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Andenfuchs

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Tierart – Säugetiere > Raubtiere – Hunde (wild)

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Lycalopex culpaeus
  • Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
  • Familie: Hunde (Canidae)
  • Gattung: Südamerikanische Füchse (Lycalopex)
  • Lebensraum: Hochanden, Puna-Grasland, patagonische Steppe, Küstenwüsten, gemäßigte Wälder Südamerikas
  • Körperlänge: 60–115 cm (ohne Schwanz); Schwanzlänge 30–45 cm
  • Gewicht: 5–13,5 kg, Männchen deutlich schwerer als Weibchen
  • Lebenserwartung: ca. 8–11 Jahre in freier Wildbahn, bis 14 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Der Andenfuchs, auch Andenschakal oder Culpeo genannt, ist der größte Vertreter der Gattung Lycalopex und nach dem Mähnenwolf (Chrysocyon brachyurus) die zweitgrößte wildlebende Hundeart Südamerikas. Sein Körperbau ist kräftig und gedrungen, die Beine vergleichsweise kurz. Der breite Kopf trägt eine spitze Schnauze und große, aufrecht stehende Ohren, die dem Tier ein ausgeprägtes Richtungshören ermöglichen.

Das Fell ist auf dem Rücken und den Schultern graubraun bis rötlichbraun gefärbt, wobei die Farbgebung je nach Unterart und Höhenlage variiert. An Kopf, Hals und Ohren dominieren rostbraune bis rötliche Töne. Die Unterseite und die Innenseiten der Beine sind deutlich heller, oft weißlich bis cremefarben. Ein charakteristisches Merkmal ist der buschige Schwanz mit dunkler Oberseite und schwarzer Spitze. Das dichte Unterfell dient als Isolationsschicht gegen die extremen Temperaturen der Hochlagen und wird im Winter zusätzlich durch längere Deckhaare ergänzt.

Es besteht ein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus: Männchen sind im Durchschnitt etwa 30 Prozent schwerer als Weibchen, was bei den südamerikanischen Fuchsartigen ungewöhnlich stark ausgeprägt ist.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Andenfuchses erstreckt sich über weite Teile des westlichen und südlichen Südamerika. Es reicht von Kolumbien und Ecuador entlang der Anden bis nach Feuerland im äußersten Süden Patagoniens. Die Art besiedelt eine außerordentlich große Bandbreite an Habitaten: von Küstenwüsten auf Meereshöhe über montane Buschlandschaften, Hochlandsteppen der Puna und Páramo-Zonen bis in Höhen von über 4.800 Metern. In Patagonien und Südchile bewohnt der Culpeo zudem gemäßigte Laub- und Nadelwälder sowie offene Graslandschaften in tieferen Lagen.

Diese ökologische Flexibilität macht den Andenfuchs zu einem der anpassungsfähigsten Caniden des Kontinents. In einigen Regionen dringt er bis in die Randbereiche landwirtschaftlich genutzter Flächen vor, was regelmäßig zu Konflikten mit Viehhaltern führt. Insgesamt werden sechs Unterarten anerkannt, die sich in Fellfärbung, Körpergröße und bevorzugtem Biotop unterscheiden – darunter Lycalopex culpaeus andinus aus den Hochanden und L. c. magellanicus aus Patagonien.

Ernährung

Der Andenfuchs ist ein opportunistischer Allesfresser mit einer ausgesprochen breiten Nahrungspalette. Den Hauptanteil seiner Ernährung bilden kleine bis mittelgroße Säugetiere – vor allem Nagetiere wie Chinchillaratten, Blattohrmäuse und Viscachas. Daneben erbeutet er Hasen, Vögel, Eidechsen und Insekten. In Küstennähe frisst er auch Aas von Seelöwen und angespülte Meeresorganismen.

Pflanzliche Nahrung spielt je nach Jahreszeit und Region eine bedeutende Rolle. Früchte, Beeren und Samen können zeitweise bis zu 30 Prozent des Nahrungsspektrums ausmachen. In der Nähe menschlicher Siedlungen greift der Culpeo gelegentlich junge Schafe und Ziegenlämmern an – ein Verhalten, das ihm den Ruf eines Schädlings eingebracht hat und bis heute Anlass zur Verfolgung gibt.

Im Vergleich zu seinem kleineren Verwandten, dem Südamerikanischen Graufuchs (Lycalopex griseus), ist der Andenfuchs stärker auf tierische Beute spezialisiert und kann dank seiner Körperkraft auch größere Beutetiere überwältigen.

Verhalten & Lebensweise

Der Andenfuchs lebt überwiegend einzelgängerisch. Adulte Tiere beanspruchen individuelle Reviere, deren Größe stark vom Nahrungsangebot abhängt und zwischen 4 und 30 Quadratkilometern schwanken kann. Die Reviergrenzen werden durch Urin, Kot und Sekrete der Analdrüsen markiert.

Die Aktivitätsmuster sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, insbesondere in Gebieten mit menschlicher Störung. In dünn besiedelten Regionen und auf abgelegenen Hochebenen zeigt sich der Culpeo jedoch auch tagsüber. Als Unterschlupf nutzt er Felsspalten, Erdhöhlen anderer Tiere oder dichte Vegetation. Gegenüber anderen Caniden verhält sich der Andenfuchs dominant; er verdrängt den kleineren Graufuchs aus überlappenden Habitaten – eine klassische interspezifische Konkurrenz.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in den Monaten August bis Oktober, also in den südamerikanischen Frühling. In dieser Phase bilden sich vorübergehende Paarbindungen. Die Tragzeit beträgt etwa 55 bis 60 Tage. Das Weibchen bringt in einem geschützten Bau durchschnittlich drei bis fünf Welpen zur Welt, selten bis zu acht.

Die Jungtiere werden blind und hilflos geboren und öffnen nach rund zehn Tagen die Augen. Die Mutter säugt sie etwa zwei Monate lang. Der Rüde beteiligt sich an der Aufz