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Schneegans

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Tierart – Vögel > Wasservögel – Gänse & Schwäne

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Anser caerulescens
  • Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
  • Familie: Entenvögel (Anatidae)
  • Unterfamilie: Gänse (Anserinae)
  • Gattung: Feldgänse (Anser)
  • Lebensraum: Arktische Tundra (Brutgebiet), Marschland, Küstenebenen und landwirtschaftliche Flächen (Überwinterungsgebiet)
  • Größe: 63–79 cm Körperlänge, Flügelspannweite 130–165 cm
  • Gewicht: 2,0–3,5 kg (Unterart A. c. caerulescens), bis 4,5 kg (Unterart A. c. atlanticus)
  • Lebenserwartung: 15–20 Jahre in freier Wildbahn, in Einzelfällen über 25 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Schneegans tritt in zwei deutlich unterschiedlichen Farbmorphen auf, die lange Zeit als eigenständige Arten galten. Die weiße Morphe zeigt ein überwiegend reinweißes Gefieder mit schwarzen Handschwingen, die im Flug gut sichtbar sind. Schnabel und Beine sind rosafarben, wobei der Schnabel beidseitig einen charakteristischen schwarzen Rand aufweist – den sogenannten „Grinning Patch", eine gezahnte Lamelle, die beim Filtern von Nahrung hilft.

Die dunkle Morphe, früher als „Blaue Gans" (Blue Goose) bezeichnet, besitzt einen weißen Kopf und oberen Hals, während der übrige Körper schiefergrau bis dunkelbraun gefärbt ist. Beide Morphen kommen innerhalb derselben Population vor und verpaaren sich untereinander. Die Farbausprägung wird durch ein einzelnes Gen bestimmt, wobei die dunkle Variante teilweise dominant vererbt wird.

Jungvögel der weißen Morphe sind im ersten Lebensjahr graubraun getönt und entwickeln das adulte Gefieder erst im zweiten Winter. Die Große Schneegans (A. c. atlanticus) unterscheidet sich von der Kleinen Schneegans (A. c. caerulescens) vor allem durch ihre deutlich stärkere Körpergröße und den kräftigeren Schnabel.

Lebensraum & Verbreitung

Das Brutgebiet der Schneegans erstreckt sich über die arktische und subarktische Tundra Nordamerikas – von der Wrangel-Insel im östlichen Sibirien über Nordwest-Alaska bis nach Grönland und Baffin Island. Die Kleine Schneegans brütet vorwiegend in der zentralen und westlichen Arktis Kanadas, während die Große Schneegans ihre Brutkolonien hauptsächlich im nordöstlichen Kanada unterhält.

Zur Überwinterung ziehen Schneegänse in großen Schwärmen nach Süden. Die Winterquartiere liegen in den südlichen USA und Mexiko, insbesondere entlang der Golfküste von Texas und Louisiana, im Central Valley Kaliforniens sowie in den Küstenmarschen der mittleren Atlantikstaaten. Bevorzugte Habitate im Winter sind offene Agrarlandschaften, Flussdelta, flache Seen und Salzwiesen.

In Europa tritt die Schneegans als seltener Irrgast auf. Einzelne Individuen werden gelegentlich in Großbritannien, Skandinavien und den Niederlanden gesichtet, wobei nicht immer zweifelsfrei zwischen Wildvögeln und Gefangenschaftsflüchtlingen unterschieden werden kann.

Ernährung

Schneegänse sind Pflanzenfresser. In den arktischen Brutgebieten ernähren sie sich von Gräsern, Seggen, Moosen und den Wurzelstöcken verschiedener Tundrapflanzen. Sie graben mit dem kräftigen Schnabel Rhizome und Knollen aus dem Boden, was bei hoher Populationsdichte zu erheblicher Vegetationszerstörung führt.

In den Überwinterungsgebieten nutzen Schneegänse landwirtschaftliche Flächen und fressen Erntereste von Mais, Reis, Weizen und Soja. Auch junge Grashalme, Wurzeln von Sumpfpflanzen und Knollen von Zyperngräsern stehen auf dem Speiseplan. Die Nahrungsaufnahme erfolgt tagsüber, wobei die Gänse in dichten Gruppen systematisch Flächen abweiden.

Verhalten & Lebensweise

Schneegänse sind ausgeprägt gesellige Vögel, die außerhalb der Brutzeit in Schwärmen von mehreren Tausend bis Hunderttausend Individuen auftreten. Der Frühjahrszug beginnt im Februar und führt über traditionelle Rastplätze – etwa die Playa Lakes in Nebraska oder das Mississippi-Delta – in die Brutgebiete, die im Mai oder Juni erreicht werden.

Die Schwärme fliegen in V-Formation und legen dabei Tagesetappen von mehreren Hundert Kilometern zurück. Während des Zuges rasten Schneegänse in großen Ansammlungen auf offenen Wasserflächen und umliegenden Feldern. Die Kommunikation erfolgt über laute, hohe Rufe, die in großen Kolonien zu einem durchdringenden Klangteppich verschmelzen.

Schneegänse sind tagaktiv. Die Nacht verbringen sie auf Gewässern, wo sie vor Bodenprädatoren wie Füchsen geschützt sind. Innerhalb der Schwärme bestehen feste Familienverbände: Elternvögel bleiben mit ihren Jungen bis zur nächsten Brutsaison zusammen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Schneegänse werden mit zwei bis drei Jahren geschlechtsreif und führen in der Regel lebenslange Paarbindungen. Die Balz findet bereits in den Winterquartieren und auf dem Frühjahrszug statt. Beide Partner zeigen dabei synchrones Kopfnicken und lautes Rufen.

Die Brutkolonien in der Arktis können enorme Ausmaße annehmen – einzelne Kolonien auf Baffin Island oder der Wrangel-Insel umfassen mehrere Hunderttausend Brutpaare. Das Nest ist eine flache Mulde am Boden, ausgekleidet mit Pflanzenmaterial und Daunen. Das Weibchen legt drei bis fünf weiße Eier und bebrütet sie allein über einen Zeitraum von 22 bis 25 Tagen. Der Ganter bewacht währenddessen das Nest.

Die Küken sind Nestflüchter und verlassen das Nest wenige Stunden nach dem Schlupf. Sie können sofort selbstständig fressen, werden aber