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Anglo-araber

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Rassen > Pferderassen

Steckbrief

  • Herkunft: Frankreich
  • Rassestandard: ANPS (Association Nationale du Pur-Sang Anglo-Arabe), anerkannt durch die FN und internationale Zuchtverbände
  • Stockmaß: 155–170 cm
  • Gewicht: 450–550 kg
  • Lebenserwartung: 25–30 Jahre
  • Fell/Farben: Kurzes, feines Fell; vorwiegend Braune, Füchse, Rappen, seltener Schimmel
  • Verwendung: Vielseitigkeit, Springen, Dressur, Distanzreiten, Jagdreiten
  • Mindestblutanteil: Mindestens 25 % arabisches Blut laut Rassestandard

Herkunft & Geschichte

Der Anglo-Araber ist eine der ältesten planmäßig gezüchteten Warmblutrassen Europas. Seine Geschichte beginnt im frühen 19. Jahrhundert in Frankreich, insbesondere in den staatlichen Gestüten von Pompadour und Pau im Südwesten des Landes. Ziel der Zucht war es, die Schnelligkeit, Ausdauer und den Rahmen des Englischen Vollbluts mit der Härte, Genügsamkeit und Eleganz des Arabischen Vollbluts zu vereinen. Die französische Militärverwaltung trieb die Zucht voran, da ein leistungsfähiges, ausdauerndes und dabei nervenstarkes Kavalleriepferd benötigt wurde.

Bereits 1843 wurde der Anglo-Araber in Frankreich offiziell als eigenständige Rasse anerkannt. Das Zuchtbuch der ANPS legt bis heute fest, dass ein Anglo-Araber mindestens 25 % arabisches Vollblut in seiner Abstammung nachweisen muss. Der maximale Anteil Englischen Vollbluts ist nicht begrenzt, solange die arabische Mindestquote eingehalten wird. Diese strenge Reglementierung sichert den Rassetyp seit fast zwei Jahrhunderten.

Im 20. Jahrhundert gewann der Anglo-Araber auch außerhalb Frankreichs an Bedeutung. In Deutschland, Spanien, Portugal und Italien entstanden eigene Zuchtprogramme. Der Zuchtverband für Anglo-Araber in Deutschland arbeitet eng mit der ANPS zusammen. Zahlreiche Anglo-Araber haben als Veredler in der deutschen Warmblutzucht gewirkt und ihre Qualitäten an Rassen wie den Trakehner oder das Hannoveraner Sportpferd weitergegeben.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Anglo-Araber vereint die besten äußeren Merkmale seiner beiden Stammrassen. Der Kopf ist trocken und edel, oft mit leicht konkavem oder geradem Profil und großen, ausdrucksvollen Augen. Die Ganaschen sind breit, die Nüstern weit. Der Hals ist lang, gut aufgesetzt und muskulös, ohne dabei schwer zu wirken.

Der Rumpf zeigt eine gut bemuskelte, schräge Schulter, einen ausgeprägten Widerrist und eine kräftige, leicht geneigte Kruppe. Der Rücken ist mittellang und tragfähig. Die Brust ist tief und bietet ausreichend Raum für Herz und Lunge – ein entscheidender Faktor für die außergewöhnliche Ausdauer dieser Rasse. Die Gliedmaßen sind trocken, sehnig und mit harten, gut geformten Hufen ausgestattet. Behang ist kaum vorhanden.

Im Bewegungsbild fällt der raumgreifende, elastische Trab auf. Der Galopp ist flach, schnell und ausdauernd. Insgesamt wirkt der Anglo-Araber elegant und sportlich, dabei aber deutlich substanzvoller als ein reines Arabisches Vollblut.

Charakter & Wesen

Der Anglo-Araber ist ein intelligentes, sensibles und äußerst leistungsbereites Pferd. Er zeichnet sich durch eine hohe Lernfähigkeit aus und reagiert fein auf die Hilfen seines Reiters. Dabei ist er keineswegs unterwürfig – vielmehr bringt er einen ausgeprägten Eigenwillen mit, der eine klare, faire Kommunikation erfordert.

Im Umgang zeigt sich der Anglo-Araber in der Regel menschenbezogen und treu. Er baut eine enge Bindung zu seiner Bezugsperson auf und kann dabei durchaus wachsam und territorial sein. Sein Temperament ist lebhaft, aber bei richtiger Ausbildung gut kanalisierbar. Nervosität oder Schreckhaftigkeit treten vor allem dann auf, wenn die Haltungsbedingungen nicht artgerecht sind oder die reiterliche Einwirkung zu grob ausfällt.

Besonders geschätzt wird sein Mut: Im Gelände, beim Springen und in der Vielseitigkeit zeigt der Anglo-Araber eine bemerkenswerte Unerschrockenheit und Einsatzfreude.

Haltung & Pflege

Der Anglo-Araber stellt durchaus Ansprüche an seine Haltung. Als energiereiches, bewegungsfreudiges Pferd benötigt er ausreichend Auslauf – idealerweise täglichen Weidegang in Kombination mit regelmäßiger Arbeit. Eine reine Boxenhaltung ohne ausreichende Beschäftigung führt bei dieser Rasse schnell zu Verhaltensproblemen wie Weben oder Koppen.

Offenstallhaltung oder großzügige Paddockboxen mit Gruppenauslauf kommen dem Sozialverhalten des Anglo-Arabers entgegen. Er ist grundsätzlich robust und kommt mit gemäßigtem Klima gut zurecht, sollte aber bei extremer Nässe und Kälte Zugang zu einem Unterstand haben.

Die Fellpflege ist unkompliziert. Das kurze, feine Fell bedarf regelmäßigen Putzens, um Hautgesundheit und Durchblutung zu fördern. Hufe sollten alle sechs bis acht Wochen vom Hufschmied bearbeitet werden. Zähne, Augen und Atemwege verdienen bei der täglichen Pflege besondere Aufmerksamkeit.

Ernährung

Der Anglo-Araber ist ein guter Futterverwerter, was auf den arabischen Blutanteil zurückzuführen ist. Die Grundlage der Ernährung bildet qualitativ hochwertiges Heu – mindestens 1,5 kg pro 100 kg Körpergewicht täglich. Kraftfutter sollte dem Arbeitsniveau angepasst werden. Bei leichter Arbeit reicht eine geringe Haferration, bei intensivem Training oder Turniereinsatz kann die Kraftfuttermenge entsprechend erhöht werden.

Übergewicht ist beim Anglo-Araber seltener ein Problem als bei vielen Warmblütern, dennoch sollte die Futtermenge kontroll