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Webervogel

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Tierart – Vögel > Exoten & Ziervögel (Käfig)

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ploceidae (Familie)
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Webervögel (Ploceidae)
  • Gattungen: u. a. Ploceus, Quelea, Euplectes, Bubalornis
  • Lebensraum: Savannen, Grasland, Sumpfgebiete, lichte Wälder, Kulturland – überwiegend in Afrika südlich der Sahara, einzelne Arten in Südasien
  • Größe: 10–25 cm (je nach Art)
  • Gewicht: 10–65 g
  • Lebenserwartung: 8–15 Jahre (in Menschenobhut bis 20 Jahre)

Aussehen & Merkmale

Webervögel sind kleine bis mittelgroße Singvögel mit einem kräftigen, kegelförmigen Schnabel, der an den der Finken erinnert und auf eine vorwiegend körnerfressende Lebensweise hindeutet. Das Gefieder zeigt je nach Art, Geschlecht und Jahreszeit erhebliche Unterschiede. Während die Weibchen und Jungvögel in der Regel schlicht olivbraun bis graubraun gefärbt sind, tragen die Männchen vieler Arten zur Brutzeit ein auffälliges Prachtkleid in Gelb, Orange, Rot oder Schwarz. Besonders intensiv ist die Färbung beim Textorweber (Ploceus cucullatus) und beim Oryxweber (Euplectes orix), dessen Männchen ein leuchtendes Scharlachrot mit schwarzer Brustmaske entwickelt.

Außerhalb der Brutzeit mausern die Männchen in ein unscheinbares Schlichtkleid, das dem der Weibchen ähnelt. Die Körperproportionen sind gedrungen, die Beine kräftig und mit gut ausgebildeten Greifzehen versehen, die ein sicheres Klettern an Halmen und Zweigen ermöglichen. Die Flügel sind relativ kurz und abgerundet – typisch für Arten, die keine weiten Strecken zurücklegen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Webervögel erstreckt sich hauptsächlich über das tropische und subtropische Afrika. Dort besiedeln sie eine Vielzahl von Habitaten: offene Grassavannen, feuchte Sumpflandschaften, Waldränder, Galeriewälder entlang von Flüssen sowie landwirtschaftlich genutzte Flächen. Einige wenige Arten, darunter der Bayaweber (Ploceus philippinus), kommen in Süd- und Südostasien vor.

Die Anpassungsfähigkeit der Webervögel an unterschiedliche Biotope ist beträchtlich. Arten wie der Blutschnabelweber (Quelea quelea) besiedeln trockene Dornsavannen ebenso wie Feuchtgebiete und gelten als die zahlreichsten Wildvögel der Erde – ihre Populationen werden auf mehrere Milliarden Individuen geschätzt. Andere Arten haben eng begrenzte Verbreitungsgebiete und sind auf spezielle Lebensräume angewiesen, etwa der Usambara-Weber (Ploceus nicolli), der auf montane Wälder in Tansania beschränkt ist.

Ernährung

Die Nahrung besteht überwiegend aus Sämereien, insbesondere Grassamen, Hirse und Getreide. In der Brutzeit steigt der Anteil tierischer Kost deutlich an: Insekten, Raupen, Spinnen und andere Wirbellose liefern das Protein, das für die Aufzucht der Jungvögel nötig ist. Einige Arten ergänzen den Speiseplan durch Früchte, Nektar und Blütenteile.

In Gefangenschaft bildet eine hochwertige Körnermischung aus verschiedenen Hirsearten die Grundlage der Fütterung. Ergänzend sollten frisches Grünfutter, gekeimte Saat, Obst und tierisches Eiweiß in Form von Eifutter oder lebenden Insekten angeboten werden. Eine ausreichende Versorgung mit Mineralien und Kalk – etwa über Sepiaschalen – ist für den Knochenaufbau und die Gefiederpflege unerlässlich.

Verhalten & Lebensweise

Webervögel sind tagaktive, gesellige Vögel, die außerhalb der Brutzeit häufig in großen Schwärmen auftreten. Der Blutschnabelweber bildet Schlafgemeinschaften von Hunderttausenden von Individuen. In der Brutzeit lösen sich diese Verbände in Kolonien auf, wobei je nach Art wenige Dutzend bis mehrere Tausend Nester dicht beieinander angelegt werden.

Das Sozialverhalten ist komplex. Männchen verteidigen kleine Reviere innerhalb der Kolonie, die im Wesentlichen das Nest und den unmittelbar umgebenden Bereich umfassen. Konflikte werden überwiegend durch Imponiergehabe, Gesang und kurze Verfolgungsflüge ausgetragen. Der Gesang selbst ist bei vielen Arten weniger melodisch als bei anderen Singvögeln und besteht aus schwirrenden, ratternden und zischenden Lauten.

In der Käfig- und Volierenhaltung zeigen Webervögel ihr natürliches Sozialverhalten am besten, wenn sie in Gruppen gehalten werden. Einzelhaltung ist tierschutzrelevant und nicht artgerecht. Eine geräumige, bepflanzte Voliere mit Klettermöglichkeiten und Nistmaterial kommt ihrem Bewegungs- und Bautrieb entgegen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Das Fortpflanzungsverhalten der Webervögel gehört zu den auffälligsten unter allen Singvögeln. Die Balz der Männchen ist eng an den Nestbau gekoppelt: Das Männchen webt ein kunstvoll geflochtenes, kugelförmiges oder retortenförmiges Nest aus Grashalmen, Palmblattstreifen oder anderen pflanzlichen Fasern, das an einem überhängenden Zweig oder einem Schilfhalm befestigt wird. Viele Arten bauen den Eingang nach unten, was Schutz vor Nesträubern wie Schlangen bietet.

Das fertige oder halbfertige Nest wird dem Weibchen durch flatternde Balzflüge und intensiven Gesang präsentiert. Akzeptiert das Weibchen das Nest, polstert es das Innere mit weichen Materialien aus und beginnt mit der Eiablage. Ein Gelege umfasst in der Regel zwei bis fünf Eier, die das Weibchen allein über einen Zeitraum von 12 bis 15 Tagen bebrütet. Die Nestlinge werden von beiden