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Witwenvogel

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Tierart – Vögel > Exoten & Ziervögel (Käfig)

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Vidua (Gattung) bzw. Familie Viduidae
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Witwenvögel (Viduidae)
  • Gattungen: Vidua (Witwen im engeren Sinne) und Anomalospiza (Kuckucksweber)
  • Lebensraum: Offene Gras- und Savannenlandschaften, Buschland, Kulturland in Afrika südlich der Sahara
  • Größe: 10–15 cm Körperlänge (Männchen im Prachtkleid mit Schwanzfedern bis 40 cm)
  • Gewicht: 12–25 g je nach Art
  • Lebenserwartung: 7–12 Jahre in Gefangenschaft, in freier Natur kürzer

Aussehen & Merkmale

Witwenvögel gehören zu den auffälligsten Kleinvögeln Afrikas, was vor allem auf das Prachtkleid der Männchen während der Brutzeit zurückzuführen ist. Außerhalb der Fortpflanzungsperiode ähneln beide Geschlechter einander: unauffällig bräunlich-beige gestreiftes Gefieder mit hellen Unterseiten und dunklen Längsstreifen auf dem Rücken. Die Verwechslungsgefahr mit Weibchen verschiedener Prachtfinkenarten ist im Schlichtkleid erheblich.

Im Prachtkleid hingegen wandeln sich die Männchen stark. Bei der Dominikanerwitwe (Vidua macroura) – der am häufigsten in der Vogelhaltung anzutreffenden Art – entwickelt das Männchen ein glänzend schwarzes Gefieder mit weißer Unterseite und extrem verlängerte mittlere Schwanzfedern, die die eigentliche Körperlänge um ein Vielfaches übertreffen können. Andere Arten wie die Königswitwe (Vidua regia) zeigen orangerote Brust- und Nackenpartien kombiniert mit schwarzem Oberkopf und stark verlängerten, breiten Schwanzschmuckfedern. Der Schnabel ist je nach Art rot, grau oder hornfarben und typisch konisch wie bei Körnerfressern geformt. Die Beine sind kurz und kräftig, die Füße zum Greifen an Halmen und Sitzästen angepasst.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Witwenvögel erstreckt sich über weite Teile des subsaharischen Afrika. Einzelne Arten kommen von Senegal und Äthiopien bis hinunter nach Südafrika vor. Ihr bevorzugtes Habitat sind offene, grasreiche Landschaften: Feuchtsavannen, trockene Dornbuschsavannen, Überschwemmungsgebiete und landwirtschaftlich genutzte Flächen. Die Dominikanerwitwe besiedelt das größte Areal und ist in nahezu allen Biotopen Afrikas südlich der Sahara anzutreffen, sofern ausreichend Grasland vorhanden ist. Einige Populationen wurden durch Gefangenschaftsflüchtlinge auch außerhalb Afrikas nachgewiesen, etwa auf Puerto Rico und auf der Iberischen Halbinsel, ohne dort bisher stabile Bestände zu bilden.

Ernährung

Witwenvögel ernähren sich überwiegend granivor, also von Sämereien. Im Freiland dominieren halbreife und reife Grassamen verschiedener Wildgräser. Ergänzend werden kleine Insekten, Blattläuse und Termiten aufgenommen, insbesondere während der Brutzeit, wenn der Proteinbedarf steigt. In der Käfighaltung bildet eine hochwertige Exotenfuttermischung aus verschiedenen Hirsesorten – Kolbenhirse, Silberhirse, Japanhirse – die Grundlage der Ernährung. Frische Grünsaat, halbreife Rispenhirse und gelegentlich tierisches Eiweiß in Form von Eifutter oder kleinen Futterinsekten runden den Speiseplan ab. Frisches Trinkwasser und Grit zur Unterstützung der Verdauung im Muskelmagen sind stets bereitzustellen.

Verhalten & Lebensweise

Witwenvögel sind tagaktive Vögel, die außerhalb der Brutzeit in kleinen bis mittelgroßen Schwärmen umherziehen und gemeinsam an ergiebigen Futterstellen erscheinen. Während der Fortpflanzungsperiode besetzen die Männchen Reviere, die sie von exponierten Sitzwarten aus verteidigen. Die Balz ist ein eindrucksvolles Schauspiel: Die Männchen führen wellenförmige Singflüge durch, bei denen die verlängerten Schwanzfedern in auffälligen Bögen hinter ihnen herflattern. Gleichzeitig erklingt ein arttypischer, oft komplexer Gesang, der – und dies ist eine Schlüsseleigenschaft der gesamten Familie – den Gesang der jeweiligen Wirtsvogelart imitiert.

In der Volierenhaltung zeigen sich Witwenvögel gegenüber Artgenossen und anderen kleinen Prachtfinken meist verträglich, solange genügend Raum vorhanden ist. Balzaktive Männchen können allerdings aufdringlich gegenüber kleineren Mitbewohnern werden. Eine Haltung in geräumigen Volieren ab mindestens zwei Metern Länge wird empfohlen, da die langen Schwanzfedern der Männchen in beengten Käfigen leicht abbrechen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Witwenvögel sind obligate Brutparasiten – sie bauen selbst keine Nester und ziehen ihre Jungen nicht auf. Stattdessen legen die Weibchen ihre Eier in die Nester bestimmter Prachtfinkenarten (Familie Estrildidae). Jede Witwenvogelart ist dabei auf eine oder wenige eng verwandte Wirtsarten spezialisiert. Die Dominikanerwitwe parasitiert vorwiegend Wellenastrilde (Estrilda astrild), die Königswitwe nutzt Nester der Schmetterlingsfink-Arten (Granatina).

Die Spezialisierung geht weit über die bloße Eiablage hinaus. Die Nestlinge der Witwenvögel imitieren die arttypischen Rachenzeichnungen und Sperrmuster der Wirtsküken nahezu perfekt, sodass die Pflegeeltern sie nicht von ihrem eigenen Nachwuchs unterscheiden können. Anders als beim europäischen Kuckuck entfernen junge Witwenvögel die Wirtseier oder -küken in der Regel nicht aus dem Nest; sie wachsen gemeinsam mit den Wirtsgeschwistern auf.

Die jungen Witwenvögel prä