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Antioxidantien

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Futter & Ernährung > Ernährung & Nährstoffe

Definition & Überblick

Antioxidantien sind chemische Verbindungen, die oxidativen Stress im Organismus von Tieren reduzieren, indem sie freie Radikale neutralisieren. Freie Radikale entstehen als Nebenprodukte des normalen Zellstoffwechsels, können aber auch durch äußere Faktoren wie UV-Strahlung, Umweltgifte, Krankheiten oder minderwertiges Futter vermehrt auftreten. Übersteigt die Menge freier Radikale die körpereigene Abwehrkapazität, kommt es zu oxidativem Stress – einem Zustand, der Zellmembranen, Proteine und DNA schädigt und langfristig zu chronischen Erkrankungen, vorzeitiger Alterung und einer geschwächten Immunabwehr führt.

In der Tierernährung spielen Antioxidantien eine doppelte Rolle: Einerseits schützen sie den Tierkörper direkt, andererseits werden sie als technologische Zusatzstoffe eingesetzt, um Fett, Vitamine und andere empfindliche Nährstoffe im Futter vor dem Verderb durch Oxidation zu bewahren. Die Unterscheidung zwischen natürlichen und synthetischen Antioxidantien ist dabei sowohl aus ernährungsphysiologischer als auch aus futtermittelrechtlicher Sicht relevant.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Antioxidantien lassen sich in mehrere Gruppen unterteilen:

  • Vitamine mit antioxidativer Wirkung: Vitamin E (Tocopherole) gilt als wichtigstes fettlösliches Antioxidans in der Tierernährung. Es schützt mehrfach ungesättigte Fettsäuren in Zellmembranen vor Lipidperoxidation. Vitamin C (Ascorbinsäure) wirkt wasserlöslich und regeneriert verbrauchtes Vitamin E. Beta-Carotin, eine Vorstufe von Vitamin A, fängt ebenfalls freie Radikale ab.
  • Spurenelemente als Co-Faktoren: Selen ist Bestandteil der Glutathionperoxidase, eines zentralen körpereigenen Enzyms zur Radikalabwehr. Zink und Mangan sind Co-Faktoren der Superoxiddismutase, eines weiteren Schlüsselenzyms. Diese Mineralstoffe müssen über die Futterration zugeführt werden.
  • Sekundäre Pflanzenstoffe: Polyphenole, Flavonoide, Carotinoide und Anthocyane aus Kräutern, Beeren und Gemüse besitzen starke antioxidative Eigenschaften. Beispiele sind Rosmarin-Extrakt, Traubenkernextrakt und Kurkumin.
  • Synthetische Antioxidantien: BHA (Butylhydroxyanisol), BHT (Butylhydroxytoluol) und Ethoxyquin werden als technologische Zusatzstoffe zur Konservierung von Fett und fettlöslichen Vitaminen im Futter eingesetzt. Ihr Einsatz ist in der EU reguliert und mengenmäßig begrenzt.

Ein Alleinfuttermittel sollte grundsätzlich ausreichend antioxidative Nährstoffe enthalten, um den Grundbedarf des Tieres zu decken. Bei erhöhtem Bedarf – etwa durch Krankheit, Sport oder Alter – kann ein gezielt formuliertes Ergänzungsfuttermittel sinnvoll sein.

Für welche Tiere geeignet?

Antioxidantien sind für sämtliche Tierarten von Bedeutung. Der Bedarf variiert jedoch erheblich:

  • Hunde und Katzen: Besonders ältere Tiere, Tiere mit chronischen Erkrankungen (Arthrose, Herzerkrankungen, Krebs) und sportlich geführte Hunde haben einen erhöhten Bedarf an Vitamin E, Vitamin C und Selen. Katzen können Vitamin C selbst synthetisieren, profitieren aber dennoch von alimentären Antioxidantien.
  • Pferde: Leistungspferde unterliegen durch intensives Training starkem oxidativem Stress. Eine gezielte Ergänzung mit Vitamin E und Selen über die Futterration ist bei rohfaserreicher Fütterung mit wenig Frischgras häufig notwendig.
  • Kleintiere und Vögel: Meerschweinchen können – wie der Mensch – kein Vitamin C selbst bilden und sind auf eine ausreichende Zufuhr über Frischfutter angewiesen. Ziervögel profitieren von Beta-Carotin für Gefiederpigmentierung und Immunfunktion.
  • Nutztiere: In der Geflügel- und Schweinehaltung werden Antioxidantien routinemäßig eingesetzt, um die Futterstabilität zu gewährleisten und die Fleischqualität (Fettoxidation, Farbe) zu verbessern.

Fütterungsempfehlung

Die gezielte Supplementierung von Antioxidantien sollte stets bedarfsgerecht erfolgen. Pauschale Empfehlungen sind problematisch, da der Bedarf von Tierart, Alter, Gesundheitszustand, Leistungsniveau und der Zusammensetzung der Grundration abhängt.

  • Vitamin E: Hunde benötigen etwa 1–2 mg pro kg Körpergewicht täglich, Pferde je nach Leistungsniveau 500–3.000 IE pro Tag. Die Futtermenge und das verwendete Fett im Futter beeinflussen den Bedarf direkt – je höher der Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren, desto mehr Vitamin E wird benötigt.
  • Selen: Die therapeutische Breite ist gering. Bei Hunden liegt der Bedarf bei ca. 3–5 µg pro kg Körpergewicht, eine Überversorgung führt schnell zu toxischen Erscheinungen (Selenose). Eine Blutuntersuchung vor der Supplementierung ist ratsam.
  • Fütterungsintervall: Wasserlösliche Antioxidantien wie Vitamin C sollten über den Tag verteilt verabreicht werden, da sie nicht gespeichert werden. Fettlösliche Antioxidantien wie Vitamin E werden am besten mit einer fetthaltigen Mahlzeit gegeben, um die Resorption zu optimieren.

Vorteile & Nachteile

Vorteile:

  • Schutz der Zellen vor oxidativen Schäden und damit Unterstützung der allgemeinen Gesundheit
  • Stärkung des Immunsystems, insbesondere bei älteren oder immungeschwächten Tieren
  • Verlangsamung altersbedingter degenerativer Prozesse (kognitive Dysfunktion, Gel