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Spaltfußgans

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Tierart – Vögel > Wasservögel – Gänse & Schwäne

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Anseranas semipalmata
  • Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
  • Familie: Spaltfußgänse (Anseranatidae)
  • Gattung: Anseranas
  • Lebensraum: Tropische Feuchtgebiete, Überschwemmungsebenen, Sümpfe
  • Größe: 70–90 cm Körperlänge
  • Gewicht: 2,0–3,2 kg (Männchen schwerer als Weibchen)
  • Lebenserwartung: Bis zu 25 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft über 30 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Spaltfußgans ist ein auffällig gezeichneter, großer Wasservogel mit kontrastreichem Schwarz-Weiß-Gefieder. Kopf, Hals und Flügel sind schwarz gefärbt, während die Unterseite, der Bauch und Teile des Rückens weiß erscheinen. Die unbefiederte Gesichtshaut ist rötlich-orange und kann je nach Erregungszustand an Intensität gewinnen. Der Schnabel ist kräftig, hakenförmig gebogen und von orangeroter bis gelblicher Färbung – ein ungewöhnliches Merkmal unter den Gänsevögeln.

Das namensgebende Merkmal betrifft die Füße: Anders als bei den meisten Entenvögeln (Anatidae) sind die Schwimmhäute zwischen den Zehen nur teilweise ausgebildet, also gespalten. Diese Halbreduktion der Schwimmhäute – daher auch der wissenschaftliche Artname semipalmata (lat. „halbgefingert") – ermöglicht der Spaltfußgans ein geschicktes Laufen an Land und das Greifen von Ästen. Die Beine sind verhältnismäßig lang, die Krallen deutlich stärker ausgeprägt als bei typischen Schwimmvögeln. Im Flug fallen die langen Beine auf, die über die Schwanzfedern hinausragen, sowie die breiten, abgerundeten Flügel.

Ein weiterer anatomischer Sonderfall ist die verlängerte Luftröhre (Trachea), die in Schleifen durch den Brustbereich verläuft und eine starke Stimmverstärkung ermöglicht. Die lauten, trompetenden Rufe sind auf große Entfernung hörbar.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Spaltfußgans erstreckt sich über den Norden Australiens sowie den Süden Neuguineas. Die größten Populationen finden sich in den tropischen Überschwemmungsebenen des Northern Territory, in Queensland und im westlichen Australien, etwa in der Region des Kakadu-Nationalparks.

Ihr bevorzugtes Habitat sind flache Feuchtgebiete, Lagunen, Flussmarschen und saisonale Überschwemmungsflächen. Die Tiere sind stark an die monsunalen Niederschlagszyklen gebunden: Während der Regenzeit verteilen sich die Vögel über weite, überschwemmte Graslandschaften; in der Trockenzeit konzentrieren sich die Bestände an den verbleibenden permanenten Wasserstellen. Diese saisonale Wanderung innerhalb des Biotops kann Entfernungen von mehreren hundert Kilometern umfassen.

Historisch war die Art auch im Südosten Australiens verbreitet, wurde dort aber durch Trockenlegung von Feuchtgebieten und landwirtschaftliche Nutzung weitgehend verdrängt. Seit den 1980er-Jahren gibt es vereinzelt Wiederansiedlungen in Teilen von New South Wales.

Ernährung

Die Spaltfußgans ernährt sich überwiegend pflanzlich. Hauptnahrungsquelle sind Knollen, Rhizome und Triebe von Wasserpflanzen, insbesondere des Wilden Reises (Oryza meridionalis) und verschiedener Seggenarten. Gräser und Samen ergänzen den Speiseplan, vor allem in der Trockenzeit, wenn aquatische Vegetation knapper wird.

Die Nahrungsaufnahme erfolgt sowohl im seichten Wasser – durch Gründeln und Eintauchen des Kopfes – als auch an Land, wo die Vögel mit ihren kräftigen Schnäbeln Knollen aus dem Boden graben. Gelegentlich werden auch Insekten und kleine Wirbellose aufgenommen, wobei der tierische Nahrungsanteil gering bleibt. Auf Reisfeldern kann die Art in großen Schwärmen einfallen und wird dort teilweise als Agrarschädling betrachtet.

Verhalten & Lebensweise

Spaltfußgänse sind tagaktive Vögel, die außerhalb der Brutzeit ausgesprochen gesellig leben. Sie bilden teils riesige Schwärme von mehreren Zehntausend Individuen, besonders an den Sammelplätzen der Trockenzeit. Innerhalb dieser Ansammlungen gibt es keine ausgeprägte Revierbildung; die Tiere suchen gemeinsam nach Nahrung und ruhen in dicht gedrängten Gruppen.

Anders als die meisten Gänsevögel verfügt die Spaltfußgans über keine jährliche Vollmauser des Großgefieders. Die Schwungfedern werden schrittweise ersetzt, sodass die Flugfähigkeit zu keinem Zeitpunkt vollständig verloren geht – eine seltene Eigenschaft innerhalb der Ordnung der Anseriformes.

Dank der nur teilweise ausgebildeten Schwimmhäute und der langen Krallen können Spaltfußgänse auf Bäumen und erhöhten Strukturen landen und rasten. Dieses Verhalten ist unter Gänsevögeln höchst ungewöhnlich und unterstreicht die basale Stellung dieser Art innerhalb der Ordnung.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit fällt in die Regenzeit, typischerweise zwischen Februar und Juni. Spaltfußgänse zeigen ein polygames Paarungssystem: In der Regel leben ein Männchen und zwei Weibchen in einer stabilen Triade zusammen. Beide Weibchen legen ihre Eier in dasselbe Nest, das aus aufgeschichteter Vegetation auf einer Plattform im flachen Wasser oder auf umgeknickten Schilfhalmen errichtet wird.

Das Gelege umfasst insgesamt 5 bis 14 Eier, die von allen drei Altvögeln bebrütet werden. Die Brutdauer beträgt etwa 24 bis 28 Tage. Die Küken sind Nestflüchter und können kurz nach dem Schlupf schwimmen, sind aber noch nicht flugfähig. Beide Elternteile und das