Waldlaubsänger
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Phylloscopus sibilatrix
- Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
- Familie: Laubsängerartige (Phylloscopidae)
- Gattung: Laubsänger (Phylloscopus)
- Größe: 11–13 cm Körperlänge, Flügelspannweite ca. 19–24 cm
- Gewicht: 8–13 g
- Lebensraum: Laubwälder und Mischwälder mit geschlossenem Kronendach und spärlicher Krautschicht
- Lebenserwartung: bis zu 8 Jahre, durchschnittlich 2–3 Jahre
- Nahrung: Insekten, Spinnen, gelegentlich kleine Beeren
- Zugverhalten: Langstreckenzieher, überwintert im tropischen Afrika
Aussehen & Merkmale
Der Waldlaubsänger ist unter den mitteleuropäischen Laubsängern die größte und kräftigste Art. Sein Gefieder zeigt auf der Oberseite ein frisches Gelbgrün, das sich deutlich von der reinweißen Unterseite absetzt. Brust und Kehle sind leuchtend schwefelgelb gefärbt – ein Merkmal, das ihn gut von den verwandten Arten Zilpzalp (Phylloscopus collybita) und Fitis (Phylloscopus trochilus) unterscheidet. Ein auffälliger gelber Überaugenstreif zieht sich vom Schnabelansatz bis hinter das Auge. Die Flügel sind verhältnismäßig lang und reichen im angelegten Zustand weit über den Bürzel hinaus, was mit dem Zugverhalten als Langstreckenzieher zusammenhängt. Der Schnabel ist für einen Laubsänger typisch fein und spitz, die Beine hell fleischfarben. Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich kaum, Jungvögel sind etwas matter gefärbt als adulte Tiere.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Waldlaubsängers erstreckt sich über weite Teile Europas – von Nordspanien und Großbritannien im Westen bis zum Ural im Osten. Nach Norden reicht das Brutareal bis Südskandinavien, nach Süden bis in die nördlichen Mittelmeerländer. In Deutschland brütet die Art nahezu flächendeckend, mit Schwerpunkten in den Mittelgebirgsregionen und alten Buchenwäldern.
Als Habitat bevorzugt der Waldlaubsänger hochstämmige Laubwälder und Mischwälder mit geschlossenem Kronendach. Entscheidend ist eine spärliche oder fehlende Strauchschicht bei gleichzeitig geringer Bodenvegetation – ein Biotop, wie es in alten Buchenhallenwäldern besonders ausgeprägt vorkommt. Reine Nadelwälder und dicht verkrautete Bestände werden gemieden. Der Vogel hält sich vorwiegend im Kronenbereich der Bäume auf, wo er zwischen den Blättern nach Nahrung sucht.
Die Überwinterungsgebiete liegen im tropischen Westafrika und Zentralafrika, vor allem in den Feuchtwäldern und Feuchtsavannen des Guineagürtels. Die Zugroute führt über die Iberische Halbinsel und die Sahara.
Ernährung
Der Waldlaubsänger ernährt sich fast ausschließlich von kleinen Wirbellosen. Auf seinem Speiseplan stehen Blattläuse, Raupen, kleine Käfer, Fliegen, Mücken und Spinnen. Die Nahrungssuche findet vorwiegend im Blätterdach statt. Der Vogel bewegt sich dabei rastlos durch die Baumkronen, liest Beute von der Blattunterseite ab oder fängt fliegende Insekten in kurzen Flugmanövern. Diese Jagdtechnik, bei der er von einem Ast aus kurzfristig in die Luft startet, um ein Insekt zu ergreifen, wird als „Flycatching" bezeichnet. Vor dem Herbstzug nimmt die Art gelegentlich auch kleine Beeren zu sich, um Fettreserven für den Langstreckenflug aufzubauen.
Verhalten & Lebensweise
Der Waldlaubsänger ist tagaktiv und einzelgängerisch. Während der Brutzeit etablieren Männchen ein Revier, das sie durch ausdauernden Gesang markieren. Der Gesang ist zweiteilig und in der Vogelwelt nahezu einzigartig: Er beginnt mit einer Reihe beschleunigter, ansteigender Töne, die in ein silbriges Schwirren münden – oft verglichen mit dem Geräusch einer auf dem Boden kreiselnden Münze. Daneben besitzt der Waldlaubsänger einen zweiten Gesangstyp, einen abfallenden, melancholisch klingenden Pfeifton, der als „düü-düü-düü" umschrieben wird. Beide Strophen werden abwechselnd vorgetragen.
Der Gesang wird meist von exponierten Ästen im Kronenraum oder auch während eines schmetterlingsartigen Singflugs vorgetragen, bei dem das Männchen mit ausgebreiteten Flügeln langsam zwischen den Bäumen gleitet. Außerhalb der Brutzeit verhält sich die Art unauffällig und lebt zurückgezogen in der Vegetation.
Nach der Ankunft im Brutgebiet ab Mitte April beginnen die Männchen umgehend mit der Revierbesetzung. Gegenüber Artgenossen zeigen sie ausgeprägtes Territorialverhalten, das sich neben dem Gesang auch in Verfolgungsflügen äußern kann.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz erfolgt durch intensiven Gesang und den charakteristischen Singflug des Männchens. Das Nest wird ausschließlich vom Weibchen gebaut und am Boden angelegt – meist in einer flachen Mulde zwischen trockenen Blättern, oft an einem Hang oder am Fuß eines Baumes. Es handelt sich um ein kugelförmiges Gebilde aus trockenem Gras, Moos und Blättern mit seitlichem Eingang, das sogenannte Backofennest. Im Gegensatz zu vielen anderen Singvögeln wird das Innere nicht mit Federn ausgepolstert.
Das Gelege umfasst in der Regel 5–7 Eier, die weiß gefärbt und dicht mit rotbraunen Flecken bedeckt sind. Das Weibchen bebrütet die Eier allein über einen Zeitraum von etwa 13 Tagen. Nach dem Schlüpfen werden die Nestlinge von beiden Elternvögeln mit Insekten gef