Schamadrossel
STierart – Vögel > Exoten & Ziervögel (Käfig)
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Copsychus malabaricus
- Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
- Familie: Fliegenschnäpper (Muscicapidae)
- Gattung: Copsychus
- Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder Süd- und Südostasiens
- Größe: 21–28 cm (Männchen mit langen Schwanzfedern bis 33 cm)
- Gewicht: 28–34 g
- Lebenserwartung: 8–12 Jahre (in Menschenobhut bis 15 Jahre)
Aussehen & Merkmale
Die Schamadrossel, im deutschen Sprachraum auch als Weißbürzel-Shama oder Shamadrossel bekannt, gehört zu den auffälligsten Vertretern der Gattung Copsychus. Der Geschlechtsdimorphismus ist bei dieser Art stark ausgeprägt. Das Männchen trägt ein glänzend blauschwarzes Gefieder an Kopf, Kehle, Brust und Rücken, das bei Lichteinfall metallisch schimmert. Der Bauch ist leuchtend orangebraun bis rostrot gefärbt. Besonders markant ist der weiße Bürzel, der im Flug und bei gespreiztem Schwanz deutlich sichtbar wird. Die verlängerten mittleren Schwanzfedern des Männchens können eine Länge von bis zu 15 cm erreichen und verleihen dem Vogel seine charakteristische, elegante Silhouette.
Das Weibchen ist insgesamt matter gefärbt. Es zeigt anstelle des tiefen Schwarz ein schiefergraues bis olivbraunes Gefieder an der Oberseite. Die Unterseite ist blasser orangebraun. Der Schwanz des Weibchens ist deutlich kürzer als der des Männchens. Die Beine sind bei beiden Geschlechtern fleischfarben bis rosabraun, der Schnabel ist schwarz und schlank – typisch für einen überwiegend insektivoren Vogel. Die großen, dunklen Augen sitzen in einem relativ breiten Kopf, was der Schamadrossel ein wachsames Erscheinungsbild verleiht.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet der Schamadrossel erstreckt sich von Indien und Sri Lanka über Nepal, Bangladesch und Myanmar bis nach Thailand, Malaysia, Indonesien und die Philippinen. Innerhalb dieses großen Areals werden zahlreiche Unterarten unterschieden, darunter Copsychus malabaricus malabaricus auf dem indischen Subkontinent und Copsychus malabaricus tricolor in Westindien.
Das bevorzugte Habitat sind dichte, immergrüne und halbimmergrüne Tieflandwälder mit dichtem Unterholz. Die Art besiedelt sowohl primäre als auch sekundäre Wälder, ist jedoch auf ein gewisses Maß an Vegetationsdichte angewiesen. Typische Biotope umfassen Bambusdickichte, bewaldete Schluchten und die Ränder tropischer Flussläufe. In höheren Lagen kommt sie bis etwa 1.500 Meter vor, stellenweise auch darüber. Offene Landschaften und stark urbanisierte Gebiete meidet die Schamadrossel weitgehend. Auf Hawaii und Taiwan wurde die Art durch entflohene oder freigelassene Käfigvögel eingebürgert und bildet dort stabile Populationen.
Ernährung
Die Schamadrossel ernährt sich überwiegend von Insekten und anderen Wirbellosen. Zu ihrem Nahrungsspektrum gehören Käfer, Ameisen, Grillen, Heuschrecken, Raupen, Spinnen und gelegentlich kleine Schnecken. Die Nahrungssuche findet vorwiegend am Waldboden und in der bodennahen Vegetation statt. Der Vogel hüpft dabei über das Laub, wendet mit schnellen Schnabelbewegungen Blätter und durchsucht die Streuschicht systematisch nach Beutetieren. Gelegentlich werden auch kleine Früchte und Beeren aufgenommen, insbesondere außerhalb der Brutzeit.
In der Haltung als Ziervogel wird die Schamadrossel mit einer Mischung aus Weichfutter, lebenden Insekten wie Mehlwürmern, Heimchen und Wachsmottenlarven sowie Obst und Beeren versorgt. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit ausreichend tierischem Eiweiß ist für die Gesundheit und den Erhalt des Gesangs unerlässlich.
Verhalten & Lebensweise
Die Schamadrossel ist tagaktiv und lebt überwiegend einzelgängerisch oder paarweise. Außerhalb der Brutzeit verteidigen sowohl Männchen als auch Weibchen ein eigenes Revier. Das Männchen markiert sein Territorium durch intensiven Gesang, der von exponierten Singwarten in der mittleren Baumschicht vorgetragen wird. Der Gesang gilt als einer der melodischsten und variationsreichsten unter den asiatischen Singvögeln. Er besteht aus klaren Flötenlauten, raschen Trillern und komplexen Strophen, wobei die Vögel in der Lage sind, Gesangselemente anderer Vogelarten in ihr eigenes Repertoire zu integrieren. Diese Imitationsfähigkeit hat die Schamadrossel über Jahrhunderte zu einem der begehrtesten Käfigvögel in Südostasien gemacht.
Im Verhalten zeigt sich die Art eher scheu und zurückhaltend. Bei Beunruhigung richtet sie den langen Schwanz steil auf und spreizt ihn fächerförmig, was den weißen Bürzel zur Geltung bringt. Diese Geste dient sowohl der Kommunikation mit Artgenossen als auch der Abschreckung potenzieller Feinde.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Brutzeit variiert je nach Verbreitungsgebiet und richtet sich nach dem Einsetzen der Regenzeit. Auf dem indischen Subkontinent liegt sie typischerweise zwischen April und Juli. Zur Balz präsentiert das Männchen seinen langen Schwanz, singt intensiv von einer Warte aus und führt kurze Singflüge durch, bei denen es mit gespreiztem Gefieder zum Weibchen hinabgleitet.
Das Nest wird in natürlichen Baumhöhlen, Felsspalten oder verlassenen Spechthöhlen angelegt. Es besteht aus Grashalmen, Moos, feinen Wurzeln und Blättern und wird mit Tierhaaren und feinen Pflanzenfasern ausgepolstert. Das Gelege umfasst in der Regel drei bis fünf Eier, die grünlichweiß bis bläulich gefärbt und mit bräunlichen Flecken versehen sind