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Streifengans

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Tierart – Vögel > Wasservögel – Gänse & Schwäne

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Anser indicus
  • Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
  • Familie: Entenvögel (Anatidae)
  • Gattung: Feldgänse (Anser)
  • Lebensraum: Hochlandseen, Flüsse und Feuchtgebiete Zentralasiens; Überwinterung auf dem indischen Subkontinent
  • Größe: 71–76 cm Körperlänge; Flügelspannweite ca. 140–160 cm
  • Gewicht: 2,0–3,2 kg
  • Lebenserwartung: ca. 20–25 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Die Streifengans ist eine mittelgroße, schlank wirkende Gans mit einem unverwechselbaren Kopfmuster. Das Gefieder ist überwiegend hellgrau an der Oberseite und weißlich an Brust und Bauch. Namensgebend sind zwei auffällige, hufeisenförmige schwarze Streifen, die sich vom Hinterkopf über den Scheitel ziehen und auf dem sonst weißen Kopf deutlich hervortreten. Ein weiterer dunkler Streifen verläuft als schmaler Nackenstreifen nach unten.

Der Schnabel ist orangegelb mit einer schwarzen Spitze, die Beine kräftig orange. Im Flug fallen die dunklen Schwungfedern auf, die einen klaren Kontrast zum helleren Körpergefieder bilden. Jungvögel zeigen ein insgesamt matteres Gefieder und noch keine vollständig ausgeprägten Kopfstreifen; diese entwickeln sich erst im Laufe des ersten Lebensjahres. Ein Geschlechtsdimorphismus ist kaum ausgeprägt – Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich nur geringfügig in der Körpergröße, wobei die Ganter tendenziell etwas schwerer sind.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Streifengans erstreckt sich über die Hochebenen Zentralasiens. Die Brutgebiete liegen vorwiegend in der Mongolei, in den westlichen Provinzen Chinas (Qinghai, Tibet, Xinjiang), in Kirgisistan und Kasachstan. Als Habitat bevorzugt die Art hochgelegene Seen und Flusssysteme in Höhen von 4.000 bis 5.500 Metern über dem Meeresspiegel. Auch brackige Steppenseen und vegetationsreiche Flussufer dienen als Brutbiotop.

Im Herbst verlässt die Streifengans ihre Brutgebiete und zieht in großen Schwärmen auf den indischen Subkontinent. Die Überwinterungsgebiete liegen in den Tieflandregionen Nordindiens, Pakistans, Bangladeschs und Myanmars. Dort nutzt sie Feuchtgebiete, überflutete Reisfelder, Flussmündungen und flache Seen als Rastplätze. Verwilderte Populationen existieren vereinzelt in Westeuropa, vor allem in Großbritannien und den Niederlanden, wo aus Haltung entwichene Vögel kleine Brutbestände gegründet haben.

Ernährung

Die Streifengans ist überwiegend herbivor. Auf den Hochlandweiden Zentralasiens frisst sie Gräser, Kräuter, Seggen und Wurzelknollen. Während der Brutzeit ergänzen Samen und junge Triebe den Speiseplan. In den Überwinterungsgebieten sucht sie gezielt abgeerntete Reisfelder, Getreideäcker und Grünlandflächen auf. Die Nahrungsaufnahme erfolgt vorwiegend an Land durch Abweiden und Graben, gelegentlich auch im seichten Wasser durch Gründeln. Tierische Nahrung wie Insektenlarven, kleine Krebstiere oder Schnecken wird nur in geringem Umfang aufgenommen, meist während der energieintensiven Brutphase.

Verhalten & Lebensweise

Streifengänse sind gesellige Vögel, die außerhalb der Brutzeit in Schwärmen von mehreren Hundert bis Tausend Individuen auftreten. Die Art ist überwiegend tagaktiv und verbringt die Nacht an geschützten Schlafplätzen auf offenen Wasserflächen. Auf dem Zug bilden die Gänse die für Entenvögel typischen V-Formationen, die den Energieverbrauch beim Langstreckenflug reduzieren.

Die Wanderung zwischen Brut- und Überwinterungsgebieten gehört zu den spektakulärsten im gesamten Vogelreich: Die Streifengans überquert den Himalaya in Höhen von bis zu 7.290 Metern – belegt durch Sichtungen und Satellitentelemetrie. Damit gehört sie zu den am höchsten fliegenden Vögeln der Erde. Physiologische Anpassungen ermöglichen diesen Extremflug: Ein spezielles Hämoglobin mit erhöhter Sauerstoffaffinität erlaubt es dem Blut, auch bei extrem niedrigem Sauerstoffpartialdruck noch effizient Sauerstoff aufzunehmen. Zudem verfügen die Tiere über vergrößerte Lungen und ein leistungsfähiges Kapillarnetz in der Flugmuskulatur.

Die Rufe der Streifengans sind hoch und nasaltonig, deutlich verschieden von den tieferen Lauten der verwandten Graugans (Anser anser). Innerhalb des Schwarms dienen sie der Kontakthaltung, bei der Balz werden sie zu rhythmischen, sich beschleunigenden Rufserien gesteigert.

Fortpflanzung & Aufzucht

Streifengänse sind monogam und gehen Paarbindungen ein, die in der Regel über mehrere Brutsaisons Bestand haben. Die Balz findet bereits in den Überwinterungsgebieten und während des Frühjahrszuges statt. Am Brutplatz angekommen, errichtet das Weibchen ein Bodennest aus Gräsern, Pflanzenstängeln und Daunen – häufig auf Inseln oder erhöhten Uferbänken, die Schutz vor Bodenprädatoren bieten. Koloniales Brüten in lockeren Gruppen von 10 bis 50 Paaren ist üblich, vereinzelt brüten Streifengänse auch auf Felsklippen oder in verlassenen Greifvogelhorsten.

Das Gelege umfasst in der Regel 4 bis 6 weiße Eier. Die Brutdauer beträgt etwa 28 bis 30 Tage. Während das Weibchen brütet, hält der Ganter in der Nähe des Nests Wache. Die Kü