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Berger-des-pyrénées

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Steckbrief

  • Herkunft: Frankreich (Pyrenäen)
  • FCI-Gruppe: Gruppe 1 – Hütehunde und Treibhunde, Sektion 1 – Schäferhunde (mit Arbeitsprüfung)
  • FCI-Standard Nr.: 141 (Poil Long / Langhaar) und 138 (Face Rase / Kurzhaargesicht)
  • Größe: Rüden 42–48 cm, Hündinnen 40–46 cm
  • Gewicht: 8–15 kg, je nach Varietät und Geschlecht
  • Lebenserwartung: 14–17 Jahre
  • Fell/Farben: Lang oder halblang, ziegenhaarartiger Struktur; Farben: Fauve (rehbraun) in allen Schattierungen, Grau, Blaugrau (Harlequin), Schwarz, gestromt; kleine weiße Abzeichen an Brust und Pfoten toleriert

Herkunft & Geschichte

Der Berger des Pyrénées, auch Pyrenäen-Schäferhund genannt, zählt zu den ältesten französischen Hütehundrassen. Seine Abstammung reicht vermutlich Jahrhunderte zurück in die abgelegenen Hochtäler der Pyrenäen, wo er von Hirten als unermüdlicher Arbeitshund an Schaf- und Ziegenherden eingesetzt wurde. Anders als der deutlich größere Pyrenäen-Berghund (Patou), der die Herden vor Raubtieren schützte, war der Berger des Pyrénées für das eigentliche Hüten und Treiben zuständig. Beide Rassen arbeiteten traditionell als Team.

Während des Ersten Weltkriegs erlangte die Rasse erstmals breitere Bekanntheit: Berger des Pyrénées wurden als Meldehunde und Sanitätshunde eingesetzt, wobei ihre Wendigkeit, Ausdauer und Intelligenz die französischen Militärangehörigen tief beeindruckten. Die erste offizielle Anerkennung durch den französischen Zuchtverband erfolgte in den 1920er Jahren. Der FCI-Rassestandard wurde mehrfach überarbeitet, unterscheidet aber bis heute zwei Varietäten: den langhaarigen Typ (Poil Long) und den glatthaarigen Typ mit kurzem Gesichtshaar (Face Rase), der etwas quadratischer im Körperbau ist und ein kürzeres, glatteres Fell im Gesicht trägt.

In Frankreich genießt die Rasse bis heute große Wertschätzung als Arbeitshund. International ist der Berger des Pyrénées weniger verbreitet, hat aber eine treue Anhängerschaft unter Hundesportlern und Liebhabern aktiver Rassen.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Berger des Pyrénées ist ein kleiner bis mittelgroßer Hund von erstaunlich geringem Gewicht im Verhältnis zu seiner Größe. Sein Körperbau ist sportlich, sehnig und leicht länger als hoch. Die gesamte Erscheinung strahlt Lebendigkeit und Energie aus. Der Kopf ist dreieckig mit einem flachen Schädel und einem mäßig ausgeprägten Stop. Die mandelförmigen, dunklen Augen verleihen ihm einen aufmerksamen, intelligenten und leicht verschmitzten Ausdruck, der als rassetypisch gilt.

Das Fell ist beim langhaarigen Typ lang bis halblang, von fast ziegenhaarartiger Textur – weder seidig noch wollig, sondern flach anliegend mit einer dichten Unterwolle. An den Hinterläufen bilden sich ausgeprägte Hosen. Beim Face-Rase-Typ ist das Gesichtshaar kurz und fein, das Körperfell insgesamt etwas kürzer und glatter. Die Rute wird niedrig getragen, ist mäßig lang und am Ende leicht hakenförmig gebogen. Manche Hunde werden mit verkürzter Rute geboren.

Im Gangwerk zeigt der Berger des Pyrénées seine Herkunft als Gebirgshund: Er bewegt sich mit kurzen, schnellen Tritten, nahezu schwebend über den Boden, und kann abrupt die Richtung wechseln – eine Eigenschaft, die für die Arbeit an steilen Hängen unerlässlich war.

Charakter & Wesen

Wer einen Berger des Pyrénées kennenlernt, begegnet einem Hund von außergewöhnlicher Lebhaftigkeit und Intelligenz. Er ist wachsam, reaktionsschnell und stets bereit, eine Aufgabe zu übernehmen. Seinem Besitzer gegenüber zeigt er sich äußerst treu und anhänglich, oft mit einer fast symbiotischen Bindung. Fremden gegenüber verhält er sich reserviert bis misstrauisch – ein Erbe seiner Arbeit als Hütehund, bei der eigenständiges Einschätzen von Situationen gefragt war.

Die Rasse ist ausgesprochen verspielt und behält ihren jugendlichen Enthusiasmus bis ins hohe Alter. Gleichzeitig besitzt der Berger des Pyrénées eine gewisse Eigenwilligkeit. Er denkt mit, trifft Entscheidungen und akzeptiert nicht blind jeden Befehl. Das macht ihn zu einem faszinierenden, aber auch anspruchsvollen Begleiter, der eine souveräne, einfühlsame Führung braucht.

Sein Hüteinstinkt ist stark ausgeprägt. Im Familienalltag kann sich das durch das Hüten von Kindern, anderen Haustieren oder joggende Passanten bemerkbar machen – ein Verhalten, das durch konsequente Erziehung kanalisiert werden sollte.

Haltung & Pflege

Der Berger des Pyrénées ist kein Hund für ein gemütliches Sofa-Leben. Er braucht täglich ausreichend Auslauf und vor allem geistige Beschäftigung. Hundesportarten wie Agility, Obedience, Rally Obedience oder Treibball sind ideal, um seinen Arbeitseifer zu befriedigen. Auch als Begleiter beim Joggen, Wandern oder Radfahren fühlt er sich wohl. Mindestens zwei Stunden aktive Beschäftigung pro Tag sollten eingeplant werden.

Die Fellpflege ist beim langhaarigen Typ regelmäßig, aber nicht übermäßig aufwendig: Zwei- bis dreimal wöchentliches Bürsten genügt, um Verfilzungen zu vermeiden und lose Unterwolle zu entfernen. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst ist tägliches Bürsten ratsam. Die Face-Rase-Varietät benötigt etwas weniger Fellpflege. Baden sollte man den Hund nur bei tatsächlicher Verschmutzung, um die natürliche Fettschicht des Haars zu erhalten.

Eine Wohnungshaltung ist möglich, sof