Teddyhamster
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Steckbrief
- Herkunft: Syrien (Wildform); Langhaar-Mutation durch gezielte Zucht in den USA
- Rassestandard: Kein FCI-Standard (kein Hund); Anerkennung durch verschiedene Kleintier-Zuchtverbände, u. a. den Deutschen Hamster Club (DHC) und den British Hamster Association (BHA)
- Größe: 12–18 cm Körperlänge
- Gewicht: 120–180 g, Weibchen tendenziell etwas schwerer
- Lebenserwartung: 2–3 Jahre, selten bis 4 Jahre
- Fell/Farben: Langes, dichtes Fell (bei Männchen bis zu 10 cm Länge); alle Farbschläge des Goldhamsters möglich, darunter Wildfarben, Creme, Schwarz, Satin, Schildpatt, Dominant Spot, Banded und zahlreiche weitere Kombinationen
Herkunft & Geschichte
Der Teddyhamster ist keine eigenständige Art, sondern eine Langhaar-Variante des Syrischen Goldhamsters (Mesocricetus auratus). Die Wildform wurde 1839 vom britischen Zoologen George Robert Waterhouse erstmals wissenschaftlich beschrieben. 1930 fing der Zoologe Israel Aharoni bei Aleppo in Syrien ein Weibchen mit Jungtieren ein – aus dieser kleinen Gruppe stammen nahezu alle heute in Menschenobhut lebenden Goldhamster ab.
Die Langhaar-Mutation trat erstmals in den 1960er-Jahren in US-amerikanischen Zuchtlinien auf. Das rezessiv vererbte Langhaar-Gen (Genbezeichnung „l") führt dazu, dass das Fell deutlich länger wächst als beim kurzhaarigen Goldhamster. Züchter selektierten gezielt auf Felllänge, Dichte und gleichmäßigen Haarwuchs. Der Name „Teddyhamster" etablierte sich im deutschsprachigen Raum als umgangssprachliche Bezeichnung, während in der Zucht meist von „Langhaar-Goldhamster" gesprochen wird. Verschiedene Zuchtverbände führen eigene Rassestandards, die Felllänge, Körperbau und Farbschläge definieren.
Aussehen & Rassemerkmale
Das auffälligste Merkmal des Teddyhamsters ist sein langes, weiches Fell. Bei Männchen kann es eine Länge von 8 bis 10 cm erreichen und bildet oft eine Art „Rock" rund um den Körper. Weibchen tragen das Fell in der Regel etwas kürzer, etwa 3 bis 5 cm, was gelegentlich zu Verwechslungen mit kurzhaarigen Goldhamstern führt.
Der Körperbau entspricht dem des klassischen Goldhamsters: gedrungen, kräftig, mit kurzen Beinen und einem kaum sichtbaren Stummelschänzchen von etwa 1 cm Länge. Die Augen sind groß und dunkel, die Ohren mittelgroß und abgerundet. Charakteristisch sind die ausgeprägten Backentaschen, die bis zu den Schultern reichen und dem Transport von Futter dienen.
Bei der Zucht wird auf einen breiten Kopf, einen gleichmäßigen Haarwuchs ohne kahle Stellen und eine dichte Unterwolle geachtet. Satin-Varianten besitzen ein besonders glänzendes Fell, gelten in der Zucht jedoch als problematisch, da homozygote Satin-Tiere zu dünnem, fettig wirkendem Fell neigen.
Charakter & Wesen
Teddyhamster sind wie alle Goldhamster strikte Einzelgänger. Eine Vergesellschaftung mit Artgenossen führt unweigerlich zu schweren Revierkämpfen und muss unbedingt vermieden werden. Gegenüber dem Menschen zeigen sich Teddyhamster bei geduldiger Eingewöhnung neugierig, zutraulich und erstaunlich zahm. Viele Tiere nehmen Futter aus der Hand und lassen sich nach einer Vertrauensphase problemlos hochnehmen.
Als dämmerungs- und nachtaktive Tiere werden Teddyhamster typischerweise in den Abendstunden aktiv. Tagsüber schlafen sie tief und sollten keinesfalls geweckt werden, da dies enormen Stress verursacht und das Tier bissig und ängstlich machen kann. Sind sie wach, zeigen sie einen ausgeprägten Bewegungsdrang, erkunden ihre Umgebung mit großer Neugier und legen in der Natur Strecken von mehreren Kilometern zurück. Dieses Laufbedürfnis muss in der Heimtierhaltung unbedingt berücksichtigt werden.
Haltung & Pflege
Die Mindestgröße des Geheges sollte 120 × 60 cm Grundfläche betragen – größer ist immer besser. Aquarien oder Terrarien mit mindestens 40 cm hoher Einstreuschicht eignen sich hervorragend, da Teddyhamster leidenschaftlich graben und ein unterirdisches Gangsystem anlegen. Als Einstreu empfehlen sich staubfreies Kleintierstreu, Hanfstreu oder Baumwolleinstreu, ergänzt durch Heu und unbedrucktes Toilettenpapier als Nistmaterial.
Ein artgerechtes Laufrad mit einem Durchmesser von mindestens 28 cm und geschlossener Lauffläche ist unverzichtbar. Daneben braucht der Hamster ein Mehrkammernhaus zum Schlafen und Bunkern, Korkröhren, Holzbrücken und regelmäßig wechselnde Beschäftigungsmöglichkeiten.
Die Fellpflege unterscheidet den Teddyhamster vom kurzhaarigen Goldhamster erheblich. Besonders bei Männchen mit langem Fell können sich Einstreu, Kotkügelchen und Knoten im Fell verfangen. Ein regelmäßiges, sanftes Bürsten mit einer weichen Zahnbürste oder einer speziellen Kleintier-Bürste beugt Verfilzungen vor. Ein Sandbad mit feinem Chinchilla-Sand unterstützt die natürliche Fellpflege und hilft, überschüssiges Hautfett zu entfernen.
Ernährung
Die Grundlage bildet ein hochwertiges Trockenfutter, das speziell auf Goldhamster abgestimmt ist. Es sollte eine ausgewogene Mischung aus Sämereien, Getreide, getrockneten Kräutern, getrocknetem Gemüse und tierischem Eiweiß enthalten. Hamster sind keine reinen Pflanzenfresser – in der Natur fressen sie regelmäßig Insekten. Mehlwürmer, Grillen oder Gammarus sollten daher zwei- bis dreimal pro Woche angeboten werden.