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Eisen

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Futter & Ernährung > Ernährung & Nährstoffe

Definition & Überblick

Eisen (chemisches Symbol: Fe) zählt zu den essenziellen Spurenelementen in der Tierernährung. Es ist ein lebenswichtiger Mineralstoff, der im Organismus zahlreiche biochemische Funktionen erfüllt – allen voran den Sauerstofftransport im Blut. Als Bestandteil des Hämoglobins in den roten Blutkörperchen und des Myoglobins in der Muskulatur ist Eisen unverzichtbar für die Energieversorgung jeder einzelnen Körperzelle. Darüber hinaus spielt es eine zentrale Rolle in enzymatischen Prozessen, bei der Zellteilung und innerhalb des Immunsystems.

In der Tierernährung wird zwischen zweiwertigem Eisen (Fe²⁺) und dreiwertigem Eisen (Fe³⁺) unterschieden. Zweiwertiges Eisen, wie es etwa in Fleisch und Innereien vorkommt, weist eine deutlich höhere Bioverfügbarkeit auf als dreiwertiges Eisen aus pflanzlichen Quellen. Die ausreichende Versorgung mit Eisen über die tägliche Futterration ist entscheidend, da sowohl ein Mangel als auch eine Überversorgung zu gravierenden gesundheitlichen Problemen führen können.

Zusammensetzung & Inhaltsstoffe

Eisen kommt in verschiedenen Futtermitteln in unterschiedlicher Konzentration und chemischer Form vor. Die wichtigsten natürlichen Eisenquellen in der Tierernährung sind:

  • Innereien – insbesondere Leber, Milz und Nieren zählen zu den eisenreichsten Futtermitteln mit bis zu 30 mg Eisen pro 100 g.
  • Rotes Muskelfleisch – Rindfleisch, Lamm und Wild liefern gut verwertbares Häm-Eisen.
  • Blutmehl und Blutprodukte – hochkonzentrierte Eisenquellen, die in der Nutztierfütterung als Ergänzungsfuttermittel eingesetzt werden.
  • Fischmehl – enthält neben Eisen auch wertvolles Protein, Fett und Omega-3-Fettsäuren.
  • Hülsenfrüchte und Getreide – liefern pflanzliches, dreiwertiges Eisen, dessen Aufnahme durch gleichzeitige Gabe von Vitamin C verbessert werden kann.
  • Grünmehle und Luzerne – bieten neben Rohfaser auch moderate Eisengehalte.

In kommerziellen Alleinfuttermitteln wird Eisen häufig in Form von Eisen(II)-sulfat, Eisen(II)-fumarat, Eisen(II)-glycinat oder chelatiertem Eisen zugesetzt. Chelatierte Eisenverbindungen, bei denen das Mineral an Aminosäuren gebunden ist, zeichnen sich durch eine besonders hohe Bioverfügbarkeit aus. Auf der Deklaration von Futtermitteln findet sich Eisen in der Regel unter der Kategorie „Zusatzstoffe – Spurenelemente" mit genauer Mengenangabe in Milligramm pro Kilogramm.

Für welche Tiere geeignet?

Eisen ist für sämtliche Tierarten ein unverzichtbarer Nährstoff. Der Bedarf variiert jedoch erheblich je nach Spezies, Alter, Gesundheitszustand und Leistungsniveau:

  • Hunde benötigen etwa 1–2 mg Eisen pro Kilogramm Körpergewicht täglich. Trächtige und säugende Hündinnen sowie Welpen im Wachstum haben einen erhöhten Bedarf.
  • Katzen haben einen ähnlichen Bedarf wie Hunde. Da Katzen obligate Karnivoren sind, decken sie ihren Eisenbedarf bei artgerechter Fütterung mit hohem Fleischanteil in der Regel gut ab.
  • Pferde nehmen Eisen überwiegend über Raufutter, Gras und Kraftfutter auf. Der Bedarf liegt bei etwa 40–50 mg pro Kilogramm Trockensubstanz der Futterration. Ein Eisenmangel ist bei Pferden selten, eine Überversorgung dagegen häufiger.
  • Schweine – besonders Saugferkel sind extrem anfällig für Eisenmangel, da Sauenmilch sehr eisenarm ist. Ohne gezielte Eisensupplementierung innerhalb der ersten Lebenstage droht eine lebensbedrohliche Anämie.
  • Geflügel benötigt Eisen für die Eiproduktion und das Federwachstum. Legehennen haben einen höheren Bedarf als Masttiere.
  • Wiederkäuer decken ihren Eisenbedarf meist ausreichend über Weidefutter und Mineralfuttermischungen.

Fütterungsempfehlung

Die optimale Eisenversorgung sollte primär über die Grundfutterration sichergestellt werden. Bei der Zusammenstellung der Futtermenge ist darauf zu achten, dass eisenreiche Komponenten regelmäßig enthalten sind. Für Hunde und Katzen, die gebarft werden, empfiehlt sich die Integration von Leber und Milz in einem Fütterungsintervall von zwei- bis dreimal pro Woche – nicht täglich, um eine Überversorgung mit Vitamin A zu vermeiden.

Bei der Verwendung von Alleinfuttermitteln namhafter Hersteller ist der Eisenbedarf in der Regel bereits gedeckt. Ein zusätzliches Ergänzungsfuttermittel mit Eisen sollte nur nach tierärztlicher Diagnose eines tatsächlichen Mangels verabreicht werden. Die Supplementierung erfolgt meist über Eisenpräparate in Tabletten-, Paste- oder Flüssigform.

Wichtig zu beachten: Bestimmte Nährstoffe beeinflussen die Eisenresorption. Vitamin C fördert die Aufnahme, während hohe Calcium- und Zinkgehalte in der Ration sowie Phytate aus Getreide die Eisenverwertung hemmen können. Die zeitliche Trennung von Calcium-Supplementen und eisenreichen Mahlzeiten kann sinnvoll sein.

Vorteile & Nachteile

Vorteile einer bedarfsgerechten Eisenversorgung:

  • Sicherstellung des Sauerstofftransports und der Energieversorgung aller Gewebe
  • Unterstützung eines funktionsfähigen Immunsystems
  • Förderung von Wachstum, Zellregeneration und Wundheilung
  • Aufrechterhaltung von Vitalität, Leistungsfähigkeit und gesundem Fell- bzw. Federkleid
  • Prävention von Eisenmange