Unterwollkamm
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Definition und Überblick
Ein Unterwollkamm ist ein spezialisiertes Fellpflegewerkzeug für Hunde, das gezielt die dichte, weiche Unterwolle aus dem Fell entfernt, ohne das darüberliegende Deckhaar zu beschädigen. Er zählt zu den wichtigsten Pflegeutensilien für Hunderassen mit doppellagigem Fell und wird sowohl von Hundehaltern zu Hause als auch von professionellen Hundegroomern regelmäßig eingesetzt. Der Unterwollkamm wird auch als Unterwolle-Rechen, Unterfellbürste oder im englischen Sprachraum als Undercoat Rake bezeichnet.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Hundebürsten oder Kämmen ist der Unterwollkamm so konstruiert, dass seine Zinken tief in das Fell eindringen und lose Unterwolle herausziehen, ohne dabei das Deckhaar abzuschneiden oder auszureißen. Diese gezielte Funktion macht ihn unverzichtbar bei der saisonalen Fellpflege, insbesondere während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst.
Aufbau und Funktionsweise
Ein typischer Unterwollkamm besteht aus einem ergonomischen Griff und einer Reihe von Zinken oder Klingen, die in einem bestimmten Abstand und Winkel angeordnet sind. Je nach Bauart unterscheidet man mehrere Varianten:
- Unterwollrechen mit rotierenden Zinken: Die einzelnen Metallzinken drehen sich bei Widerstand leicht mit, sodass Verfilzungen schonend gelöst werden, statt schmerzhaft am Fell zu zerren.
- Unterwollkämme mit feststehenden Zinken: Diese klassische Variante besitzt starre, abgerundete Metallzinken in ein oder zwei Reihen. Sie eignet sich besonders für dichtes, langes Fell.
- Entfilzungskämme mit integrierten Klingen: Hier sind zwischen den Zinken kleine Schneidkanten eingelassen, die stark verfilzte Unterwolle durchtrennen können.
- Furminatoren und Trimmwerkzeuge: Diese Sonderform arbeitet mit einer gezahnten Edelstahlklinge, die lose Unterwolle besonders effektiv erfasst und entfernt. Der Begriff Furminator hat sich als Markenname etabliert, wird aber umgangssprachlich häufig synonym für Unterwollkämme verwendet.
Die Zinkenabstände variieren zwischen eng (für feine, kurze Unterwolle) und weit (für dickes, langes Unterfell). Hochwertige Modelle verfügen über abgerundete Zinkenspitzen, um Hautverletzungen beim Kämmen zu vermeiden. Der Griff ist idealerweise rutschfest und ergonomisch geformt, da die Fellpflege bei großen Hunderassen durchaus 20 bis 30 Minuten dauern kann.
Geeignete Hunderassen
Der Unterwollkamm ist primär für Hunde mit doppellagigem Haarkleid konzipiert – also Rassen, die ein weiches, dichtes Unterfell und ein festeres Deckhaar besitzen. Zu den typischen Rassen, bei denen ein Unterwollkamm zur Grundausstattung der Fellpflege gehört, zählen:
- Nordische Rassen: Siberian Husky, Alaskan Malamute, Samojede, Akita Inu
- Hütehunde: Deutscher Schäferhund, Australian Shepherd, Border Collie, Collie
- Retriever: Golden Retriever, Labrador Retriever
- Spitzartige Rassen: Eurasier, Wolfsspitz, Pomeranian
- Weitere Rassen: Berner Sennenhund, Neufundländer, Leonberger, Chow-Chow
Bei Hunderassen ohne Unterwolle – etwa Pudel, Malteser oder Yorkshire Terrier – ist der Einsatz eines Unterwollkamms nicht sinnvoll und kann das Fell sogar schädigen. Auch bei Rassen mit drahtiger Textur wie dem Rauhaardackel sollte stattdessen auf geeignete Trimmmesser oder Striegelkämme zurückgegriffen werden.
Anwendung und Technik
Für ein optimales Ergebnis sollte der Unterwollkamm auf trockenem Fell angewendet werden. Nasses Fell lässt sich schwerer durchkämmen und neigt dazu, stärker zu verknoten. Die grundsätzliche Vorgehensweise umfasst folgende Schritte:
- Zunächst das Fell mit einer groben Bürste oder einem Entwirrungsspray vorbereiten, um grobe Knoten zu lösen.
- Den Unterwollkamm in Wuchsrichtung des Fells ansetzen und mit gleichmäßigem, sanftem Druck durch das Fell führen.
- Abschnitt für Abschnitt vorgehen – am besten von hinten nach vorne und von unten nach oben arbeiten.
- Empfindliche Bereiche wie Bauch, Achseln, Innenschenkel und die Region hinter den Ohren besonders vorsichtig bearbeiten, da die Haut dort dünner ist.
- Regelmäßig die gesammelten Haare aus dem Kamm entfernen, damit die Zinken weiterhin effektiv greifen.
Während des Fellwechsels empfiehlt sich eine Anwendung alle zwei bis drei Tage. Außerhalb dieser Phase reicht ein wöchentliches Ausbürsten der Unterwolle in der Regel aus. Übermäßig häufiges oder zu aggressives Kämmen kann die Haut reizen und das Deckhaar ausdünnen.
Nutzen für Hund und Halter
Die regelmäßige Entfernung loser Unterwolle mit einem geeigneten Kamm bringt mehrere Vorteile mit sich. Für den Hund verbessert sich die Luftzirkulation im Fell, was gerade in warmen Monaten zur Thermoregulation beiträgt. Verfilzungen, die zu Hautirritationen, Ekzemen oder Parasitenbefall führen können, werden verhindert. Zudem wird die Durchblutung der Haut durch die Massagewirkung des Kämmens angeregt, was das Haarwachstum und die Hautgesundheit fördert.
Für den Hundehalter reduziert sich die Menge an Hundehaaren auf Möbeln, Kleidung und Teppichen erheblich. Gerade Besitzer stark haarender Rassen schätzen diesen praktischen Nebeneffekt. Darüber hinaus bietet die Fellpflege eine