American-saddlebred
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Steckbrief
- Herkunft: USA (Kentucky)
- Rassestandard: American Saddlebred Horse Association (ASHA), gegründet 1891 – damit eines der ältesten Zuchtregister der USA
- Stockmaß: 150–170 cm (typisch 155–163 cm)
- Gewicht: 450–550 kg
- Lebenserwartung: 25–30 Jahre
- Fell/Farben: Alle Grundfarben; häufig Braune, Füchse, Rappen und Schimmel. Schecken und Palominos kommen vor, sind aber seltener. Feines, seidiges Deckhaar mit vollem Langhaar.
Herkunft & Geschichte
Das American Saddlebred zählt zu den ältesten in den Vereinigten Staaten gezüchteten Pferderassen und wird häufig als „Horse America Made" bezeichnet. Die Abstammung geht auf die Galloway- und Hobby-Pferde zurück, die englische Siedler im 17. und 18. Jahrhundert nach Nordamerika brachten. Aus Kreuzungen dieser Pferde mit Vollblütern, Narragansett Pacern und kanadischen Pferden entstand zunächst der sogenannte American Horse, ein vielseitiges Reit- und Wagenpferd der Kolonialzeit.
Ab dem frühen 19. Jahrhundert verlagerte sich das Zuchtgeschehen nach Kentucky, wo Pflanzer und Farmer ein repräsentatives, gangstarkes Reitpferd benötigten, das lange Strecken bequem und ermüdungsfrei zurücklegen konnte. Entscheidend für die Rasseveredelung war der Einsatz von Thoroughbred-Hengsten – insbesondere Denmark (geb. 1839), der als Gründervater der modernen Rasse gilt. Sein Sohn Gaines' Denmark begründete die einflussreichste Hengstlinie.
Im Amerikanischen Bürgerkrieg dienten Saddlebreds auf beiden Seiten als Offizierspferde. Berühmt wurde etwa Traveller, das Pferd Robert E. Lees, das teilweise Saddlebred-Blut führte. 1891 wurde die National Saddle Horse Breeders' Association – heute ASHA – als Zuchtverband gegründet. Seither wird das Stutbuch geschlossen geführt. Heute ist die Rasse weltweit verbreitet, mit Zuchtstätten in Südafrika, Australien, Großbritannien und auch in Deutschland.
Aussehen & Rassemerkmale
Das American Saddlebred ist ein Pferd von eleganter, hochaufgerichteter Erscheinung. Der trockene, ausdrucksstarke Kopf sitzt auf einem langen, geschwungenen Hals, der hoch aus einer schrägen, gut gewinkelten Schulter herauskommt. Die Augen sind groß, lebhaft und weit auseinanderstehend. Die Ohren sind fein und aufmerksam nach vorn gerichtet.
Der Rücken ist kurz und kräftig, die Kruppe lang und eben. Die Schweifhaltung ist von Natur aus hoch angesetzt – ein Rassemerkmal, das im Showring durch ein spezielles Schweif-Set zusätzlich betont wird. Die Beine sind trocken mit klar definierten Sehnen, die Hufe hart und gut geformt. Insgesamt wirkt das Saddlebred leicht und federnd, ohne dabei substanzlos zu erscheinen.
Besonders hervorzuheben sind die Gangarten. Neben den drei Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp beherrschen viele Saddlebreds zwei zusätzliche Gangarten: den Slow Gait (ein langsamer, taktmäßiger Viertakt) und den Rack (ein schneller, lateraler Viertakt mit erheblicher Raumgreifigkeit). Pferde, die alle fünf Gangarten zeigen, werden als Five-Gaited klassifiziert; Pferde mit drei Gangarten als Three-Gaited. Diese Unterscheidung ist zentral für den Showring und den Rassestandard.
Charakter & Wesen
Das American Saddlebred ist ein Pferd mit ausgeprägtem Temperament, großer Intelligenz und einem starken Willen zur Zusammenarbeit. Es gilt als menschenbezogen, lernfreudig und sensibel. Saddlebreds reagieren fein auf Hilfen und zeigen ein hohes Maß an Arbeitswilligkeit, was sie zu hervorragenden Partnern in der Ausbildung macht.
Trotz ihres lebhaften Temperaments sind Saddlebreds nicht nervös oder unkontrollierbar. Im Gegenteil: Erfahrene Züchter beschreiben sie als treu, verlässlich und erstaunlich gelassen im Umgang. Die Rasse besitzt ein natürliches Showmanship – eine angeborene Präsenz und Ausstrahlung, die im Ring sofort auffällt. Das macht sie zu Pferden, die gern arbeiten und sich im Rampenlicht sichtbar wohlfühlen.
Haltung & Pflege
Das Saddlebred stellt moderate Ansprüche an die Haltung, benötigt aber wie jedes Sportpferd ausreichend Bewegung und geistige Beschäftigung. Täglicher Auslauf ist unverzichtbar – idealerweise in Form von Koppelgang und regelmäßigem Training. Boxenhaltung ohne entsprechenden Ausgleich führt bei dieser intelligenten Rasse schnell zu Unruhe und Verhaltensauffälligkeiten.
Die Fellpflege ist unkompliziert, erfordert aber Sorgfalt. Das seidige Deckhaar und das üppige Langhaar an Mähne und Schweif sollten regelmäßig gebürstet und von Verfilzungen befreit werden. Im Showbereich wird das Langhaar oft lang gezogen und durch Einflechten und spezielle Pflegeprodukte geschützt. Die Hufe brauchen einen erfahrenen Hufschmied, insbesondere bei Showpferden, die teilweise mit speziellen Beschlägen gearbeitet werden.
Ernährung
Die Fütterung richtet sich nach dem Einsatzzweck und dem individuellen Stoffwechsel. Grundlage bildet qualitativ hochwertiges Heu oder Weidegras, ergänzt durch Kraftfutter in angepasster Menge. Saddlebreds neigen zu einem eher schlanken Körperbau und haben einen aktiven Stoffwechsel, sodass sie in Trainingsperioden einen höheren Energiebedarf aufweisen als manche anderen Rassen. Mineralstoffe und Vitamine sollten über ein geeignetes Mineralfutter zugeführt werden. Frisches Wasser muss jederzeit verfügbar sein. Überfütterung ist zu vermeiden, da sie Stoffwechselstörungen begünstigen kann.
Gesundheit & typische Erkrankungen
Das American Saddlebred ist grundsä