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Schmetterlingsfink

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Tierart – Vögel > Exoten & Ziervögel (Käfig)

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Uraeginthus bengalus
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Prachtfinken (Estrildidae)
  • Gattung: Uraeginthus
  • Lebensraum: Trockensavannen, Buschland und Kulturland in Subsahara-Afrika
  • Größe: 11–13 cm
  • Gewicht: 9–12 g
  • Lebenserwartung: 5–8 Jahre (in Menschenobhut bis 10 Jahre)

Aussehen & Merkmale

Der Schmetterlingsfink, im deutschen Sprachraum auch als Schmetterlingsastrild bekannt, gehört zu den farbenprächtigsten Vertretern der Prachtfinken. Das Gefieder des Männchens ist an Kopfseiten, Brust, Flanken und Oberschwanzdecken intensiv himmelblau gefärbt. Die Körperoberseite zeigt ein warmes Braun, das sich harmonisch vom blauen Gefieder absetzt. Besonders auffällig sind die rotbraunen bis karminroten Wangenflecken der Männchen, die der Art ihren englischen Namen „Red-cheeked Cordon-bleu" eingebracht haben.

Die Weibchen sind insgesamt blasser gefärbt. Ihr Blauanteil beschränkt sich auf Bürzel, Oberschwanzdecken und einen schmalen Brustbereich, während die roten Wangenflecken fehlen – das sicherste Unterscheidungsmerkmal zwischen den Geschlechtern. Der Schnabel ist bei beiden Geschlechtern kegelförmig, relativ kurz und von rosagrauer bis hornfarbener Tönung. Die Iris ist dunkelbraun, die Beine und Füße sind hellbraun bis fleischfarben.

Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit dem Blauastrild (Uraeginthus angolensis) und dem Granatastrild (Granatina granatina), die ebenfalls zur Gattung Uraeginthus bzw. zur nah verwandten Gattung Granatina gehören. Der Blauastrild unterscheidet sich durch das Fehlen der roten Wangenflecken bei beiden Geschlechtern.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Schmetterlingsfinks erstreckt sich über weite Teile Subsahara-Afrikas. Die Art kommt von Senegal und Gambia im Westen über den Sahel bis nach Äthiopien und Ostafrika vor. Südlich reicht das Areal bis nach Tansania, Sambia und in den Norden Mosambiks. Es werden mehrere Unterarten unterschieden, darunter U. b. bengalus, U. b. brunneigularis, U. b. katangae, U. b. ugogensis und U. b. littoralis, die sich in Nuancen der Gefiederfärbung und Verbreitung unterscheiden.

Als bevorzugtes Habitat dienen dem Schmetterlingsfink trockene bis halbtrockene Savannenlandschaften mit lockerem Busch- und Dornstrauchbewuchs. Er besiedelt aber auch Waldränder, Gärten und Kulturland in Siedlungsnähe. Die Nähe zu Wasserstellen spielt eine große Rolle bei der Biotopwahl, da die Art regelmäßig trinken muss. In Höhenlagen wird der Schmetterlingsfink bis etwa 1.800 Meter angetroffen, in Ostafrika lokal auch höher.

Ernährung

Der Schmetterlingsfink ernährt sich überwiegend granivor, also von Sämereien. Kleine Grassamen bilden die Hauptnahrung, ergänzt durch halbreife Samen verschiedener krautiger Pflanzen. Während der Brutzeit steigt der Anteil tierischer Nahrung deutlich an: Kleine Insekten, deren Larven und Spinnen werden dann aktiv gesucht und dienen vor allem der Aufzucht der Jungvögel als proteinreiche Kost.

In Menschenobhut wird die Grundfütterung mit einer Exotenmischung aus verschiedenen Hirsesorten und Glanz bestritten. Kolbenhirse, Grünfutter, gekeimte Saat und regelmäßige Gaben von Lebendfutter wie Buffalowürmern, Ameisenpuppen oder kleinen Fruchtfliegen sind für eine artgerechte Haltung und erfolgreiche Zucht unerlässlich. Frisches Trinkwasser muss stets zur Verfügung stehen.

Verhalten & Lebensweise

Schmetterlingsfinken sind tagaktive Vögel, die in der Natur paarweise oder in kleinen Gruppen von bis zu 20 Tieren auftreten. Außerhalb der Brutzeit schließen sie sich gelegentlich gemischten Schwärmen mit anderen Prachtfinkenarten an, etwa mit Orangebäckchen (Estrilda melpoda) oder Wellenastriden (Estrilda astrild).

Das Sozialverhalten ist insgesamt friedlich, wobei Männchen während der Balzzeit durchaus ein kleines Revier rund um den Nistplatz verteidigen. Die Balz des Männchens umfasst einen charakteristischen Gesang – eine schnelle, hohe Tonfolge – sowie einen Balztanz, bei dem es einen Grashalm oder eine Feder im Schnabel hält und hüpfend vor dem Weibchen auf und ab wippt. Dieses Balzverhalten zählt zu den auffälligsten unter den Prachtfinken und wurde in der Verhaltensforschung eingehend untersucht.

In der Käfighaltung gelten Schmetterlingsfinken als lebhafte, aber verträgliche Volierenbewohner. Sie können gut mit anderen friedlichen Prachtfinkenarten vergesellschaftet werden. Einzelhaltung ist nicht artgerecht; mindestens eine Paarhaltung ist geboten. Die Voliere sollte ausreichend Flugraum bieten und mit natürlichen Ästen, Gräsern und Versteckmöglichkeiten strukturiert sein.

Fortpflanzung & Aufzucht

In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet fällt die Brutzeit meist mit dem Ende der Regenzeit zusammen, wenn das Nahrungsangebot am höchsten ist. Das Nest wird als unordentliche, kugelförmige Struktur aus Grashalmen, Pflanzenrispen und Federn in niedrigem Gebüsch oder Dornsträuchern errichtet. Gelegentlich nutzt der Schmetterlingsfink auch verlassene Nester von Webervögeln oder Nestern anderer Arten als Grundlage.