Trauerschwan
TTierart – Vögel > Wasservögel – Gänse & Schwäne
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Cygnus atratus
- Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
- Familie: Entenvögel (Anatidae)
- Unterfamilie: Gänse (Anserinae)
- Gattung: Schwäne (Cygnus)
- Lebensraum: Süßwasserseen, Flussmündungen, Brackwasserlagunen, Feuchtgebiete
- Größe: 110–140 cm Körperlänge, Flügelspannweite bis 200 cm
- Gewicht: 3,7–9 kg
- Lebenserwartung: 20–30 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis 40 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Trauerschwan ist die einzige Schwanenart mit nahezu vollständig schwarzem Gefieder. Dieses Alleinstellungsmerkmal unterscheidet ihn deutlich von allen anderen Vertretern der Gattung Cygnus, etwa dem in Europa heimischen Höckerschwan (Cygnus olor) oder dem Singschwan (Cygnus cygnus). Das Gefieder erscheint bei genauer Betrachtung nicht einheitlich schwarz, sondern zeigt je nach Lichteinfall einen grünlichen oder bräunlichen Schimmer. Die äußeren Handschwingen und Teile der Armschwingen sind weiß, was allerdings erst im Flug deutlich sichtbar wird. Im Ruhezustand wirken die gekräuselten Federn des Rückens leicht gewellt – ein Merkmal, das dem Vogel eine besondere Textur verleiht.
Der Schnabel ist leuchtend rot bis orangerot gefärbt und trägt nahe der Spitze eine weiße oder hellrosa Querbinde. Er ist bei beiden Geschlechtern gleich geformt, beim Männchen jedoch geringfügig größer. Die Iris ist rot bis rotbraun. Die Beine und Schwimmfüße sind dunkelgrau bis schwarz. Trauerschwäne sind insgesamt etwas kleiner und leichter als Höckerschwäne. Der Hals ist im Verhältnis zur Körpergröße der längste aller Schwanenarten und wird beim Schwimmen häufig S-förmig gebogen getragen.
Männchen (Cobs) und Weibchen (Pens) lassen sich äußerlich nur schwer unterscheiden. Männchen sind im Durchschnitt etwas größer und schwerer, die Unterschiede sind im Feld aber nicht immer zuverlässig erkennbar.
Lebensraum & Verbreitung
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Trauerschwans umfasst Australien und Tasmanien. Dort besiedelt er ein breites Spektrum an Feuchtgebieten: flache Süßwasserseen, überflutete Grasländer, Flussmündungen, Küstenlagunen und Brackwasserbiotope. Er bevorzugt Gewässer mit reichem Unterwasserpflanzenbewuchs und meidet in der Regel tiefe, vegetationsarme Seen. In Australien ist die Art weit verbreitet und kommt in allen Bundesstaaten vor, mit den höchsten Dichten im Südosten und Südwesten des Kontinents.
Durch gezielte Aussetzung und Flucht aus Haltungen haben sich in Neuseeland stabile Populationen etabliert. In Europa, Nordamerika und Japan existieren vereinzelt verwilderte Bestände, die auf entkommene Parkvögel zurückgehen. In Mitteleuropa tauchen Trauerschwäne gelegentlich auf Seen und Flüssen auf, wobei es sich fast ausschließlich um Gefangenschaftsflüchtlinge oder halbwilde Parkpopulationen handelt.
Innerhalb Australiens zeigt die Art ein teilweise nomadisches Verhalten. Je nach Wasserstand und Nahrungsangebot wechseln Trauerschwäne zwischen verschiedenen Feuchtgebieten und können dabei Entfernungen von mehreren hundert Kilometern zurücklegen. Einen klassischen saisonalen Zug wie bei vielen nördlichen Schwanenarten gibt es nicht.
Ernährung
Trauerschwäne ernähren sich überwiegend herbivor. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Unterwasserpflanzen, Algen und Wasserpflanzen wie Laichkraut (Potamogeton), Armleuchteralgen (Characeae) und Seegras. Beim Gründeln tauchen sie den langen Hals ins Wasser und erreichen so Pflanzenteile in Tiefen von bis zu einem Meter – tiefer als die meisten anderen Schwimmvögel. Gelegentlich grasen sie auch an Land auf ufernahen Wiesen und Feldern, wobei sie junge Gras- und Getreidetriebe aufnehmen.
Ergänzend fressen Trauerschwäne in geringem Umfang tierische Kost, darunter Insektenlarven, kleine Krebstiere und Weichtiere, die sie beim Durchseihen des Schlamms aufnehmen. Dieser tierische Anteil spielt vor allem während der Brutzeit eine Rolle, wenn der Proteinbedarf erhöht ist.
Verhalten & Lebensweise
Trauerschwäne sind gesellige Vögel, die außerhalb der Brutzeit in teils großen Gruppen auftreten. Ansammlungen von mehreren hundert bis über tausend Individuen sind an nahrungsreichen Gewässern in Australien keine Seltenheit. Sie sind überwiegend tagaktiv, nutzen aber auch die Dämmerungsstunden zur Nahrungssuche. Nachts ruhen sie auf dem Wasser oder an geschützten Uferbereichen.
Die Lautäußerungen des Trauerschwans sind vergleichsweise leise und hoch – ein nasales, trompetenhaftes Rufen, das deutlich weniger kräftig klingt als bei vielen anderen Schwanenarten. Während der Brutzeit verteidigen Paare ihr Revier energisch gegen Artgenossen und andere Wasservögel, wobei vor allem das Männchen aggressive Drohgebärden mit gesträubtem Gefieder und ausgebreiteten Flügeln zeigt.
Fortpflanzung & Aufzucht
Trauerschwäne leben in der Regel monogam und gehen langjährige Paarbindungen ein, die über mehrere Brutperioden bestehen können. Studien in Australien haben allerdings gezeigt, dass ein nicht unerheblicher Anteil der Bruten von gleichgeschlechtlichen Männchenpaaren durchgeführt wird, die Eier aus fremden Nestern übernehmen oder vorübergehend ein Weibchen dulden, um an Eier zu gelangen.
Die Balz umfasst synchrones Kopfnicken, gegenseitiges Put