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Roborowski-zwerghamster

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Rassen > Meerschweinchen- & Nagerrassen

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Phodopus roborovskii
  • Herkunft: Steppen- und Wüstengebiete der Mongolei, Nordchinas und Kasachstans
  • Rassestandard/Zuchtverband: Kein FCI-Standard (gilt nur für Hunde); Rassestandards werden von Kleintierzuchtverbänden und spezialisierten Hamstervereinen festgelegt, etwa dem Deutschen Hamsterverein oder internationalen Organisationen wie der National Hamster Council (NHC)
  • Größe: 4,5–5 cm Körperlänge (kleinste Zwerghamsterart)
  • Gewicht: 20–25 g
  • Lebenserwartung: 1,5–3 Jahre, bei optimaler Haltung gelegentlich bis zu 3,5 Jahre
  • Fell/Farben: Kurzes, dichtes Fell; Wildfarbe ist sandbraun mit weißem Bauch und charakteristischen weißen Augenbrauen-Flecken; Zuchtformen in Weiß (Husky), Agouti, Head Spot und weitere Farbschläge

Herkunft & Geschichte

Der Roborowski-Zwerghamster wurde 1894 vom russischen Naturforscher Wsewolod Roborowski während einer Expedition in der Wüste Gobi erstmals wissenschaftlich beschrieben. Seine natürliche Heimat erstreckt sich über die trockenen Steppen und Halbwüsten der Mongolei, Nordchinas und angrenzender Gebiete Kasachstans. Dort bewohnt er sandige Ebenen mit spärlicher Vegetation, wo er in selbst gegrabenen, flachen Bauen lebt.

Die Abstammung des Roborowski-Zwerghamsters liegt innerhalb der Gattung Phodopus, zu der auch der Dsungarische und der Campbell-Zwerghamster gehören. Anders als seine Verwandten blieb der Roborowski-Zwerghamster lange Zeit ein reines Forschungsobjekt. Erst in den 1990er-Jahren gewann er in Europa und Nordamerika zunehmend an Beliebtheit als Heimtier. In der Zucht werden heute verschiedene Farbschläge anerkannt, wobei seriöse Zuchtverbände streng auf Gesundheit und Wesensfestigkeit achten. Die Wildfarbe bleibt jedoch die häufigste und genetisch robusteste Variante.

Aussehen & Rassemerkmale

Mit einer Körperlänge von nur 4,5 bis 5 Zentimetern und einem Gewicht von rund 20 bis 25 Gramm ist der Roborowski-Zwerghamster die kleinste aller Zwerghamsterarten. Sein Körperbau ist kompakt und rundlich, mit einem kaum sichtbaren Schwanzstummel von etwa einem Zentimeter Länge.

Das auffälligste Merkmal sind die markanten weißen Flecken über den Augen, die wie kleine Augenbrauen wirken und dem Tier ein unverwechselbares Gesicht verleihen. Die großen, dunklen Augen sind ein Hinweis auf seine dämmerungs- und nachtaktive Lebensweise. Die Ohren sind verhältnismäßig groß und rund. Die Unterseite der Pfoten ist dicht behaart – eine Anpassung an das Leben auf heißem Wüstensand.

Das Fell ist kurz, dicht und seidig. Die Wildfarbe zeigt ein warmes Sandbraun auf der Oberseite mit einem klar abgegrenzten weißen Bauch. Durch gezielte Zucht sind inzwischen weitere Farbschläge entstanden, darunter Weiß-Gesicht (White Face), Husky und Pied-Varianten. Diese Farbschläge werden nicht von allen Zuchtverbänden gleichermaßen anerkannt, und erfahrene Züchter warnen davor, Farbzucht über Gesundheit zu stellen.

Charakter & Wesen

Der Roborowski-Zwerghamster ist ausgesprochen flink, neugierig und lebhaft. Von allen Zwerghamsterarten gilt er als der schnellste und aktivste. Er ist weniger zutraulich als der Dsungarische Zwerghamster und lässt sich nur selten wirklich handzahm machen. Das bedeutet nicht, dass er scheu oder ängstlich ist – vielmehr ist er ein wachsamer und eigenständiger Charakter, der seine Umgebung intensiv erkundet, sich aber nur ungern festhalten lässt.

In der Natur lebt der Roborowski-Zwerghamster teilweise in losen Gruppen, weshalb er unter den Zwerghamstern als eine der wenigen Arten gilt, die unter bestimmten Bedingungen paarweise oder in gleichgeschlechtlichen Gruppen gehalten werden können. Dies gelingt jedoch nur, wenn die Tiere von klein auf zusammen aufgewachsen sind, genügend Platz vorhanden ist und keine Rangstreitigkeiten eskalieren. Eine sorgfältige Beobachtung des Sozialverhaltens ist dabei unerlässlich.

Abends und nachts entfaltet der Roborowski-Zwerghamster seine volle Aktivität: Er rennt ausdauernd im Laufrad, gräbt intensiv und legt in freier Wildbahn pro Nacht erstaunliche Strecken zurück. Wer ein verspieltes, agiles Tier zum Beobachten sucht, wird an dieser Art große Freude haben.

Haltung & Pflege

Trotz seiner geringen Größe benötigt der Roborowski-Zwerghamster ein großzügig bemessenes Gehege. Als Mindestmaß gelten 100 × 50 cm Grundfläche, wobei größer immer besser ist. Mehrstöckige Käfige sind weniger geeignet, da es auf die zusammenhängende Grundfläche ankommt. Terrarien oder Aquarien mit Gitterabdeckung eignen sich hervorragend, da sie vor Zugluft schützen und eine tiefe Einstreuschicht ermöglichen.

Die Einstreu sollte mindestens 15 bis 20 Zentimeter tief sein, damit die Tiere ihrem natürlichen Grabverhalten nachkommen können. Als Material eignen sich staubarmer Kleintierstreu, Hanfstreu oder eine Mischung mit Heu. Ein hochwertiges Laufrad mit einem Durchmesser von mindestens 20 Zentimetern und geschlossener Lauffläche ist für den Auslauf unverzichtbar. Sandbäder mit speziellem Chinchillasand dienen der Fellpflege und sollten dauerhaft zur Verfügung stehen.

Zur artgerechten Beschäftigung gehören Mehrkammerhäuschen, Korkröhren, Wurzeln und andere Versteckmöglichkeiten. Da Roborowski-Zwerghamster extrem klein und flink sind, ist bei Freilauf außerhalb des Geheges äußerste Vorsicht geboten – viele