Fennek
FTierart – Säugetiere > Raubtiere – Hunde (wild)
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Vulpes zerda
- Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
- Familie: Hunde (Canidae)
- Gattung: Vulpes (Echte Füchse)
- Lebensraum: Sandwüsten und Halbwüsten Nordafrikas und der Arabischen Halbinsel
- Größe: Kopf-Rumpf-Länge 24–41 cm, Schwanzlänge 18–31 cm, Schulterhöhe ca. 20 cm
- Gewicht: 1,0–1,5 kg
- Lebenserwartung: ca. 10 Jahre in freier Wildbahn, bis 14 Jahre in Gefangenschaft
Aussehen & Merkmale
Der Fennek, auch Wüstenfuchs genannt, ist die kleinste aller Fuchsarten und zugleich der kleinste Vertreter der Familie der Hunde (Canidae). Sein auffälligstes Merkmal sind die unverhältnismäßig großen Ohren, die eine Länge von 10 bis 15 Zentimetern erreichen. Sie dienen nicht nur dem ausgezeichneten Gehör – mit dem der Fennek selbst unterirdisch lebende Beutetiere orten kann –, sondern auch der Thermoregulation. Über die stark durchbluteten, großflächigen Ohrmuscheln gibt das Tier überschüssige Körperwärme an die Umgebung ab.
Das Fell ist oberseits sandfarben bis hellbeige und passt sich damit nahezu perfekt an den Wüstenboden an. Die Unterseite ist weiß. Die Haare sind dicht und weich; nachts isoliert das Fell gegen die teils erhebliche Kälte der Wüste, tagsüber reflektiert die helle Färbung einen Teil der Sonnenstrahlung. Die Fußsohlen sind dicht behaart, was dem Fennek das Laufen auf heißem Sand erleichtert und ihm auf losem Untergrund zusätzlichen Halt gibt. Der buschige Schwanz endet in einer schwarzen Spitze. Die Augen sind groß und dunkel, die Schnauze schmal und kurz. Insgesamt wirkt der Kopf im Verhältnis zum Körper rundlich, was unter anderem auf die verkürzte Gesichtspartie zurückzuführen ist.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Fenneks erstreckt sich über die Sahara und angrenzende Trockengebiete Nordafrikas – von Marokko und Mauretanien im Westen über Algerien, Tunesien, Libyen und Ägypten bis zum nördlichen Sudan. Darüber hinaus kommt er auf der Sinai-Halbinsel sowie in Teilen der Arabischen Halbinsel vor. Sein bevorzugtes Habitat sind Sandwüsten mit lockeren Dünenlandschaften, in denen er seine Baue graben kann. Daneben besiedelt er auch Halbwüsten und steinige Trockengebiete, sofern der Boden grabfähig genug ist. In reinen Fels- oder Geröllwüsten fehlt er weitgehend.
Die Baue bestehen aus selbst gegrabenen Gangsystemen mit mehreren Ein- und Ausgängen. Sie bieten tagsüber Schutz vor der extremen Hitze und nachts vor der Kälte. An geeigneten Stellen können die Baue im Laufe der Jahre zu komplexen Anlagen heranwachsen, die von mehreren Tieren oder aufeinanderfolgenden Generationen genutzt werden.
Ernährung
Der Fennek ist ein Allesfresser mit einem breiten Nahrungsspektrum. Seine Nahrung besteht aus Insekten, kleinen Wirbeltieren wie Eidechsen und Geckos, Vogeleiern, Schnecken und gelegentlich kleinen Nagern. Ergänzt wird der tierische Anteil durch Früchte, Knollen und Wurzeln, die in Trockengebieten einen wichtigen Teil der Flüssigkeitsaufnahme sichern. Der Fennek ist in der Lage, über längere Zeiträume ohne freies Trinkwasser auszukommen, da er den größten Teil seines Wasserbedarfs über die Nahrung deckt. Seine Nieren sind an die Wasserknappheit angepasst und produzieren stark konzentrierten Urin.
Verhalten & Lebensweise
Fenneks sind überwiegend nachtaktiv. Die Tageszeit verbringen sie in ihren kühlen Bauen, während sie nach Einbruch der Dunkelheit auf Nahrungssuche gehen. Ihr hervorragendes Gehör und der ausgeprägte Geruchssinn ermöglichen es ihnen, Beute auch unter der Sandoberfläche zu lokalisieren. Beim Beutefang graben sie blitzschnell im Sand oder springen gezielt auf erspähte Beutetiere.
Fenneks leben in kleinen Familiengruppen, die in der Regel aus einem Paar und dessen Nachkommen bestehen. Die Paarbindung ist langfristig; beide Partner besetzen gemeinsam ein Revier, das sie mit Urin und Kot markieren. Die Kommunikation untereinander erfolgt über ein vielfältiges Repertoire an Lautäußerungen, darunter Bellen, Winseln und Knurren. In der Gruppe zeigen Fenneks ausgeprägt soziales Verhalten mit gegenseitiger Fellpflege und gemeinsamem Ruhen im Bau.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarungszeit fällt in den Zeitraum von Januar bis März. Die Tragzeit beträgt etwa 50 bis 52 Tage. Das Weibchen bringt in der Regel zwei bis fünf Jungtiere zur Welt, die blind und mit geschlossenen Ohren geboren werden. Die Augen öffnen sich nach etwa 10 bis 14 Tagen. Während der ersten Wochen bleibt das Weibchen nahezu ununterbrochen bei den Jungen im Bau und wird vom Männchen mit Nahrung versorgt. Das Männchen verteidigt den Bau in dieser Phase besonders aggressiv gegen Eindringlinge.
Die Jungtiere werden rund 60 bis 70 Tage gesäugt, nehmen aber bereits ab der vierten bis fünften Lebenswoche auch feste Nahrung auf. Mit etwa neun bis elf Monaten erreichen sie die Geschlechtsreife. Junge Fenneks bleiben oft bis zur nächsten Fortpflanzungssaison im Familienverband, bevor sie abwandern und eigene Reviere besetzen.
Bedrohung & Schutzstatus
Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft den Fennek derzeit als „Least Concern" (nicht gefährdet) ein. Exakte Bestandsz