugendmauser im Alter von wenigen Monaten.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Prachtfinken erstreckt sich über weite Teile der Alten Welt. Der Schwerpunkt liegt in Afrika südlich der Sahara und in Australien; weitere Arten besiedeln Süd- und Südostasien sowie die pazifischen Inseln. In Europa kommen Prachtfinken nicht natürlich vor, sind aber als Ziervögel seit dem 18. Jahrhundert weit verbreitet.

Die bevorzugten Habitate variieren je nach Art. Viele afrikanische Prachtfinken wie der Schmetterlingsastrild (Uraeginthus bengalus) bewohnen trockene Savannen und Buschland. Australische Arten wie der Diamantfink (Stagonopleura guttata) bevorzugen lichte Eukalyptuswälder und Grasland. Einige Arten, darunter der Reisfink (Padda oryzivora), haben sich an menschliche Kulturlandschaften angepasst und nutzen Reisfelder und Gärten als Biotop. Generell sind Prachtfinken an offene bis halboffene Landschaften mit Zugang zu Wasser gebunden.

Ernährung

Prachtfinken sind überwiegend Granivor, also Körnerfresser. Ihre Hauptnahrung besteht aus halbreifen und reifen Grassamen verschiedener Wildgräser. Ergänzend nehmen viele Arten kleine Insekten und deren Larven auf, besonders während der Brutzeit, wenn der Proteinbedarf für die heranwachsenden Küken steigt.

In menschlicher Haltung erhalten Prachtfinken eine Basisfuttermischung aus Kolben- und Silberhirse, ergänzt durch Glanz, Japanhirse und andere Kleinsämereien. Grünfutter wie Vogelmiere, Löwenzahn und keimende Samen sollte regelmäßig angeboten werden. Tierische Kost in Form von Eifutter, Buffalowürmern oder Ameisenpuppen ist besonders zur Jungenaufzucht unverzichtbar. Frisches Trinkwasser muss stets verfügbar sein, da Prachtfinken – anders als manche Wüstenvögel – regelmäßig trinken müssen.

Verhalten & Lebensweise

Prachtfinken sind tagaktiv und sehr gesellig. Außerhalb der Brutzeit schließen sich viele Arten zu Schwärmen zusammen, die gemeinsam auf Nahrungssuche gehen und in dichtem Gebüsch oder Schilf gemeinschaftlich übernachten. Auch während der Brutzeit dulden zahlreiche Arten Artgenossen in unmittelbarer Nähe; ausgeprägte Revierverteidigung ist selten.

Die Lautäußerungen bestehen aus leisen, oft monotonen Rufen und kurzen Gesangssequenzen, die vorwiegend die Männchen während der Balz vortragen. Der Gesang dient der Partnerbindung und ist artspezifisch; beim Zebrafinken etwa umfasst er eine stereotyp wiederholte Strophe, die das Männchen in den ersten Lebensmonaten vom Vater erlernt. Dieses vokale Lernen hat den Zebrafinken zu einem der wichtigsten Modellorganismen der Neurobiologie gemacht.

In der Volierenhaltung zeigen Prachtfinken ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Gegenseitige Gefiederpflege, das sogenannte Allopreening, ist bei Paaren häufig zu beobachten. Einzelhaltung ist aus ethologischer Sicht nicht artgerecht; eine paarweise oder gruppenweise Haltung in geräumigen Volieren wird empfohlen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz der Prachtfinken ist arttypisch und oft ritualisiert. Männchen vieler Arten führen einen sogenannten Halmbalz durch, bei der sie einen Grashalm oder ein kleines Nestmaterial im Schnabel tragen und vor dem Weibchen hüpfend singen. Kopfnicken, gesträubtes Gefieder und rhythmische Körperbewegungen begleiten die Balz.

Prachtfinken bauen kugel- oder birnenförmige Nester aus Grashalmen, Pflanzenfasern und Federn, oft mit einer seitlichen Einschlupföffnung. Die Gelege umfassen je nach Art drei bis acht weiße Eier. Beide Elternvög