Bedlington-terrier
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Steckbrief
- Herkunft: Großbritannien (Nordengland, Grafschaft Northumberland)
- FCI-Gruppe: Gruppe 3 – Terrier, Sektion 1 – Hochläufige Terrier (ohne Arbeitsprüfung)
- FCI-Standard Nr.: 9
- Größe: ca. 41 cm Widerristhöhe (Rüden und Hündinnen)
- Gewicht: 8–10 kg
- Lebenserwartung: 12–16 Jahre
- Fell: Dicht, flockig, leicht gekräuselt, nicht drahtig am Körper anliegend; typische Kopfbehaarung mit üppigem, seidigem Schopf
- Farben: Blau, Leberbraun (Liver), Sandfarben – jeweils mit oder ohne Tan-Abzeichen
Herkunft & Geschichte
Der Bedlington Terrier stammt aus der Bergbauregion rund um die kleine Stadt Bedlington in Northumberland, Nordengland. Seine Abstammung reicht bis ins späte 18. Jahrhundert zurück. Die frühen Vorfahren der Rasse wurden von Bergleuten, Zigeunern und Wildhütern als robuste Jagdhunde gehalten, die Ratten, Dachse, Füchse und Kaninchen erlegten. In den Kohlebergwerken waren sie als unerschrockene Rattenfänger geschätzt, und bei den Wilddiebern der Region galten sie als schnelle, ausdauernde Jagdbegleiter.
Der erste dokumentierte Hund, der den Namen „Bedlington Terrier" trug, war ein Rüde namens „Piper", der 1825 geboren wurde und seinem Besitzer Joseph Ainsley gehörte. Piper soll noch im hohen Alter Dachse gestellt haben – ein Beleg für die Zähigkeit dieser Rasse. In die Zuchtgeschichte flossen vermutlich Whippet-Linien ein, was die elegante Silhouette und die beachtliche Geschwindigkeit des Bedlington Terriers erklärt. Auch Einkreuzungen von Dandie Dinmont Terriern und möglicherweise Otterhounds werden von Rasseexperten diskutiert.
1877 wurde der erste Zuchtverband, der Bedlington Terrier Club, in England gegründet. Mit der formellen Anerkennung durch den Kennel Club und später durch die FCI entwickelte sich die Rasse vom Arbeitshund der einfachen Leute zum geschätzten Begleit- und Ausstellungshund. Der Rassestandard betont bis heute sowohl die sportliche Leistungsfähigkeit als auch das unverwechselbare Erscheinungsbild.
Aussehen & Rassemerkmale
Der Bedlington Terrier ist auf den ersten Blick kaum mit einem typischen Terrier zu verwechseln. Seine Silhouette erinnert eher an ein Lämmchen – ein Eindruck, der durch das flockige, lockige Fell und den schmalen, birnenförmigen Kopf mit dem charakteristischen Schopf verstärkt wird. Unter diesem sanften Äußeren verbirgt sich jedoch ein muskulöser, wendiger und erstaunlich schneller Hund.
Der Körperbau ist leicht gewölbt im Lendenbereich, was dem Bedlington eine federnde, elegante Gangart verleiht. Die Beine sind gerade und kräftig, die Pfoten lang und hasenförmig. Die tief angesetzten, dreieckigen Ohren liegen flach an den Wangen an und sind an den Spitzen mit einer seidigen Quaste versehen. Die kleinen, tief liegenden Augen wirken dreieckig und verleihen dem Hund einen aufmerksamen, sanften Ausdruck. Je nach Fellfarbe variiert die Augenfarbe: Bei blauen Hunden ist sie dunkel, bei leberfarbenen und sandfarbenen Exemplaren entsprechend heller.
Das Fell ist eines der markantesten Rassemerkmale. Es besteht aus einer Mischung von harten und weichen Haaren, die sich vom Körper abstehend locken. Welpen werden dunkel geboren – blau geborene Hunde sind zunächst schwarz, leberfarbene dunkelbraun – und hellen im Laufe der ersten Lebensmonate deutlich auf.
Charakter & Wesen
Wer den Bedlington Terrier nur nach seinem Äußeren beurteilt, unterschätzt ihn gewaltig. Hinter der lammfrommen Fassade steckt ein temperamentvoller, mutiger und durchaus eigenwilliger Terrier. Er ist treu, anhänglich und baut eine enge Bindung zu seiner Bezugsperson auf. Im häuslichen Umfeld zeigt er sich sanft, verschmust und verspielt, dabei aber stets wachsam. Fremden gegenüber verhält er sich zunächst reserviert, ohne dabei ängstlich zu wirken.
Gegenüber anderen Hunden kann der Bedlington Terrier durchaus dominant auftreten. Sein Jagdinstinkt ist nach wie vor ausgeprägt, was bei Begegnungen mit Kleintieren berücksichtigt werden muss. Wird er gereizt oder herausgefordert, zeigt er eine Entschlossenheit, die manchen überrascht – nicht umsonst hieß es früher: „sanft wie ein Lamm, mutig wie ein Löwe". Trotz dieser Terrier-typischen Härte ist er im Alltag ein angenehmer, anpassungsfähiger Begleiter, der sich sowohl in der Stadt als auch auf dem Land wohlfühlen kann, sofern er ausreichend Beschäftigung erhält.
Haltung & Pflege
Der Bedlington Terrier benötigt regelmäßigen Auslauf und geistige Beschäftigung. Lange Spaziergänge, Apportier- und Suchspiele sowie Hundesportarten wie Agility oder Coursing kommen seinem Bewegungsdrang und seiner Intelligenz entgegen. Ein eingezäunter Garten ist von Vorteil, da sein Jagdtrieb ihn bei Wildwitterung zum Ausreißen verleiten kann.
Die Fellpflege ist bei dieser Rasse anspruchsvoller als bei vielen anderen Terriern. Das Fell haart kaum, wächst aber kontinuierlich und muss alle sechs bis acht Wochen professionell getrimmt oder geschoren werden, um die rassetypische Form zu erhalten. Zwischen den Pflegeterminen sollte das Fell regelmäßig gebürstet werden, um Verfilzungen zu vermeiden. Die Ohren verdienen besondere Aufmerksamkeit, da die hängenden Ohrmuscheln die Belüftung des Gehörgangs einschränken und Entzündungen begünstigen können.
Der geringe Haarausfall macht den Bedlington Terrier zu einer interessanten Option für Allergiker, wenngleich keine Hunderasse vollständig hypoallergen ist.
Ernährung
Der Bedlington Terrier stellt keine außergewöhnlichen