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Alpenländische-dachsbracke

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Rassen > Hunderassen – weitere

Steckbrief

  • Herkunft: Österreich
  • FCI-Gruppe: Gruppe 6, Sektion 2 – Schweißhunde (FCI-Standard Nr. 254)
  • Widerristhöhe: 34–42 cm
  • Gewicht: 15–18 kg
  • Lebenserwartung: 12–14 Jahre
  • Fell: Stockhaar, dicht, anliegend, mit dichter Unterwolle
  • Farben: Hirschrot (mit oder ohne schwarze Stichelung), Schwarz mit rotbraunen Abzeichen (Brandmarken); weißer Bruststern zulässig

Herkunft & Geschichte

Die Alpenländische Dachsbracke gehört zu den ältesten Jagdhundrassen des Alpenraums. Ihre Abstammung lässt sich auf die keltischen Bracken zurückführen, die seit Jahrhunderten in den Bergregionen Österreichs zur Jagd eingesetzt wurden. Bereits im 19. Jahrhundert finden sich bildliche und schriftliche Darstellungen niederläufiger Bracken, die dem heutigen Erscheinungsbild der Rasse erstaunlich nahekommen. Kronprinz Rudolf von Österreich-Ungarn soll die Alpenländische Dachsbracke als seinen bevorzugten Jagdbegleiter geschätzt haben und nahm Hunde dieses Typs auf Jagdreisen nach Ägypten und in die Türkei mit.

Die gezielte Reinzucht begann Ende des 19. Jahrhunderts. Im Jahr 1932 wurde die Rasse vom österreichischen Kynologenverband als dritte Schweißhunderasse offiziell anerkannt. Der erste Rassestandard legte die bis heute gültigen Merkmale fest. 1975 erkannte die FCI die Alpenländische Dachsbracke unter dem Standard Nr. 254 international an. Der Zuchtverband, der die Rasse in Österreich betreut, ist der Klub Dachsbracke – ein Verein, der sich konsequent der Erhaltungszucht und der jagdlichen Leistungsfähigkeit verschrieben hat. Bis heute wird die Rasse fast ausschließlich in Jägerhand gezüchtet und geführt.

Aussehen & Rassemerkmale

Die Alpenländische Dachsbracke ist ein robuster, niederläufiger Hund mit kräftigem Knochenbau und erstaunlich muskulösem Körper. Trotz der kurzen Läufe wirkt sie niemals plump, sondern harmonisch proportioniert. Der Rumpf ist gestreckt, der Brustkorb tief und gut gewölbt. Der Kopf zeigt einen leicht gewölbten Oberkopf, einen deutlichen Stirnabsatz und eine kräftige, gerade Schnauze. Die Behänge sind hoch angesetzt, mittellang, breit und liegen glatt an.

Das Stockhaar ist eines der auffälligsten Rassemerkmale: Es besteht aus einem dichten, festen Deckhaar und einer ebenso dichten Unterwolle, die den Hund hervorragend gegen Kälte, Nässe und Gestrüpp schützt. Die Rute ist kräftig, wird leicht nach unten getragen und an der Unterseite etwas länger behaart. Die Augen sind dunkelbraun mit klarem, aufmerksamem Ausdruck. Gemäß Rassestandard sind die bevorzugten Farben Hirschrot in allen Schattierungen sowie Schwarz mit deutlichen rotbraunen Brandmarken an Kopf, Brust, Läufen und Rutenunterseite.

Charakter & Wesen

Die Alpenländische Dachsbracke ist ein ausgesprochen zäher, mutiger und ausdauernder Jagdhund. Ihr Wesen ist geprägt von einer tiefen Bindung an ihren Führer – sie gilt als außerordentlich treu und anhänglich. Im jagdlichen Einsatz zeigt sie eine beeindruckende Feinnasenleistung, arbeitet spurlaut und ausdauernd auf Schweiß- und Fährtenarbeit. Sie ist bekannt für ihren Spurwillen und ihre Unerschrockenheit selbst in unwegsamem Gelände.

Im häuslichen Umfeld zeigt sich die Dachsbracke ruhig, gelassen und freundlich. Sie ist weder nervös noch hektisch und ordnet sich bei konsequenter, aber fairer Führung bereitwillig unter. Gegenüber fremden Personen verhält sie sich zunächst wachsam und reserviert, ohne dabei aggressiv zu werden. Kindern gegenüber ist sie in der Regel geduldig und gutmütig. Ihr Jagdtrieb ist allerdings stark ausgeprägt und sollte niemals unterschätzt werden – ein Umstand, der bei der Haltung als reiner Begleithund erhebliche Herausforderungen mit sich bringt.

Haltung & Pflege

Die Alpenländische Dachsbracke ist kein Hund für die Stadtwohnung. Sie braucht viel Bewegung, geistige Auslastung und idealerweise eine jagdliche Aufgabe. Spaziergänge allein reichen nicht aus, um diesen leistungsfähigen Hund zufriedenzustellen. Fährtenarbeit, Nasenarbeit oder Mantrailing bieten sinnvolle Beschäftigung, wenn keine reguläre Jagdführung möglich ist. Ein sicher eingezäunter Garten ist empfehlenswert, da die Dachsbracke bei aufgenommener Witterung gerne selbstständig auf Spursuche geht.

Die Fellpflege gestaltet sich unkompliziert. Regelmäßiges Bürsten – etwa ein- bis zweimal wöchentlich – genügt, um loses Haar und Schmutz zu entfernen. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst sollte häufiger gebürstet werden, da die dichte Unterwolle dann verstärkt abgestoßen wird. Ohren, Zähne und Krallen sollten regelmäßig kontrolliert werden. Die hängenden Ohren neigen bei unzureichender Pflege zu Entzündungen.

Ernährung

Die Alpenländische Dachsbracke stellt keine besonderen Ansprüche an ihre Ernährung. Hochwertiges Futter mit einem angemessenen Fleischanteil ist die Grundlage einer gesunden Fütterung. Ob Nass- oder Trockenfutter, BARF oder eine Mischform gewählt wird, hängt von den individuellen Bedürfnissen des Hundes und den Möglichkeiten des Halters ab. Entscheidend ist, dass die Futtermenge dem tatsächlichen Energiebedarf angepasst wird. Jagdlich geführte Hunde benötigen während der Saison deutlich mehr Kalorien als in Ruhephasen. Übergewicht belastet bei niederläufigen Rassen besonders stark den Rücken und die Gelenke und sollte konsequent vermieden werden. Zwei