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Abstrich

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Tiermedizin & Gesundheit > Gesundheit & Diagnostik

Definition & Überblick

Ein Abstrich (medizinisch auch Tupferprobe oder Swab) ist ein grundlegendes diagnostisches Verfahren in der Tiermedizin, bei dem mit einem sterilen Tupfer Zellen, Sekrete oder Erreger von Haut- und Schleimhautoberflächen entnommen werden. Die gewonnene Probe wird anschließend im Labor untersucht, um Infektionserreger wie Bakterien, Pilze, Viren oder Parasiten nachzuweisen, Zellveränderungen zu beurteilen oder die Zusammensetzung der Mikroflora zu analysieren.

Der Abstrich zählt zu den am häufigsten eingesetzten diagnostischen Methoden in der tierärztlichen Praxis. Er ist minimalinvasiv, kostengünstig und liefert in vielen Fällen entscheidende Hinweise für die weitere Therapieplanung. Abstriche können an nahezu jeder Körperstelle durchgeführt werden – häufige Entnahmestellen sind Ohren, Augen, Nase, Maul, Genitalbereich, Wundoberflächen und die Haut.

Je nach Fragestellung unterscheidet man verschiedene Formen: den zytologischen Abstrich zur Beurteilung von Zellbildern, den bakteriologischen Abstrich zum Erregernachweis mit anschließender Kultur und den mykologischen Abstrich zum Nachweis von Pilzinfektionen. Auch virologische Abstriche kommen zum Einsatz, etwa beim Nachweis von Herpesviren bei Katzen oder Staupeviren bei Hunden.

Ursachen & Risikofaktoren

Ein Abstrich wird nicht aufgrund einer bestimmten Ursache durchgeführt, sondern dient als diagnostisches Werkzeug bei einer Vielzahl von Erkrankungen. Anlass für einen Abstrich sind typischerweise:

  • Infektionen – bakterielle, virale oder mykotische Entzündungen an Haut, Ohren, Augen oder Schleimhäuten
  • Chronische oder wiederkehrende Hauterkrankungen – etwa bei Verdacht auf Malassezia-Dermatitis oder Staphylokokken-Pyodermie
  • Ohrentzündungen (Otitis externa) – eine der häufigsten Indikationen, besonders bei Hunden mit Hängeohren
  • Vaginal- oder Präputialausfluss – zur Abklärung von Infektionen des Genitaltrakts oder zur Zyklusbestimmung bei der Hündin
  • Wundinfektionen – nicht heilende oder eitrige Wunden, bei denen der Erreger identifiziert werden muss
  • Atemwegserkrankungen – Nasen- oder Rachenabstriche bei Verdacht auf Katzenschnupfen, Zwingerhusten oder andere Infektionskrankheiten

Risikofaktoren, die eine Abstrichuntersuchung notwendig machen, sind unter anderem ein geschwächtes Immunsystem, vorherige erfolglose Antibiotikatherapien, Kontakt zu infizierten Tieren oder chronische Grunderkrankungen wie Diabetes mellitus oder Cushing-Syndrom, die eine erhöhte Infektanfälligkeit bedingen.

Symptome & Erkennung

Die klinischen Anzeichen, die einen Abstrich erforderlich machen, variieren je nach betroffener Körperregion. Typische Symptome, bei denen ein Abstrich sinnvoll ist, umfassen:

  • Vermehrter oder veränderter Ausfluss – eitriges, blutiges oder übelriechendes Sekret aus Ohren, Augen, Nase oder Genitalbereich
  • Hautrötungen und Juckreiz – persistierende Ekzeme, Krusten, Pusteln oder schuppige Areale
  • Ohrprobleme – häufiges Kopfschütteln, Kratzen am Ohr, dunkles oder schmieriges Cerumen (Ohrschmalz)
  • Wundheilungsstörungen – Wunden, die trotz Behandlung nicht abheilen, zunehmend gerötet sind oder unangenehm riechen
  • Allgemeinsymptome – Fieber, Mattigkeit oder Appetitlosigkeit in Kombination mit lokalen Entzündungszeichen

Tierhalter erkennen eine mögliche Indikation für einen Abstrich daran, dass eine Entzündung sichtbar nicht abklingt, sich verschlechtert oder nach einer Behandlung wiederkehrt. Besonders bei wiederholten Therapieversagen ist der gezielte Erregernachweis durch einen Abstrich essenziell.

Diagnose

Die Durchführung eines Abstrichs folgt einem standardisierten Ablauf. Der Tierarzt verwendet einen sterilen Wattetupfer, der – je nach Fragestellung – trocken oder mit steriler Kochsalzlösung angefeuchtet über die betroffene Stelle gerollt wird. Bei tieferen Strukturen kommen spezielle Transportmedien zum Einsatz, die das Überleben der Erreger bis zur Laboruntersuchung sicherstellen.

Die anschließende Auswertung erfolgt auf verschiedene Arten:

  • Zytologische Untersuchung – Die Probe wird auf einen Objektträger aufgebracht, gefärbt (z. B. Diff-Quick-Färbung) und unter dem Mikroskop beurteilt. So lassen sich Bakterien, Hefen (Malassezia), Entzündungszellen und Tumorzellen direkt identifizieren.
  • Bakteriologische Kultur mit Antibiogramm – Der Tupfer wird auf Nährböden ausgestrichen, um Erreger anzuzüchten. Nach erfolgreicher Kultur wird ein Resistenztest (Antibiogramm) durchgeführt, der zeigt, welche Antibiotika gegen den nachgewiesenen Keim wirksam sind.
  • Mykologische Kultur – Spezielle Nährmedien wie der DTM-Agar (Dermatophyte Test Medium) dienen dem Nachweis von Dermatophyten (Hautpilzen), etwa Microsporum canis.
  • PCR-Untersuchung – Die Polymerase-Kettenreaktion ermöglicht den hochsensitiven Nachweis von Erregergenom und wird insbesondere bei Virusinfektionen oder schwer kultivierbaren Bakterien eingesetzt.

Die Bearbeitungszeit variiert: Während die zytologische Be