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Araber

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Steckbrief

  • Herkunft: Arabische Halbinsel (heutige Gebiete Saudi-Arabiens, Syriens, Jordaniens und des Irak)
  • Rassestandard: WAHO (World Arabian Horse Organization); in Deutschland betreut durch den Verband der Züchter und Freunde des Arabischen Pferdes (VZAP)
  • Stockmaß: 145–156 cm
  • Gewicht: 380–500 kg
  • Lebenserwartung: 25–30 Jahre, nicht selten auch darüber
  • Fell/Farben: Feines, seidiges Deckhaar mit dünner Unterhaut. Häufigste Farben: Schimmel, Fuchs, Brauner, Rappe. Seltener Stichelhaarige. Schecken kommen im reinen Vollblutaraber nicht vor.

Herkunft & Geschichte

Der Arabische Vollblüter gilt als eine der ältesten und einflussreichsten Pferderassen der Welt. Seine Abstammung lässt sich über Jahrtausende zurückverfolgen. Beduinenstämme auf der Arabischen Halbinsel züchteten diese Pferde seit mindestens dem 7. Jahrhundert gezielt auf Ausdauer, Härte und Schnelligkeit. Die strenge Selektion in der Wüste formte ein Pferd, das mit extremer Hitze, minimalem Wasserangebot und karger Nahrung zurechtkam – Eigenschaften, die bis heute im Genpool verankert sind.

Die Beduinen führten penible mündliche Zuchtbücher und legten größten Wert auf die Reinzucht über die mütterliche Linie. Nur Pferde mit lückenloser Abstammung galten als „asil" – edel und rein. Dieser Grundsatz prägt die Araberzucht bis heute. Im 18. und 19. Jahrhundert gelangten Araber durch Importe nach Europa. Gestüte wie Crabbet Park in England, Babolna in Ungarn und Janów Podlaski in Polen wurden zu Eckpfeilern der modernen Araberzucht. In Deutschland entstand mit dem VZAP ein bedeutender Zuchtverband, der den Rassestandard der WAHO umsetzt und das Zuchtbuch führt.

Die Bedeutung des Arabers als Veredlerrasse kann kaum überschätzt werden. Das Englische Vollblut, der Trakehner, der Shagya-Araber und zahllose Warmblutlinien tragen arabisches Blut. Ohne den Araber wäre die europäische Pferdezucht eine grundlegend andere.

Aussehen & Rassemerkmale

Der Araber ist sofort erkennbar. Sein Kopf, oft als „trockener Keilkopf" beschrieben, zeigt das markante konkave Profil – den sogenannten Hechtkopf – mit großen, ausdrucksstarken Augen und weit geöffneten Nüstern. Die Ohren sind fein, kurz und leicht nach innen geschwungen. Die Stirn ist breit, das Genick lang und beweglich.

Ein anatomisches Alleinstellungsmerkmal betrifft den Skelettbau: Viele reinrassige Araber besitzen 17 statt 18 Rippenpaare, fünf statt sechs Lendenwirbel und 15 statt 16 Schweifwirbel. Diese Besonderheit verleiht dem Araber seinen charakteristisch kurzen, kräftigen Rücken und den hoch angesetzten, elegant getragenen Schweif.

Der Hals ist lang und elegant geschwungen, die Schulter gut schräg gelagert. Die Kruppe ist verhältnismäßig waagerecht, der Schweifansatz hoch. Die Beine sind trocken mit klar definierten Sehnen und harten, kompakten Hufen. Das Fundament wirkt filigran, ist jedoch außerordentlich belastbar. Die Bewegungen sind raumgreifend, elastisch und federnd – besonders im Trab zeigt der Araber eine beeindruckende Schwung- und Schwebephase.

Charakter & Wesen

Der Araber ist ein Pferd mit ausgeprägter Persönlichkeit. Er ist intelligent, sensibel, menschenbezogen und dabei überaus leistungsbereit. Die enge Bindung zu seiner Bezugsperson ist legendär – Beduinen hielten ihre Pferde in den Zelten, und diese Nähe hat die Rasse geprägt. Araber gelten als treu, aufmerksam und wachsam, gleichzeitig aber auch als temperamentvoll und reaktionsschnell.

Wer Araber als nervös oder schwierig erlebt, verwechselt häufig Sensibilität mit Unberechenbarkeit. Ein korrekt ausgebildeter Araber ist kooperativ und lernwillig. Er verzeiht allerdings weniger als manches Warmblut: Grobe Hilfen, Ungeduld oder inkonsequente Führung beantwortet er deutlich. Für feinfühlige, erfahrene Reiter ist genau diese Sensibilität ein Geschenk – die Kommunikation zwischen Mensch und Pferd wird auf ein Minimum an Hilfen reduziert.

Im Umgang mit Artgenossen zeigt sich der Araber gesellig und verspielt, auch im fortgeschrittenen Alter. Die Rasse reift spät und behält ihre Lebhaftigkeit oft bis ins hohe Alter.

Haltung & Pflege

Araber sind in ihrer Haltung weniger anspruchsvoll, als ihr edles Erscheinungsbild vermuten lässt. Sie stammen aus einer kargen Umgebung und sind von Natur aus robust. Dennoch gibt es einige Grundsätze, die beachtet werden sollten:

  • Auslauf: Täglicher, ausgiebiger Weidegang oder Paddockzeit ist unverzichtbar. Araber brauchen Bewegung und soziale Kontakte zu anderen Pferden. Boxenhaltung ohne ausreichenden Auslauf führt bei dieser Rasse schnell zu Verhaltensstörungen.
  • Beschäftigung: Der Araber ist ein Arbeitspferd. Distanzritte, Wanderritte, Dressur, Working Equitation oder leichtes Springen – er braucht eine sinnvolle Aufgabe. Unterforderung führt zu Unruhe und Unzufriedenheit.
  • Fellpflege: Das dünne Fell und die feine Haut erfordern regelmäßige, aber schonende Pflege. Araber neigen zu Sonnenbrand an unpigmentierten Hautstellen, besonders bei Schimmeln. Mähne und Schweif sind oft fein und seidig – grobes Ausbürsten sollte vermieden werden.
  • Klimatoleranz: Trotz ihrer Wüstenherkunft akklimatisieren sich Araber gut an mitteleuropäische Verhältnisse. Ein zugfreier Unterstand