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Blutuntersuchung

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Tiermedizin & Gesundheit > Gesundheit & Diagnostik

Definition & Überblick

Die Blutuntersuchung – in der Tiermedizin auch als Blutanalyse oder Labordiagnostik bezeichnet – ist eines der wichtigsten diagnostischen Verfahren in der veterinärmedizinischen Praxis. Sie liefert anhand einer entnommenen Blutprobe detaillierte Informationen über den Gesundheitszustand eines Tieres, die mit einer klinischen Untersuchung allein nicht erfasst werden können. Dabei wird das Blut im Labor auf seine Zusammensetzung, Zellzahlen, Enzymwerte, Elektrolyte und zahlreiche weitere Parameter hin analysiert.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Hauptbereiche der Blutuntersuchung:

  • Hämatologie (Blutbild): Hier werden die zellulären Bestandteile des Blutes untersucht – rote Blutkörperchen (Erythrozyten), weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten). Man unterscheidet zwischen dem kleinen Blutbild und dem Differenzialblutbild, bei dem die verschiedenen Untergruppen der Leukozyten differenziert werden.
  • Klinische Chemie (Blutchemie): Dieser Bereich umfasst die Bestimmung von Organwerten, Stoffwechselprodukten, Elektrolyten und Hormonen im Blutserum oder Blutplasma. Typische Parameter sind Leber- und Nierenwerte, Blutzucker (Glukose), Schilddrüsenhormone und Entzündungsmarker.

Blutuntersuchungen kommen bei nahezu allen Tierarten zum Einsatz – von Hund und Katze über Pferde bis hin zu Heimtieren wie Kaninchen und Vögeln. Die Referenzwerte variieren dabei je nach Tierart, Rasse, Alter und Geschlecht erheblich.

Ursachen & Risikofaktoren

Eine Blutuntersuchung ist kein Krankheitsbild, sondern ein diagnostisches Werkzeug. Die Gründe für ihre Durchführung sind vielfältig:

  • Abklärung unklarer Symptome: Bei Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Lethargie, Erbrechen, Durchfall oder Fieber liefert die Blutanalyse häufig entscheidende Hinweise auf die zugrunde liegende Erkrankung.
  • Vorsorgeuntersuchung (Gesundheitscheck): Besonders bei älteren Tieren ab dem siebten Lebensjahr empfiehlt sich ein regelmäßiges geriatrisches Blutprofil, um Organerkrankungen frühzeitig zu erkennen, bevor klinische Symptome auftreten.
  • Narkosevorbereitung: Vor Operationen wird häufig ein präanästhetisches Blutprofil erstellt, um die Narkosefähigkeit des Tieres einzuschätzen und das Risiko von Komplikationen zu minimieren.
  • Therapieüberwachung: Bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) oder Niereninsuffizienz dienen regelmäßige Blutkontrollen der Überwachung des Therapieerfolgs und der Medikamentendosierung.
  • Infektionsnachweis: Über serologische Untersuchungen lassen sich Antikörper gegen bestimmte Erreger nachweisen, etwa bei Leishmaniose, Borreliose oder dem Felinen Leukämievirus (FeLV).

Symptome & Erkennung

Die Blutuntersuchung selbst verursacht keine Symptome – sie dient vielmehr dazu, Symptome abzuklären und verborgene Erkrankungen sichtbar zu machen. Bestimmte klinische Anzeichen sollten Tierbesitzer aufmerksam machen und eine Blutuntersuchung nahelegen:

  • Anhaltende Müdigkeit, Schwäche oder verminderte Belastbarkeit
  • Vermehrter Durst (Polydipsie) und häufiges Urinieren (Polyurie) – typische Hinweise auf Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen
  • Blasse oder gelblich verfärbte Schleimhäute (Ikterus), die auf Anämie oder Leberprobleme hindeuten können
  • Unerklärlicher Gewichtsverlust trotz normalem oder gesteigertem Appetit
  • Wiederkehrendes Erbrechen oder chronischer Durchfall
  • Haarausfall, stumpfes Fell oder Hautveränderungen als mögliche Zeichen hormoneller Störungen
  • Spontane Blutungen oder Hämatome, die auf Gerinnungsstörungen hinweisen können

Manche schwerwiegenden Erkrankungen wie eine beginnende chronische Nierenerkrankung (CNE) bei der Katze verlaufen über lange Zeit symptomfrei. Hier zeigt die Blutuntersuchung auffällige Werte – etwa erhöhtes Kreatinin, Harnstoff oder den sensitiveren Marker SDMA – lange bevor das Tier klinisch erkrankt.

Diagnose

Die Blutentnahme erfolgt in der Regel an der Vena cephalica (Vorderbein), der Vena saphena (Hinterbein) oder der Vena jugularis (Halsvene). Bei Katzen wird häufig die Jugularvene bevorzugt, da sie eine schnellere Entnahme ermöglicht. Der Eingriff ist für das Tier mit einem kurzen Stich verbunden und in den meisten Fällen gut tolerierbar.

Je nach Fragestellung stehen verschiedene Untersuchungsprofile zur Verfügung:

  • Kleines Blutbild: Erythrozyten, Hämatokrit, Hämoglobin, Leukozyten, Thrombozyten
  • Großes Blutbild (Differenzialblutbild): Zusätzliche Differenzierung der Leukozyten in Neutrophile, Lymphozyten, Monozyten, Eosinophile und Basophile
  • Organprofil: Leberwerte (ALT, AST, AP, GGT, Bilirubin), Nierenwerte (Kreatinin, Harnstoff, SDMA, Phosphat), Pankreasmarker (Lipase, fPLI/cPLI)
  • Elektrolytbestimmung: Natrium, Kalium, Kal