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American-staffordshire-terrier

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Rassen > Hunderassen – Terrier

Steckbrief

  • Herkunft: Vereinigte Staaten von Amerika
  • FCI-Gruppe: Gruppe 3 – Terrier, Sektion 3 – Bullartige Terrier (ohne Arbeitsprüfung)
  • FCI-Standard Nr.: 286
  • Widerristhöhe: Rüden 46–48 cm, Hündinnen 43–46 cm
  • Gewicht: 25–35 kg (nicht im Rassestandard festgelegt, sollte in Proportion zur Größe stehen)
  • Lebenserwartung: 12–16 Jahre
  • Fell: Kurz, dicht, glänzend, hart in der Textur
  • Farben: Alle Farben zulässig – einfarbig, mehrfarbig oder gefleckt. Laut Rassestandard sind ein Weißanteil von über 80 %, Schwarz-Loh sowie Leberfarben nicht erwünscht.
  • Zuchtverband: AKC (American Kennel Club), FCI; in Deutschland betreut unter anderem der VDH die Zucht

Herkunft & Geschichte

Die Abstammung des American Staffordshire Terriers reicht bis ins England des 19. Jahrhunderts zurück. Dort wurden Bulldoggen und verschiedene Terriertypen miteinander gekreuzt, um kräftige, mutige Hunde für Hundekämpfe und als Farmhunde zu erzüchten. Aus diesen Kreuzungen entstanden die sogenannten Bull-and-Terrier, die ab Mitte des 19. Jahrhunderts mit britischen Einwanderern nach Nordamerika gelangten.

In den USA entwickelte sich aus diesen Hunden ein eigenständiger Typ, der deutlich größer und schwerer war als sein englisches Pendant, der Staffordshire Bull Terrier. Lange Zeit wurde die Rasse als „Pit Bull Terrier" oder „American Bull Terrier" bezeichnet. 1936 erkannte der American Kennel Club die Rasse zunächst unter dem Namen „Staffordshire Terrier" an. Um die klare Abgrenzung zum britischen Staffordshire Bull Terrier zu gewährleisten, erfolgte 1972 die Umbenennung in „American Staffordshire Terrier". Die FCI übernahm den Standard 1969.

Während die Rasse in den USA über Jahrzehnte als vielseitiger Familien- und Begleithund geschätzt wurde, ist sie in einigen europäischen Ländern – darunter auch in mehreren deutschen Bundesländern – in sogenannten Rasselisten aufgeführt. Das bedeutet, dass die Haltung bestimmten gesetzlichen Auflagen unterliegt, die je nach Region variieren.

Aussehen & Rassemerkmale

Der American Staffordshire Terrier ist ein mittelgroßer, kompakter Hund mit ausgeprägter Muskulatur und einem kraftvollen Körperbau. Trotz seiner Stärke wirkt er wendig und athletisch, niemals plump oder schwerfällig. Der Kopf ist breit mit deutlichem Stopp und kräftigem Kiefer. Die hoch angesetzten Ohren sind halbaufgerichtet oder rosenförmig – in den USA wird noch vereinzelt kupiert, was in Deutschland und der gesamten EU verboten ist.

Die Augen sind dunkel, rund und tief im Schädel eingesetzt, was dem Hund einen aufmerksamen und intelligenten Ausdruck verleiht. Der Hals ist kräftig, mittellang und leicht gebogen, der Rücken kurz und gerade. Die Rute ist tief angesetzt, kurz im Verhältnis zur Körpergröße und verjüngt sich zur Spitze hin. Sie wird nicht über den Rücken getragen und darf weder kupiert noch geringelt sein.

Das Fell ist kurz, dicht und liegt eng am Körper an. Es hat einen natürlichen Glanz, der bei gesunder Ernährung besonders zur Geltung kommt. Die Farbpalette ist breit gefächert: Von Rot, Fawn und Blau über gestromt bis hin zu Schwarz und Weiß sind viele Varianten vertreten.

Charakter & Wesen

Wer den American Staffordshire Terrier kennt, schätzt ihn als ausgesprochen menschenbezogenen, treuen und anhänglichen Hund. Er bindet sich eng an seine Familie und zeigt eine bemerkenswerte Sensibilität für die Stimmungen seiner Bezugspersonen. Kindern gegenüber ist er bei guter Sozialisierung geduldig und sanft – nicht umsonst wurde er in den USA früher als „Nanny Dog" bezeichnet.

Gleichzeitig ist der American Staffordshire Terrier mutig, selbstbewusst und wachsam. Er besitzt eine hohe Reizschwelle, kann aber bei mangelnder Erziehung oder Fehlprägung durchaus dominant auftreten. Eine konsequente, aber faire Führung ist bei dieser Rasse unerlässlich. Der Hund ist intelligent und lernwillig, braucht jedoch einen Halter, der ihm klare Strukturen bietet und auf positive Verstärkung statt auf Härte setzt.

Sein Spieltrieb ist ausgeprägt, seine Energie beachtlich. Er ist verspielt und unternehmungslustig, dabei aber im häuslichen Umfeld erstaunlich ruhig und ausgeglichen, sofern er körperlich und geistig ausreichend gefordert wird. Gegenüber Fremden verhält er sich in der Regel freundlich bis neutral, besitzt aber einen natürlichen Beschützerinstinkt.

Haltung & Pflege

Der American Staffordshire Terrier braucht viel Bewegung und Beschäftigung. Mindestens zwei Stunden aktiver Auslauf pro Tag sind empfehlenswert, ergänzt durch geistige Auslastung wie Suchspiele, Apportiertraining oder Hundesport. Besonders geeignet sind Agility, Obedience oder Zughundesport.

Die Fellpflege ist unkompliziert. Regelmäßiges Bürsten mit einer weichen Bürste oder einem Gummistriegel einmal pro Woche genügt, um lose Haare zu entfernen und den natürlichen Glanz zu erhalten. Gebadet werden sollte der Hund nur bei Bedarf. Ohren, Krallen und Zähne sind wie bei jeder Rasse regelmäßig zu kontrollieren.

Wichtig ist die frühe und konsequente Sozialisierung: Der American Staffordshire Terrier sollte bereits als Welpe vielfältige Umweltreize, andere Hunde und Menschen kennenlernen. Ein Besuch in einer kompetent geführten Welpenspielgruppe und eine gute Hundeschule sind dringend zu empfehlen. In Bundesländern mit Rasselisteneintrag sind zudem ein Wesenstest, ein Sachkundenachweis und teilweise eine Haltungsgenehmigung erforderlich.

Ernährung